Zirkus Krone: Zwei Kinder schwimmen mit den Seelöwen

Von: Sarah Maria Berners
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Maurice Cürsgen aus Düren durfte am Freitag mit Seelöwen schwimmen. Nächstes Jahr macht er eine Delfin-Therapie. Foto: smb

Düren. Es hat nicht lange gedauert, dass waren Chico, Joey und Maurice auch schon dicke Freunde. Gemeinsam schwammen sie durch das kühle Becken, tollten umher und die Tiere gaben Flosse. Nur die Küsschen, die die beiden Seelöwen gerne verteilen, waren dem zehn Jahre alten Maurice dann doch ein bisschen suspekt.

Kein Wunder, schließlich sind Chico und Joey ziemlich groß, haben lange Schnurrhaare und wiegen zwischen 180 und 250 Kilo. Derzeit machen sie mit dem Zirkus Krone Station auf dem Annakirmesplatz.

„Fühlt sich gut an“

Maurice ist Autist. Im April kommenden Jahres wird der Dürener nach Curacao fliegen, um dort eine Delfin-Therapie zu machen. Peter Borsdorff, der Läufer mit der Sammelbüchse, unterstützt die Familie. „Maurice ist sehr unruhig“, beschreibt seine Mutter Jenny Cürsgen.

Von der Therapie erhofft sie sich, dass der Zehnjährige nicht mehr so leicht aus der Spur gerät, wenn eine Kleinigkeit seine gewohnten Strukturen durcheinanderbringt. Derzeit macht Maurice schon eine „Sonarium-Therapie“, bei der Delfinklänge vom Band abgespielt werden. „Das hilft enorm“, betont seine Mutter. Das Schwimmen mit den Seelöwen sei ein Test, ob Maurice mit Tieren ins Wasser geht.

Maurice ist sehr angetan von den wuchtigen Tieren, mit denen er in einem 100.000 Liter Wasser fassenden Pool schwimmen darf. „Das fühlt sich schön an“, sagt er, als Roland Duss, dem die Tiere gehören, seine Hand über Chicos Haut führt. Als die Seelöwen den Jungen mit ordentlichem Tempo durch das Becken ziehen, ist Maurice begeistert: „Das macht Spaß.“

Und auch Peter Borsdorff hat am Beckenrand seine Freude: „Normalerweise helfe ich den Menschen, indem ich ihnen Geld gebe. Heute kann ich sehen, wie zwei Kinder, denen es nicht immer gut geht, eine unbeschwerte Zeit erleben können.“ Denn auch der kleine Nils darf mit seiner Mutter Heike zu den Seelöwen ins Wasser.

Der dreieinhalb Jahre alte Junge aus Langerwehe ist körperlich behindert. Peter Borsdorff ist auch für ihn gelaufen, weil er ein teures Trainingsgerät benötigte, das dank vieler Spenden auch angeschafft werden konnte. „Ist es nicht schön zu sehen, wie Nils hier gerade strahlt?“, kommentierte Borsdorff vom Beckenrand.

Filmstar im Wasser

Petra und Roland Duss, vom Zirkus Krone, waren nach Vermittlung über Stephan Funken und Peter Borsdorff gerne bereit, Maurice und Nils eine Schwimmstunde mit den Zirkustieren zu ermöglichen. Eines davon ist übrigens in der TV-Serie „Hallo Robbie“ bekannt geworden.

„Es ist uns wichtig, Familien, die sonst vielleicht nicht immer Grund zum Lachen haben, eine fröhliche Zeit zu ermöglichen“, sagt Petra Duss. Tiere hätten eine besondere Wirkung auf Kinder und könnten helfen, Fortschritte zu erzielen.

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