Zehnjährige springt für erkrankte Darstellerin bei „Madame Butterfly“ ein

Von: Marvin Bergs
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Gelungene Aufführung: Madame Butterfly erzählt die Geschichte der jungen Geisha Cio-Cio-San. Foto: Marvin Bergs

Düren. Die Verbindung von italienischer Dramatik und der Exotik des alten Japans erleben konnte am Dienstagabend das Publikum im Haus der Stadt, denn die Moldawische Nationaloper gastierte mit „Madame Butterfly“ auf Dürens größter Theaterbühne.

Das mit Orchester, Chor und Solisten über 90-köpfige Ensemble tourt derzeit mit Giacomo Puccinis Meisterwerk durch Deutschland. Vor der Aufführung unter Regisseur Mihai Timofti stand für interessierte Besucher allerdings eine Einführung in die Entstehungsgeschichte und Rezeption des Werks durch die Künstlerische Leiterin des Hauses der Stadt, Monika Rothmeier-Szúdy, auf dem Programm.

So erfuhren die Zuhörer, dass die Erstaufführung der Oper im Jahre 1904 einem Debakel gleichkam, und diese daraufhin von Puccini überarbeitet wurde, ehe sie zu einem seiner größten Erfolge wurde. „Puccini widmete sich in seinen Werken oft Frauenfiguren und legte seinen Fokus vor allem auf die tragische Diskrepanz zwischen ihren Träumen und Hoffnungen und deren Scheitern. Sein Ziel war immer die Empathie, das Mitleiden der Zuschauer mit den Figuren“, beschrieb Rothmeier-Szúdy Puccinis Intentionen.

Und wie diese Empathie erzeugt wird, zeigten dann in der anschließenden Aufführung die Mitglieder des Ensembles aus der moldawischen Hauptstadt Chisinau: Mit Puccinis meisterhaften Kompositionen und überzeugendem Gesang und Spiel der Solisten wurde die Geschichte der jungen Geisha Cio-Cio-San erzählt, die im japanischen Nagasaki zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielt, und an deren Ende sich die Protagonistin aus Verzweifelung über ihre ausweglose gesellschaftliche und familiäre Situation für den Freitod als letzten Ausweg entscheidet.

Einen Anteil an der gelungenen Aufführung hatte dabei auch eine Dürenerin: Die zehnjährige Vivien Reiter wirkte als Kind von Cio-Cio-San mit, weil die reguläre Besetzung, die Tochter einer Darstellerin, erkrankt war. So konnte sich die bereits mehrfach ausgezeichnete Schülerin der Ballettschule Pahlke am Ende des Abends mit dem gesamten Ensemble die verdienten stehenden Ovationen der etwa 260 Zuschauer im Haus der Stadt geniessen.

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