Yogalehrerin nimmt „Esoterik-Junkies“ auf die Schippe

Von: Jana Nierhoff
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Silvia Doberenz brachte den Anfängern beim Comedy-Abend die Erleuchtung. Foto: Thomas Lüttgens

Düren. Das ausverkaufte „Nachbrenner“-Einzelgastspiel der SWD-Comedy-Abende gab einen kabarettistischen Crashkurs zum Thema Bewusstseinserheiterung unter dem vielversprechenden Titel „Erleuchtung für Anfänger“.

Wenn sich Silvia Doberenz mit Witz und Scharfzüngigkeit über Sinn und Unsinn bei der Suche nach spiritueller Erfüllung auslässt, weiß sie, wovon sie spricht. In ihrem anderen Leben ist sie Yogalehrerin. Und diese Wissensbasis hebt ihr Programm von anderen platten Esoterik-Parodien wohltuend ab.

Nach einer ersten Reinigung des Raumes, damit die Energie wieder fließen kann, ging es los. Mit unterschiedlichen Figuren veranschaulicht sie auf äußerst komische Weise die verschiedenen Wege und Irrwege auf der Suche nach Sinn und „Erleuchtung“. Zunächst führt ihre Bühnenfigur Silvia die Karma-Karte anstelle der Payback-Karte ein und berichtet über ihr Leben vor ihrer aktuellen Reinkarnation.

Mit der Figur „Sächsin Sandra Sommer“ nimmt sie die typischen „Esoterik-Junkies“ auf die Schippe, die von einem Workshop zum anderen springen. Vom Sternzeichenklöppeln bis hin zur „Bestellung beim Universum“ probierte sie alles aus. In absolut absurder Selbstliebe hat sie sich schließlich gefunden und eine neue Art des Yoga speziell für die Männer entwickelt.

Täglich ab 19 Uhr verwandelt sich die „ESO-terikern“ zur „SM-oterikerin“: Die Demonstration dieser unsanften Yoga-Methode mit einem männlichen Opfer aus dem Publikum rief Begeisterungsstürme hervor. Die lächelnde Ananda Chandrakanda aus Neu Delhi referiert, wie man durch Lachyoga sinnlos glücklich sein kann und macht mit dem deutlich erheiterten Publikum die entsprechenden Übungen.

Für den Fall, dass es mit dem Lachyoga nicht so klappt, sollte man „sich doch einfach betrinken“, ist der lapidare Abschuss ihrer miesgelaunten Übersetzerin Yvonne. Doberenz übertraf sich mit jeder Rolle und bewies immer wieder ihre wortwitzigen Taten. Viele Mitmachübungen wie das Kronen-Chakra und der Körperdellenrock konnten das Publikum mitreißen. Immer wieder wurde die Stimmung durch Raumenergetisierungen und der „Om–Welle“ aufgeheizt. Frei nach dem Motto „omt als wenn’s kein Morgen gäbe“.

Am Ende wurde das Wichtigste zusammengefasst: Liebe dich selber regelmäßig, sei immer wieder sinnlos glücklich und erinnere dich, was du dir vor deiner Reinkarnation für dieses Leben vorgenommen hast. Das Publikum war begeistert und der Abend rundum gelungen – eine Erleuchtung der etwas anderen Art.

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