Zwangsarbeiter finden letzte Ruhe auf Kriegsgräberstätte

Von: ahw
Letzte Aktualisierung:
Die Tafel informiert über die
Die Tafel informiert über die Kriegsgräberstätte und Zwangsarbeiter.

Lucherberg. Tomasz Badowski, Vizekonsul der Republik Polen, war beeindruckt von der Gedenkveranstaltung auf der Ehrenanlage in Lucherberg, wo die Gemeinde Inden den Gedenkstein zu den umgebetteten Gräbern von fünf Zwangsarbeitern vom Frenzer Friedhof - vier Polen und ein Ukrainer - einsegnen ließ.

Unter den Toten sind drei kleine Kinder im Alter von zwei, fünf und sechs Jahren, die es mit ihren zwangsarbeitenden Eltern in die Region verschlagen hatte, wie auf der Informationstafel zu lesen ist, die feierlich enthüllt wurde.

In seiner kurzen Ansprache erinnerte der Vizekonsul nicht nur an den Überfall auf Polen, der den Zweiten Weltkrieg einleitete, sondern gedachte auch der „stillen Helden des Kriegs”, womit er die drei Millionen Zwangsarbeiter meint. „Kriegsgräberstätten ermahnen uns”, verknüpfte der Diplomat die lautlose Erinnerung mit dem Gedanken der Aussöhnung, die dank vielfältiger Kontakte gut vorangehe.

Gleichwohl gelte es, die guten Beziehungen mit historischen Reflexionen zu begleiten. Der Parlamentarische Staatssekretär Thomas Rachel, MdB, sprach als Vertreter der Bundesregierung über das friedliche Miteinander in Europa, doch müsse viel getan werden, „damit das so bleibt”.

Die Pfarrer Daniel Müller-Thor und Dominik Heringer segneten den Grabstein ein, der die Stelle markiert, wohin die toten Zwangsarbeiter aus Frenz umgebettet worden sind. Ihre Namen sind auf dem Stein zu lesen. Schüler der Klasse 9c der GHS Inden und Kinder der OGS Lucherberg enthüllten die Informationstafel, die Auskunft über Zwangsarbeit und gefallene Soldaten in beiden Weltkriegen gibt.

Renate Xhonneux, Leiterin des Friedhofsamtes und im Indener Geschichtsverein engagiert, hat den Text in Zusammenarbeit mit Wolfgang Held vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge verfasst. Xhonneux berichtete, dass die Kriegsgräberstätte Lucherberg bereits 1944 entstanden ist, als eine Einheit der Wehrmacht in dem Dorf stationiert war. Diese versorgte die Soldaten an der Front in Stolberg mit Munition und transportierte von dort die Gefallenen ab, die in Lucherberg bestattet wurden. Die Kriegsgräberstätte „Am Schmitteberg” mit 102 Toten wurde nach dem Krieg um Friedhof und Trauerhalle der Zivilgemeinde erweitert.

Um an die Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft zu erinnern, legten Vizekonsul Tomasz Badowski und Bürgermeister Ulrich Schuster einen Kranz nieder. Schüler nahmen jeweils eine weiße Rose in die Hand, die sie zu den 50 Grabsteinen der Gedenkstätte trugen und niederlegten.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert