Düren - Zucker, Früchte, Wasser und eine Prise Geheimnis

Zucker, Früchte, Wasser und eine Prise Geheimnis

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
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„Stracciatella-Zeit“: Wenn Ivo Bellenzier in seiner Eisdiele zum „Paddel“ greift, zerstößt er in der Eismaschine die Schokolade für eine der beliebtesten Eissorten.
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Redakteur Thorsten Pracht hat sich einen Vormittag lang als Eis-Mann versucht. Susanna Bellenzier hat ihm gezeigt, wie es geht.

Düren. Wenn Ivo Bellenzier in der Küche seines Eiscafés das große „Paddel“ in die Hand nimmt, dann ist „Stracciatella-Zeit“. Denn um diese beliebte Eisspezialität mit den knackigen Schokoladenstückchen herzustellen, muss die flüssige Schokolade fest und dann in kleine Stückchen zerbrochen werden.

Dafür braucht Ivo Bellenzier das große Paddel, das aussieht wie von einem kleinen Ruderboot.

Wenn die ersten warmen Tage des Jahres die Menschen vor die Türen locken, dann führt viele der Weg sofort in die Eisdielen, um eine erste Kugel zu genießen. Schließlich haben die meisten Eisdielen im Winter geschlossen. Auch die Familie Bellenzier hat – wie viele andere Eismacherfamilien – den Winter genutzt, um in der alten Heimat Italien nach einer anstrengenden Eissaison Energie zu tanken. Von Frühling bis Herbst heißt es schließlich: durcharbeiten. Seit einigen Wochen brummen in den Küchen wieder die Eismaschinen, Hörnchen und Becher werden über die Ladentheken gereicht.

Die Vielfalt der Eissorten ist in den vergangenen Jahren enorm gestiegen. „Aber letztendlich bleiben die meisten Menschen den traditionellen Sorten treu“, weiß Ivo Bellenzier. Vanille, Stracciatella, Schokolade, Nuss und Pistazien sind Sorten, die seit Jahrzehnten besonders häufig als Kugeln auf dem Hörnchen landen. „Die Modesorten laufen zwei Monate gut, danach will sie kaum jemand mehr essen.“ Zwölf Pasten in neuen Geschmacksrichtungen würde die Eisindustrie in jedem Jahr auf den Markt bringen.

Die Bellenziers setzen „nicht auf eine riesige Auswahl, sondern auf eine frische Zubereitung“. Die Redaktion durfte einen Blick in die Eisküche werfen und schauen, wie die kühlen Köstlichkeiten zubereitet werden.

Fruchteis wird bei den Bellenziers mit Wasser, frischen Früchten, Zucker, Bindemittel und „ein paar Geheimnissen“ zubereitet, erzählt Ivo Bellenzier. Mit einem riesigen Mixer, der eher an Baustelle als an Eisdiele denken lässt, werden die Zutaten gemischt. Dann geht es ab in die Eismaschine, wo per Knopfdruck aus der flüssigen Masse in wenigen Minuten eine cremige Erfrischung wird.

Für Milcheis werden Milch, Sahne, Wasser, Zucker, Eigelb und Eiweiß in einer großen Wanne erhitzt und dann wieder abgekühlt. Ein bisschen Kondensmilch und Butter, verrät der Chef, kommen noch hinzu. Aus dieser Grundmasse werden dann Nuss-, Schoko-, Vanille-, Pistazieneis & Co. zubereitet.

Aber warum machen gerade die Italiener ein so leckeres Eis? „Es gibt auch Menschen aus anderen Nationen, die gutes Eis machen“, findet Ivo Bellenzier. „Der große Unterschied ist das Ei, das wir Italiener für die Zubereitung verwenden.“

Ivo Belenzier ist gelernter Koch und eher zufällig in der Eisbranche gelandet. „Ein Mann aus einer der typischen Eisregionen in Italien hat mich gebeten, ihm ein Jahr lang zu helfen, weil er krank war“, erzählt er. Die Arbeit gefiel ihm, er blieb dem Eis treu. Und auch seine Frau ist seit 1984 in der Eisdiele in Düren tätig.

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