Gürzenich - Zum Abschied Ovationen und großer Jubel für Pfarrer Mertens

Zum Abschied Ovationen und großer Jubel für Pfarrer Mertens

Letzte Aktualisierung:
„Als ich anfing, bekam ich ei
„Als ich anfing, bekam ich ein Bild von Euch Kindern. Dann musste ich ja regelmäßig bei Euch nachschauen, wie denn aus kleinen Kindern große Kinder werden”, sagte Pfarrer Frank-Michael Mertens inmitten seiner Anvertrauten. Foto: niko

Gürzenich. Die Pfarrkirche St. Johannes Evangelist in Gürzenich konnte die Gläubigen kaum fassen. So viele Menschen fühlten sich ihrem Pfarrer Frank-Michael Mertens verbunden und kamen zu seinem Abschiedsgottesdienst.

Bei der Messe spürte man förmlich den Zwiespalt der Gefühle der Gläubigen. Innerlich völlig traurig, dass es heute hieß, Abschied zu nehmen von dem geliebten Geistlichen, der für viele in der Gemeinde Wegbegleiter, Ratgeber und Freund war. Auf der anderen Seite ihrem Pfarrer einen unvergesslichen Abschied mit Jubel und stehenden Ovationen zu bereiten. Nach mehr als 13 Jahren Tätigkeit verlässt Pfarrer Mertens nun seine Gemeinde und übernimmt eine neue größere Aufgabe in der Pfarre Maria Frieden in Krefeld.

So persönlich wie sein Wirken, so persönlich war auch seine letzte Predigt, in der er die vorigen 13 Jahre Revue passieren ließ. „Ich bin hier in Gürzenich zu Hause, habe hier geöffnete Herzen gefunden, und nicht wenige gaben mir einen Platz darin”, sagte Pfarrer Frank-Michael Mertens.

Neben all der Dankbarkeit und mitschwingenden Traurigkeit an seinem letzten Arbeitstag in der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) St. Elisabeth fand er auch sehr deutliche Worte über die eigene Verantwortung, Priester, die mehr Zeit damit aufbrächten, Beerdigungen an andere abzuschieben, als sie selbst zu machen, und über Priester, die ihre Schutzbefohlenen missbraucht haben.

Besonders die Missbrauchsfälle sind für ihn unerträglich. „Ich kann heute nicht mehr so unbeschwert auf Kinder zugehen, wie ich es konnte, als ich vor 13 Jahren nach Gürzenich kam”, sagte der 47-Jährige. Der Tambourcorps Freiweg Gürzenich, die Bogenschützen Alpenbrüder St. Christina und die St.-Hubertus-Bruderschaft begleiteten ihren Pfarrer nach der Messe in einem Umzug zur anschließenden großen Abschiedsfeier ins Jugendheim, wo ein jeder ganz persönlich Abschied nahm.

Bevor Frank-Michael Mertens am 18. Oktober 1998 als jüngster Pfarrer im Bistum Aachen nach Gürzenich kam, war er Kaplan in Erkelenz und Aachen. Er hat das Leben in der Gemeinde geprägt, war in erster Linie für die Kinder und Jugendlichen da. Ob es die Alten, die Caritas, der Kirchenchor, in den Vereinen, die Messdiener oder der Kindergarten war, den er täglich besucht hat, überall im Gemeindeleben war er in Gürzenich dabei. Wenn man Mertens nach seinem Hobby fragte, fiel ihm nichts dazu ein. Sein Hobby war seine Arbeit, und dafür war er rund um die Uhr im Einsatz.

„Er ist ein Mann der vorweg geht und die Initiative ergreift. Hier bei uns ist er einfach auf die Menschen zugegangen wie kein Zweiter. Er spricht den Menschen aus dem Herzen. Ihm war nie ein Weg zu weit, hat jeden angesprochen und ein Stück von sich selbst gegeben. Viele haben in ihm mehr gesehen als nur einen Pfarrer. Er ist eher ein Freund”, fand der stellvertretende Kirchenvorstandsvorsitzende Erich Merken bei der Abschlussfeier im Jugendheim nur lobende Worte über den berufenen Priester.

Auch für Rudolf Birekoven, vom Kirchenchor St. Johannes Evangelist Gürzenich, hinterlässt Pfarrer Merkens tiefe Spuren: „Sie haben uns gezeigt, dass Fehler von Menschen und ihre Eigenarten nie zum Lachen sind. Damit haben sie sich in unsere Herzen gestanzt. Das können sie nicht nach Krefeld mitnehmen, das bleibt hier.”

„Es ist ein großes Gefühl des Respektes und der Dankbarkeit, das Ihnen die Menschen in Gürzenich entgegenbringen. Und Sie haben sie immer ermutigt, sich auf vielfache Weise ehrenamtlich zu engagieren. Wir können den Krefeldern nur zurufen, dass ein guter Hirte kommt”, sagte Bürgermeister Paul Larue. Nächsten Sonntag liest er bereits in Krefeld seine erste Messe im neuen Amt als GdG-Leiter des Kirchengemeindeverbandes Krefeld-Süd mit 16.000 Katholiken. Nachfolger von Pfarrer Frank-Michael Mertens in der GdG St. Elisabeth wird der bisherige Vorsitzende des Kirchengemeindeverbandes Düren-West Pfarrer Hans Tings.

2003 führte Frank-Michael Mertens die Pfarreien St. Johannes in Gürzenich, St. Michael in Lendersdorf, St. Nikolaus in Rölsdorf, St. Hubertus in Kufferath und St. Martin in Birgel zur neuen GdG St. Elisabeth Evangelist zusammen und wurde deren Leiter. 2006 gründete er die junge katholische Gemeinde mit 51 Mitgliedern.

Mertens trieb die Innenrenovierung der Pfarrkirche St. Johannes in Gürzenich an. Als letzte Amtshandlung eröffnete er den Erweiterungsanbau des katholischen Kindergartens für die U3-Betreuung in Gürzenich.

In der Gemeinde arbeiten 60 Messdiener und 28 Lektoren ehrenamtlich. In St. Evangelist ist ein Kirchenchor mit 70 Sängern und Sängerinnen aktiv.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert