Zahl der Unfallflüchtigen trübt positive Bilanz

Von: Jörg Abels
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13 Personen verloren bei Unfällen im Kreis im vergangegen Jahr ihr Leben, darunter vier Motorradfahrer, unter anderem Ostermontag auf der Landstraße 327 zwischen Niederau und Stockheim. Foto: Abels

Kreis Düren. Landrat Wolfgang Spelthahn spricht von einer wirklich „unschönen gesamtgesellschaftlichen Entwicklung”: Auch im Kreis Düren ist im vergangenen Jahr die Zahl der Unfallflüchtigen weiter gestiegen; und das sogar recht deutlich, um über zehn Prozent auf nunmehr 1550 Fälle.

Bereits bei jedem fünften Unfall macht sich der Verursacher aus dem Staub, ohne sich um den Schaden oder - noch viel schlimmer - in 92 Fällen um die Verletzten zu kümmern. Dass bei Unfallfluchten mit Personenschaden die Aufklärungsquote in den vergangenen Jahren auf mittlerweile Zweidrittel gesteigert werden konnte, lässt die Spitze der Kreispolizei aber nicht ruhen. Die Arbeit wird weiter intensiviert. Gleichzeitig appelliert der Landrat an die Bevölkerung, tatkräftig bei der Aufklärung mitzuhelfen.

Negative Aspekte einer durchaus positiven Statistik

Die steigende Zahl Unfallflüchtiger ist neben dem Anstieg getöteter Personen (von zehn auf 13) der einzige negative Aspekt einer ansonsten positiven Verkehrsunfallstatistik. Zwar ist auch die Zahl der Unfälle insgesamt um knapp acht Prozent auf 7452 gestiegen, ursächlich aber waren dafür vor allem Blechschäden infolge des langen Winters.

Viel erfreulicher: Die Zahl der Unfälle mit Verletzten fiel erstmals unter die 1000er-Marke. Bei 986 Fällen wurden 209 schwer (-16,1 Prozent) und 1055 leicht verletzt. „Bei den verunglückten Fußgängern, Rad- und Zweiradfahrern haben wir sogar den niedrigsten Stand im Zehnjahresvergleich erreicht”, freute sich Spelthahn, dass die Strategie der Polizei aufgegangen ist. Beispiel Motorradunfälle: „Es gelingt uns mit gezielten Maßnahmen immer besser, auf die Motorradfahrer einzuwirken”, verweisen der scheidende Direktionsleiter Heinz Bellen und sein Chef, Polizeidirektor Thomas Dammers, auf die erzieherische Wirkung der Schwerpunkteinsätze in der Eifel und den Einsatz des Provida-Krads, das seine abschreckende Wirkung nicht verfehlt. Spelthahn kündigte in diesem Zusammenhang an, in Zukunft Kameratechnik einzuführen, die Motorräder auch von hinten „blitzen”. Erste Erfahrungen mit dem „Superblitzer” ESU3.0 werden derzeit in NRW gesammelt.

Mehr Kinder und junge Erwachsene involviert

Insgesamt ereigneten sich 2010 im Kreis Düren 7452 Unfälle. 13 Personen wurden getötet, 209 schwer und 1065 leicht verletzt.

Um 50,5 Prozent angestiegen ist die Zahl verunglückter Kinder (unter 15 Jahre). Der Anstieg von 51 Fällen ist vor allem auf einen Schulbusunfall in Jülich mit 28 verletzten Kindern zurückzuführen.

Während die Zahl der beteiligten Jugendlichen mit 101 nahezu konstant blieb und die der 18- bis 24-Jährigen leicht zunahm, erreichte der Wert der Erwachsenen mit nur noch 637 einen Zehnjahres-Tiefstand, bei den Senioren ging die Zahl um 9,5 Prozent zurück.

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