Zum Geburtstag eine großartige Festmusik

Von: Hannes Schmitz
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Düren. Dramatisch und subtil war der „Lobgesang” op. 52 von Felix Mendelsohn Bartholdy. Leichtigkeit, italienisches Flair und fast Opernhaftes vermittelte Giacomo Puccinis „Kyrie und Gloria” aus der Messa di Gloria.

Die Cappella Villa Duria (CVD) unter ihrem musikalischen Leiter Johannes Esser bot einen hervorragenden Auftritt in der Marienkirche. Es war ein Konzertabend voller Intensität, auf sehr hohem Niveau, bei einer reizvollen wechselnden stilistischen Szenerie. Mit einem Dirigenten, dem es gelang, eine sehr gute Balance zwischen Vokal- und Instrumentalparts zu finden, sodass zwischen vokal-instrumentalen Sätzen der Symphonie-Kantate ein bemerkenswertes Gleichgewicht entstand.

Für Johannes Esser war es ein besonderer Abend: Er führte quasi den Taktstock für sein eigenes „Geburtstagsständchen”. 65 Jahre wurde das musikalische Multitalent alt und sprühte an diesem Abend vor Leidenschaft. Das Konzert war für ihn aber auch ein persönliches Anliegen, Dank für ein erfolgreiches Berufsleben zu sagen.

So präsentierte sich die Aufführung als großartige Festmusik, mit einer Spur von Erhabenem und einer guten Portion von Monumentalität angesichts des Oratorienchores und des Symphonieorchesters. Die Gewaltigkeit wurde erst richtig bewusst, als nach der „Sinfonia” der Chor einsetzte. Die Besucher erlebten den gebundenen weichen Klang der Streicher, der erstklassigen Bläser, überhaupt erlebten die Zuhörer eine glänzende Homogenität des Orchesters, sie wurden aus ihrer innigen Zuhörerschaft zunächst jäh herausgerissen, und es dauerte einige Momente, sich an die „gigantische” Chorbesetzung zu gewöhnen. Doch dann gefiel die übereinstimmende Fülle des Chores, der in seinen Stimmen sehr ausgewogen war. Überzeugend waren vor allem die drei Vokalsolisten Marion Schoeller und Eva Bauchmüller (Sopran) und Jeffrey Krueger (Tenor), die sich gegen den voluminösen Chor und das Orchester stimmlich behaupten konnten und einen präsenten, exzellenten Widerpart boten.

Für Herz und Seele

Spätromantische Chormusik auf hohem Niveau, für das Herz und die Seele, überschäumend und innig, warm und reizvoll bot Puccinis „Kyrie und Gloria”. Starke Momente des Chores voll intensiven Klangs, stark vor allem in den vollmundigen Passagen, prägnant war die Darbietung. Die Choristinnen und Choristen vermochten die musikalischen Einfälle mitzugehen und vermittelten unter dem Dirigat von Johannes Esser Kirchenmusik an der Schwelle zur Oper. Einen Eindruck, den Jeffrey Krueger mit seinem Tenorsolo noch verstärkte und die Zuhörer in eine ungeahnte Leichtigkeit versetzte.

Ein Konzertabend, der im „Wohnzimmer” von Johannes Esser, wie Bürgermeister Paul Larue das Haus der Stadt bezeichnete, fortgeführt wurde. Der musikalische CVD-Leiter war dort Nehmer statt Geber. Es waren andere, die dem „Motor des Dürener Kulturlebens” ihre Aufwartung machten, ihre Glückwünsche aussprachen oder musikalisch ausdrückten. Voller Lob über den Leiter des Dürener Kulturbetriebes war der Ratsvorsitzende, der mit der Cappella Villa Duria ein Konzertforum geschaffen habe, das „Großstadt- Charakter” habe. Er schenkte dem Vollblutmusiker zum Abschied aus „dem aktiven Dienst” eine Schürze, auf der aufgestickt ist „Johannes köchelt”. Eine Anspielung auf das Köchel-Verzeichnis und gleichzeitig die Hoffnung, dass Johannes Esser noch viele „musikalische Menüs” serviere.

Viele Begleiter seines Lebens brachten ihm dann persönliche musikalische Ständchen im Laufe des Abends, den Professor Herbert Schmidt moderierte. Von der Fat-Cat-Bigband über den weltbekannten Bass Kurt Moll und Chöre, Matthias Purrer, Solo-Cellist der CVD, aus Köln kam Professor Michael Faust, Solo-Flötist des WDR-Symphonie-Orchesters, Wolfgang Tombeaux mit Chansons, Thomas Bonni und Katharina Bergrath mit einem Duett, Kurt Collinet mit Kollegen und schließlich Marion Schoeller mit einem Liedbeitrag, den ihr jeder abnahm: „Meine Lippen, die küssen so heiß.”
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