Z & J investiert 3,3 Millionen Euro in den Standort Düren

Von: Stephan Johnen
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Etwa 320 Mitarbeiter stehen derzeit bei Z & J im Dürener Stadtteil Rölsdorf in Lohn und Brot. Die Zahl soll wieder steigen. Foto: Stephan Johnen
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„Wir sind in Düren aufgewachsen und wollen hier bleiben“, betont Metin Gerceker, Vorsitzender der Geschäftsführung.

Rölsdorf. Vergangenheit und Zukunft liegen bei der Z & J Technologies GmbH nur wenige Schritte voneinander entfernt. Eine auf den 24. April 1890 datierte Eisenplatte, die in einer der Werkhallen an der Monschauer Straße in der Auszubildendenwerkstatt hängt, erinnert daran, dass das Rölsdorfer Traditionsunternehmen, das 1877 als Zimmermann & Jansen gegründet worden ist, einst eine eigene Metallgießerei hatte.

Die Gießerei ist mittlerweile Geschichte, doch in der in Rölsdorf angesiedelten Forschungs- und Entwicklungsabteilung des Ende 2010 von der britischen Aktiengesellschaft IMI übernommenen Unternehmens wird an innovativen Produkten für die kommenden Jahrzehnte gearbeitet.

„Die Auftragsbücher sind gut gefüllt“, blickt Geschäftsführer Metin Gerceker, der seit Mai 2013 an der Rur verantwortlich zeichnet, optimistisch in die Zukunft. Im vergangenen Jahr sei eine hochmoderne Metallbearbeitungsmaschine angeschafft worden, mit der auch tonnenschwere und überdimensionierte Werkteile bearbeitet werden können. Kostenpunkt: 1,2 Millionen Euro. In diesem Jahr sollen 3,3 Millionen Euro in den (Haupt-)Standort Düren investiert werden. 320 Mitarbeiter sind dort beschäftigt, insgesamt arbeiten bei der Z & J-Gruppe mit weiteren Werken in den USA, Südafrika und China 600 Menschen. Der Umsatz lag zuletzt bei rund 100 Millionen Euro.

Armaturen von Z & J Technologies sorgen, stark vereinfacht formuliert, weltweit bei Industrieanlagen für die richtige Mischung in der Produktion. Sie kommen in der Petrochemie zum Einsatz, in Stahlhütten und bei der Glasherstellung. Ob gasförmig oder fest, ob minus 60 Grad oder 1450 Grad Hitze: Die Armaturen des Unternehmens sollen auch unter extremen Bedingungen präzise absperren und regeln. Nach eigenen Angaben ist das Unternehmen in vielen Segmenten unter den Weltmarktführern.

Mit der Millioneninvestition soll 2014 vor allem die Arbeitssicherheit noch weiter erhöht werden. „Wir sind ein historisch gewachsenes Unternehmen“, spricht Metin Gerceker die in mehrere auch getrennt voneinander liegenden Hallen verteilte Produktion an. Viele Gebäude stammen aus dem 19. Jahrhundert, es bestehe Sanierungsbedarf. „Auch kurze Wege in der Fertigung sind nicht gegeben, das stellt uns logistisch vor Herausforderungen“, spricht der Geschäftsführer davon, dass „ein Neubau auf der grünen Wiese“ die Produktionsabläufe optimieren würde – und letztlich Geld sparen könnte. Das Unternehmen wolle diese Möglichkeit untersuchen, stehe mit der Stadt Düren in Kontakt.

Soll die Produktion an einen anderen Standort oder in eine andere Stadt verlagert werden? „Wir sind in Düren aufgewachsen und wollen hier bleiben“, betont Metin Gerceker. Düren soll weiter der Hauptstandort bleiben. „Ein Neubau ist ein Traum“, sagt Gerceker. Erst einmal müsse die Wirtschaftlichkeit dieses Traums durchgerechnet werden.

Fest eingeplant ist jedenfalls eine Expansion des Unternehmens. „Wir wollen wachsen“, gibt Geschäftsführer Metin Gerceker den Kurs vor. „Dafür suchen wir motivierte und qualifizierte Mitarbeiter.“ 20 Azubis werden derzeit in der Produktion ausgebildet, die Zahl könne womöglich noch erhöht werden. Mit Blick auf den demografischen Wandel soll der eigene Nachwuchs an Facharbeitern ausgebildet werden. Gesucht werden darüber hinaus noch Konstrukteure, Projektingenieure und Vertriebsmitarbeiter. „Wir sehen in allen Segmenten noch Potenzial“, sagt Metin Gerceker.

An dieser Stelle spiele auch die Forschungs- und Entwicklungsabteilung eine große Rolle. Z & J Technologies profitiere auf der einen Seite von der 137-jährigen Erfahrung und wisse, „was der Markt fordert“. Das Unternehmen arbeite aber auch eng mit Kunden und Universitäten zusammen. Mit einer jüngst entwickelten Befüllvorrichtung für Hochöfen will die Firma neue Marktanteile hinzugewinnen. Mit Entwicklungen aus der Dürener Zukunftswerkstatt, die die „reine“ Armatur beispielsweise um ein Temperatur-Messsystem ergänzen, will der hochspezialisierte Hersteller auch den Wandel vom Schlüssellieferanten einzelner Komponenten zum Anlagenbauer voranbringen.

„Ein Hochofen ist ein Hexenkessel“, erklärt Ingenieur Markus Hansen die Erfindung, die in der Roheisenproduktion zum Einsatz kommt. Die Verhüttung sei eine Kunst für sich, was genau im Ofen geschieht, könne nur berechnet und erahnt, aber kaum „gesehen“ werden. Mit einem Temperatur- Messsystem und einer Radar-Sonde soll nun den Blick in den Hexenkessel ermöglichen, damit Rohstoffe zielgenauer zugeführt werden können. Effizienz und Präzision seien der Schlüssel zum Erfolg.

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