Düren/Merzenich - Zuhälterei: Zeuge verwickelt sich in Widersprüche

Zuhälterei: Zeuge verwickelt sich in Widersprüche

Von: Hartmut Prüss
Letzte Aktualisierung:

Düren/Merzenich. Der Strafprozess gegen einen 34-Jährigen aus dem Raum Köln, der sich wegen Förderung von sexuellen Handlungen an Minderjährigen, Zuhälterei sowie der Überlassung von Betäubungsmitteln an Minderjährige vor dem Dürener Schöffengericht zu verantworten hat, wird offensichtlich zu einem Verfahren mit Hindernissen.

Nachdem ein Termin wegen Erkrankung des Verteidigers abgesagt worden war und am folgenden Prozesstag Fieber und Unwohlsein den Angeklagten plagten (wir berichteten), meldete sich beim Fortsetzungstermin der Verteidiger erneut krank.

Da die Strafprozessordnung nur eine Unterbrechung von höchstens drei Wochen erlaubt, und diese Frist am morgigen Dienstag endet, hatte der erkrankte Rechtsanwalt nach Abstimmung mit der Vorsitzenden des Gerichts eine Anwaltskollegin gebeten, für ihn einzuspringen. Doch nachdem die Vorsitzende Richterin Christine Pinkpank einen 35-jährigen Freund des Angeklagten mehr als eine Stunde gründlich als Zeugen vernommen hatte, bat die Verteidigerin um eine Sitzungsunterbrechung, weil es auch ihr „gesundheitlich nicht gut“ gehe. Nach einer Pause wurde der Prozess erneut unterbrochen. Zwei Zeugen verließen daraufhin das Gericht unverrichteter Dinge.

Bei der Vernehmung des Zeugen, der sich selbst als langjährigen Freund des Angeklagten bezeichnete, ging es darum, wann und wo sich der Angeklagte und seine damalige Freundin kennengelernt haben. Der Angeklagte hatte zu Prozessbeginn erklärt, er habe die junge Frau, damals noch ein 15-jähriger Teenager aus der Region Düren, erstmals im Herbst 2010 in einem Frankfurter FKK-Club getroffen. Dagegen hatte diese vor Gericht ausgesagt, sie hätte ihren neuen Freund in einem Kölner Lokal kennengelernt. Nachdem die beiden ein Paar geworden waren, habe der Mann sie unter Drohungen zum Anschaffen in den besagten Club nach Frankfurt gebracht. Nach einem Wechsel in ein Etablissement in Girbelsrath sei sie nach eigener Aussage vor Karneval 2011 geflüchtet. Inzwischen hat diese Clubanlage neue Betreiber beziehungsweise eine neue Geschäftsleitung.

Bei der jetzigen Zeugenvernehmung bestätigte der Freund des Angeklagten in einigen Punkten zwar dessen Version, musste sich aber von der Vorsitzenden Richterin vorhalten lassen, dass es zwischen seiner Aussage vor Gericht und der damaligen polizeilichen Vernehmung in mehreren Punkten erhebliche Abweichungen gebe. Der Zeuge wurde übrigens formal nicht entlassen, so dass er bei Prozess-Fortsetzung erneut befragt wird.

Ein Termin wird erst anberaumt, wenn der Verteidiger wieder fit ist. Die Frist endet am 3. April. Es müsste also vorher weitergehen, weil der Prozess sonst „platzt“.

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