Nideggen - Zentis kritisiert Nideggens Wehr, Brandschutzbedarfsplan vertagt

Zentis kritisiert Nideggens Wehr, Brandschutzbedarfsplan vertagt

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:

Nideggen. Die 1. Fortschreibung des Brandschutzbedarfsplanes ist am Dienstagabend im Nideggener Stadtrat gescheitert. Dies ärgerte den Christdemokraten Hubert Müller aus Wollersheim: „Es zeigt sich wieder einmal der Charakter des Rates. Hier geht es nur noch darum, wer wem schaden kann.”

Ob der Plan, der von der Feuerwehr erstellt worden ist, dem Rat wieder vorgelegt wird, ist fraglich. Die Wehrspitze trägt sich mit dem Gedanken, ihre Überlegungen zurückziehen. Bürgermeisterin Margit Göckemeyer appellierte, dies nicht zu tun: „Ich hoffe, dass wir eine Lösung finden.”

Der Reihe nach: 2002 war der erste Brandschutzbedarfsplan aufgestellt worden. Acht Jahre später beschloss der Rat, die erste Fortschreibung von der Feuerwehr erstellen zu lassen. Hätte sich ein externer Fachmann Gedanken gemacht, hätte die Stadt 30.000 Euro zahlen müssen. Dafür, dass die Wehr das Werk erarbeitete, erhielt sie die Zusage, dass keine Gerätehäuser geschlossen würden.

Im August 2011 legte die Wehrspitze den Plan vor, am 13. Dezember beschloss der Rat, den Plan am 14. Februar 2012 zu beschließen. Es kam nicht dazu. Ende Mai gab es ein interfraktionelles Gespräch mit der Wehrspitze. Am Dienstag beschäftigte sich das Gremium erstmals wieder mit der Fortschreibung.

In der Ratssitzung zeigte sich: Die Gedanken der Wehr überzeugten nicht alle Fraktionen. Norbert Klöcker (Unabhängige) vermisste die strategische Überlegung, ob nicht eine Zentralisierung auf drei Standorte effektiver sei. Gudrun Zentis (Grüne) bezeichnete vor dem Hintergrund der drohenden Überschuldung Nideggens das von der Wehr aufgeführte „Bötchen” für den Rursee und eine angeblich geplante Löschgruppe Neu-Abenden als zwei Ablehnungsgründe. Außerdem gefiel ihr der Tonfall der Wehr nicht.

Pro Brandschutzbedarfsplan sprachen Markus Fischer und Erwin Fritsch. Der christdemokratische Fraktionsvorsitzende sprach davon, dass „der Plan auf Kante genäht” sei. Der Sprecher der Menschen für Nideggen verwies darauf, dass der Wehr fast 70 aktive Mitglieder fehlten und stellte fest, dass im Plan kein Wort von einem neuen Standort in Neu-Abenden stehe.

Udo Hensch, dessen FDP-Fraktion dem Plan nicht zustimmen wollte, weil einige Punkte noch nicht abgeändert seien, brachte eine Vertagung ins Gespräch. Lothar Pörtner (Unabhängige) beantragte sie. Bruno Lauscher, der Stadtbrandmeister, kündigte an, den Plan zurückzuziehen. Es folgte der Appell der Bürgermeisterin. Der stellvertretende Wehrleiter Karl-Heinz Latz, der im nichtöffentlichen Teil der Sitzung einstimmig wiedergewählt wurde, sagte: „Wir werden beraten.” Und das Thema wurde vertagt.
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