Zum Schluss taut Lisa Fitz auf

Von: han
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Eine Aufführung der „Mozartkugeln”, die trotz Lisa Fiz nicht jedermanns Begeisterung hervorrief. Erst im zweiten Teil wurde es dann doch mehr zu einer musikalischen Komödie. Foto: Schmitz

Düren. Ein Hit war es nicht. Die musikalische Komödie „Mozartkugeln” der Musikbühne Mannheim im Haus der Stadt floppte zwar nicht, gab aber auch keinen Anlass zur Begeisterung. Das Prinzip Hoffnung auf Besseres herrschte bei vielen Besuchern in der Pause vor, die bis dahin eine energielose Vorstellung gesehen hatten.

Einen Abend mit Szenen aus den schönsten Mozart-Opern kündigte die Theaterdirektorin (Lisa Fitz) an sowie eine Sensation: Mozart würde persönlich erscheinen. Und er kam „tatsächlich”, in einem Gewand, das den Abbildungen auf den Mozartkugeln entsprach. Die Idee, Mozart mit der Welt von heute zu konfrontieren, sorgte für einige Schmunzeleffekte. Doch alles wirkte irgendwie steif.

Lisa Fitz, die man als wortgewaltige Kabarettistin und Schauspielerin kennt, dozierte und stolzierte eher auf hochhackigen Schuhen, als das sie spielte. Wenig überzeugend die Sänger, die den an sich wunderbaren Arien und Duetten aus zahlreichen Mozart-Opern wenig Reiz verliehen. Alles wirkte abgespult, ohne Pep.

Die Zwischenmoderationen blieben trotz „Lauter-Rufe” von den Zuschauerrängen nur schwer verständlich. Der berühmte Funke zwischen Bühne und Zuschauern sprang nicht über, schwebte vielmehr im etwas mehr als halbgefüllten Saal, in dem nach der Pause noch einige Stühle mehr leer blieben. Nach der „Ruhezeit” nahm das Bühnengeschehen dann doch mehr Fahrt auf. Lisa Fitz taute auf. Skurrile Gags mit aktuellem Bezug auf Merkel, Westerwelle kamen an. Der Zickenkrieg der Sängerinnen um die Gunst Mozarts und die Rollen in einer neuen Oper über die Kanzlerin brachten lebhafte Szenen.

Aus Dankbarkeit will der Komponist sie schreiben, weil die Realpolitikerin als gelernte Physikerin nach der Relativitätstheorie seine Existenz anerkennt. Und als die Theaterdirektorin beschloss mitzusingen und zur Gitarre einen zünftigen Jodler präsentierte, wurde das Publikum für viele laue Momente ein wenig entschädigt. Die Solisten des Abends nahmen sich selbst auf die Schippe und schlugen Gesangsstücke aus dem „Phantom der Oper” oder „Evita” für die neue Oper vor. Keine Sache für Mozart, nach dem er die Songs gehört hatte.

Das Publikum steuerte mit „Herzilein” ebenfalls einen Musikwunsch bei, den das wohl präparierte Ensemble sofort vortrug. Letztlich wurde es zeitweise doch noch zu einem unterhaltsamen musikalischen Ulk arrangiert um die beliebtesten Opernmelodien Mozarts. Freundlicher Beifall für das Ensemble und starker Beifall für das Trio am Bühnenrand, das kompetent begleitete.
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