Zeichen gegen Gewalt an Frauen

Von: Daniela Martinak
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Frauenbüro und Frauenforum ar
Frauenbüro und Frauenforum arbeiten Hand in Hand. Unter dem Motto „Frei leben” finden wieder Veranstaltungen anlässlich des internationalen Gedenktages „Nein zu Gewalt an Frauen” in Düren statt. Foto: Martinak

Düren. Jede vierte Frau in Deutschland ist von häuslicher Gewalt betroffen. 40.000 Frauen fliehen jährlich mit ihren Kindern in Frauenhäuser und beinahe jede zweite Frau wird am Arbeitsplatz sexuell belästigt. So lauten die Zahlen der Studie „Nein zu Gewalt an Frauen”.

1999 wurde der 25. November von den Vereinten Nationen als Gedenktag anerkannt. Zurückgehend auf die Ermordung dreier Schwestern im Jahr 1960, die vom militärischen Geheimdienst nach monatelanger Folter getötet wurden waren. „Der Gedenktag wird allein in der Bundesrepublik in über 1000 Städten genutzt, um ein Zeichen zu setzen. Auch in Düren werden aus diesem Anlass wieder Veranstaltungen stattfinden”, erklärt die Frauenbeauftragte der Stadt, Gilla Knorr.

Ziel des internationalen Gedenktages ist es, Gewalt gegen Frauen und Kinder öffentlich zu thematisieren, gesellschaftlich verankerte Gewaltstrukturen und Diskriminierung von Frauen sichtbar zu machen und für ein selbstbestimmtes, gleichberechtigtes und freies Leben einzutreten. Gewalt an Frauen sei nicht nur im Ausland ein Thema, betonte Knorr. Auch in der Nachbarschaft könnte jemand betroffen sein. Gewalt fange dabei bereits bei anzüglichen Bemerkungen und Beschimpfungen an.

„Den meisten Frauen fehlt einfach der Mut ,Nein zu sagen. Panik vor schlechten Beurteilungen auf der Abreit oder davor, verlassen zu werden, sind oft Grund dafür, zu all der Unterdrückung und Gewalt noch ein freundliches Gesicht zu machen”, verdeutlicht Petra Müller von „Frauen helfen Frauen”. „Gewalt an Frauen ist keinesfalls ein Problem am Rand unserer Gesellschaft.”

Seit vielen Jahren arbeitet das Frauenbüro der Stadt Düren mit dem Dürener Frauenforum an einem abwechslungsreichen Veranstaltungsangebot zu diesem Thema. Während die Dürener bisher hauptsächlich von Podiumsdiskussionen, Informationsabenden und Vorträgen profitieren konnten, hat sich das Frauenforum diesmal unter dem Motto „Frei leben” etwas Besonderes einfallen lassen. „In diesem Jahr lernen die Interessierten sich selbst zu verteidigen. Außerdem lernen sie eine Frau kennen, die ihr eigenes Schicksal auf eine berührende, eindrucksvolle Art preisgibt”, erklärt Gilla Knorr.

Sengül Obinger liest am Dienstag, 22. November, ab 19 Uhr im Komm-Zentrum aus ihrem Buch „Löwinnenherz. Wie ich mir meine Freiheit erkämpfte und dabei fast das Leben verlor” vor. Die 37-jährige Türkin lebte jahrelang in einer patriarchalen und bildungsfernen Parallelwelt. Nur knapp dem Ehrenmord entkommen, erkämpfte sie sich ein selbstbestimmtes Leben. Der Eintritt zur Lesung ist kostenlos.

Bei der zweiten Veranstaltung handelt es sich um einen Selbstverteidigungskurs. Alle Frauen ab 18 Jahren können lernen, wie sie mögliche Übergriffe und Gewaltsituationen frühzeitig erkennen, genauer einschätzen und sich erfolgreich dagegen wehren können. Der Kurs unter Leitung von Wendo-Trainerin Claudia Becker findet am Freitag, 25. November, von 15 bis 18 Uhr in der Fabrik für Kultur und Stadtteil statt. Die Teilnahme kostet zehn Euro.

Anmeldung und Informationen unter Tel. 02421/252260 oder im Internet.
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