Zerkaller Bütten: Bei der Produktion Hand anlegen

Von: sj
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Felix A. Renker wird während der DZ-Sommertour durch die Papierfabrik Zerkall führen und Einblicke in die Produktion ermöglichen. Foto: Johnen

Zerkall. Eine Wiege der Industrialisierung liegt im Kalltal. „Was heute so idyllisch aussieht, ist mit Stollen durchzogen. Von Naherholung konnte damals keine Rede sein“, sagt der Papierfabrikant Felix A. Renker. Als in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Wälder abgeholzt waren und die Erzbergwerke unwirtschaftlich wurden, verlagerte sich dieser Industriezweig ins Ruhrgebiet.

Schnell fasste jedoch die aufstrebende Papierindustrie Fuß in unserer Region.

„Der Standort Zerkall hat eine lange Tradition“, sagt Felix A. Renker, geschäftsführender Gesellschafter der Papierfabrik Zerkall. Und noch heute wird im Kalltal produziert: Die von Renkers Großvater Gustav im Jahr 1903 aufgebaute Fabrik zählt zu den letzten beiden deutschen Unternehmen, die Bütten auf dem Rundsieb herstellen. Teile der Fabrik gehen auf eine Wassermühle zurück, die amtlich erstmals 1512 erwähnt wurde. Vor den Schmelzöfen hatten die Mühlen eine Blütezeit erlebt.

Im Rahmen unserer kostenlosen Sommertour bieten wir zwölf Lesern die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen der Büttenpapier-Produktion in Zerkall zu werfen. Am Dienstag, 14. Juli, wird Felix A. Renker ab 10 Uhr eine Gruppe von DZ-Lesern exklusiv durch die Fabrik führen. Beginnend mit der Geschichte des Unternehmens und der Industriegeschichte des Kalltals werden die Teilnehmer der Tour dem Weg von der Anlieferung der Rohstoffe über die Fertigung bis hin zur Konfektionierung und Verpackung folgen.

Auch wenn bei der Herstellung der Zerkaller Echtbütten Maschinen zum Einsatz kommen, ist ein hoher Anteil der Fertigung noch Handarbeit. Die Teilnehmer der Führung werden selbst ausprobieren können, wie viel Fingerfertigkeit gefragt ist, wenn es darum geht, Büttenbögen auseinanderzureißen. Im Anschluss steht Felix A. Renker für Fragen unserer Leser zur Verfügung.

Heute werden in Zerkall neben Briefpapieren auch grafische Papiere für alle Druckverfahren und Künstlerpapiere hergestellt. Die Papierfabrik experimentiert mit verschiedenen Materialien. Etwa 70 Prozent der Produktion, zu deren Umfang der Geschäftsführer keine Angaben machen möchte, gehen in den Export.

Zu den Kunden gehörten und gehören auch Stars und Sternchen weltweit. Auch die Bundesrepublik Deutschland griff bereits auf Zerkaller Bütten zurück: Das Grundgesetz wurde auf diesem Papier gedruckt – ebenso die streng limitierten Faksimile-Drucke aus dem Jahr 2009.

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