Zugeparkte Radwege bleiben großes Manko

Von: Jörg Abels
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Noch nicht wirklich angenommen wird die neue Abstellanlage auf dem Kölntorplatz. Foto: Abels
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Größtes Ärgernis sind immer noch zugeparkte Schutzstreifen, die Radfahrer, wie im Bild auf der Schenkelstraße, zwingen, auf den Gehweg auszuweichen. Foto: Abels

Düren. Ein Lieferwagen fährt vor, stoppt, und schon ist der Radfahrerschutzstreifen blockiert. Der Radfahrer ist gezwungen, sich entweder in den fließenden Verkehr einzufädeln oder aber auf den Gehweg auszuweichen. Beides ist mit Gefahren verbunden.

Im aktuellen Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) haben 43 Prozent der 332 Teilnehmer der Stadt Düren in diesem Punkt eine glatte Sechs verpasst, weil Falschparker so gut wie keine Repressalien zu fürchten haben. „Wir haben schon beim vorletzten Fahrradforum kritisiert, dass Falschparken auf Radwegen im Bereich Schenkelstraße/Bismarckstraße zu wenig kontrolliert wird“, betont der Fahrradbeauftragte der Stadt Düren, Uwe Schmitz – ein deutlicher Appell an das Ordnungsamt.

Die mangelnde Falschparkerkontrolle auf Radwegen ist ein Grund, warum sich die Stadt im aktuellen Test im Vergleich zu 2014 nur geringfügig von 4,1 auf 4,0 verbessert hat und in der Rangliste der Städte zwischen 50.000 und 100.000 Einwohnern nur den 64. von 98 Plätzen belegt. Weiterhin kritisiert wird, dass Radfahrer an Baustellen meistens zum Absteigen und Schieben gezwungen werden (Schulnote 4,7).

Auch dieses Problem ist dem Fahrradbeauftragten bekannt. Daran will man beim Tiefbauamt der Stadt arbeiten. „Wir werden in Zukunft noch gezielter an die Baufirmen appellieren müssen, bei der Einrichtung von Baustellen an die Bedürfnisse von Radlern und auch Fußgängern zu denken“, betont Schmitz.

Dass hingegen Kritik geübt wird, weil es in Düren keine Möglichkeit gebe, ein Fahrrad zu mieten (5,0), kann Schmitz nicht nachvollziehen. Diese Einschätzung könne auf Unwissenheit beruhen, schließlich können im Fahrradparkhaus am Bahnhof Räder gemietet werden, erklärt Schmitz.

Auf der anderen Seite hat er aber auch festgestellt, dass es in Städten mit weniger als 100.000 Einwohnern sehr schwierig sei, ein Mietsystem via Smartphone-App mit mehreren Leihstationen zu etablieren, weil „die meisten Bürger in kleineren Städten ein eigenes Rad im Keller stehen haben“.

Schlechte Noten gab es beim Fahrradtest auch für die Breite der Radwege, die oft zu schmal seien (4,6), und für die Möglichkeit, Räder in Bussen mitzunehmen (4,5). Auch die Reinigung (4,2) und der Winterdienst (4,4) auf Radwegen lassen aus Sicht der Befragten noch zu wünschen übrig.

Lob gab es im Test hingegen für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums mit dem Fahrrad. Dieser Punkt wurde von den Teilnehmern der Studie mit 2,7 bewertet, dass die Ziele zügig erreichbar sind, mit 2,8, und die Beschilderung erhielt ein glattes „Befriedigend“.

Dass sich kaum geeignete Abstellanlagen finden (4,0), dürfte in Zukunft sicherlich nicht mehr kritisiert werden. Zusätzlich zur politisch heftig umstrittenen Fahrrad-abstellanlage an der Weierstraße wurde in der vergangenen Woche erst eine überdachte Anlage am neugestalteten Kölntorplatz errichtet. Diese bietet Platz für 15 Räder und verfügt neben einem Energie-Safe mit vier Schießfächern zum Laden von Fahrrad-Akkus auch über eine Pfand-Luftpumpe.

Und eine weitere Anlage soll Mitte Juni auf dem Wirteltorplatz errichtet werden, kündigt Uwe Schmitz an. Und – was die Radfahrer ebenfalls freuen wird – am Montag wurde auf der Kölnstraße zwischen Hohenzollernstraße und Kreisverkehr Friedrich-Ebert-Platz ein mit 1,50 Metern ausreichend breiter Radfahrerschutzstreifen markiert, um die Sicherheit der bergauffahrenden Radfahrer zu erhöhen.

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