Zukunftspläne für Eselswiese und Brauerei

Von: Sarah Maria Berners
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Zukunfspläne: Julian Dähne h
Zukunfspläne: Julian Dähne hat sich in seinem Studium mit der Aufwertung Kreuzaus befasst. Foto: Berners

Kreuzau. Julian Dähne (28) hätte sich in seiner Studienarbeit mit der städtebaulichen Aufwertung einer afghanischen Stadt befassen können. Wollte er aber nicht. Stattdessen hat der Architektur-Student seinen Heimatort Kreuzau zum Gegenstand seiner Arbeit gemacht.

Dähne hat Stärken, Schwächen, Potenziale und Einschränkungen analysiert und Ideen entwickelt wie man Kreuzau städtebaulich aufwerten und so dem Strukturwandel begegnen könnte.

Junge Menschen nach Kreuzau holen - oder sie zumindest dort zu halten, das ist eines der Ziele der theoretischen Planungen. Alles in allem stehe der 4700-Seelen-Ort gut da. Ein Plus gibt es für die Infrastruktur: Verkehrsanbindungen, Geschäfte und Schulen zum Beispiel. Drei verbesserungswürdige Punkte sind dem RWTH-Diplomanden ins Auge gesprungen.

Nummer eins: die Ortseinfahrt. Wenn man aus Düren kommt, prägt die Tankstelle das Bild. Einladend sei das nicht, sagt Dähne. Auf der - aus Fahrersicht - Wiese links vor dem Ortseingang könnten vier locker arrangierte Mehrfamilienhäuser entstehen.

Mit Bäumen und Sträuchern soll das Entree gestaltet werden. An den Häusern soll eine grüne Einfassung beginnen, die sich östlich um Kreuzau zieht. Ein Naherholungsgebiet mit Grill- und Spielplätzen könnte entstehen. Weil die Dürener Straße keine Linie hat, die Gebäude unterschiedlich hoch sind und das Bild „zerfranst” ist, schlägt Dähne vor, eine Allee zu bilden.

Knackpunkt zwei: die Hauptstraße, das Rückgrat des Ortes. „Diese Straße gibt es schon sehr lange. Sie prägt den Ort, hier gibt es Geschäfte, Kneipen, Imbisse, Apotheken, Ärzte”, sagt Dähne.

Am Dorfbrunnen steigt das Maifest, dort gibt es eine Schule. Gleichwohl präge Kreuzau - und der Ort sei damit nicht alleine - , dass viele Menschen, die dort leben, nicht dort arbeiten. Einkaufen, das machen viele unterwegs.

Für Dähne ist es daher entscheidend, die Hauptstraße aufzuwerten. Sie soll Ort des Miteinanders sein und damit ein gezielter Gegenpol zur Anonymität in der Stadt. Zu der Aufwertung gehören kleinere Maßnahmen, wie eine Umgestaltung des Platzes rund um den Brunnen, aber eben auch das große Ganze.

Julian Dähne stellt sich die Hauptstraße, beginnend jeweils an den großen Parkplätzen als „Shared Space”, als Gemeinschaftsstraße vor. Nach dem Vorbild des niederländischen Modells sollen Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer sich den Raum teilen.

Es gibt einen einheitlichen Bodenbelag, keine Verkehrsschilder, keine Ampeln, keine Zebrastreifen. Im „Shared Space” ist Rücksicht gefragt. Wenn wenig los ist, gehört die Straße den Nicht-Motorisierten. Das soll dem Einzelhandel zu Gute kommen. Bei Dorffesten könnte die Hauptstraße dicht gemacht werden und die Dürener Straße wieder ihre Funktion als Umgehungsstraße übernehmen.

Anstelle einer Ruine an der Hauptstraße könnte attraktiver Wohnraum entstehen. Und auch für das Gelände der alten Brauerei hat Julian Dähne eine Idee. Dort will er im Blockinnenbreich - geschütz vom Verkehrslärm - Einzelhandel, Wohnraum und Gastronomie verbinden. „Denn eine hochwertige Gastronomie, ein Ort, an dem man zum Beispiel Hochzeiten feiern könnte, fehlt hier.” Baulücken sollen geschlossen werden, im Inneren von Wohnblöcken könnten neue Häuser entstehen.

Und schließlich geht es dem Studenten um die Ruraue. „Kreuzau hat den Namen ja nicht von ungefähr”, sagt Julian Dähne. „Wir haben eine wundeschöne Ruraue. Sie müsste stärker in den Fokus rücken.”

Der Plan sieht vor, die Ruraue, Eselswiese und angrenzende Fläche, zu einem Naherholungsgebiet zu machen. Mit Biergarten, Ufertreppen, Boulebahn oder Ähnlichem. Weil das Gebiet dem Hochwasserschutz dient, müsste der Pavillon ein „temporärer” sein, ohne feste Zuleitungen. „Aber möglich ist vieles”, sagt Dähne. Eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke soll die Aue mit dem anderen Ufer verbinden, der Fluss soll nicht länger eine Grenze sein.

Es ist eine Hochschularbeit, eine Arbeit, die aufzeigt, was theoretisch möglich wäre. Julian Dähne weiß, dass die Interessen von Industrie und Anwohnern, der Geldbeutel der Gemeinde und vieles mehr beachtet werden müssen. Er versteht seine Arbeit als Anregung - auch für Investoren.
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