Merken - WVER gewinnt aus Klärschlamm Energie

WVER gewinnt aus Klärschlamm Energie

Von: Jörg Abels
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Dürens neues Wahrzeichen an der A4-Ausfahrt: In 22 Monaten schossen drei riesige Faultürme auf der Kläranlage Merken in die Höhe. Foto: Abels

Merken. Dürens Bürgermeister Paul Larue sprach in seiner Funktion als Verbandsratsvorsitzender des Wasserverbands Eifel-Rur (WVER) von einem markanten Bauwerk, das da in den vergangenen zwei Jahren an der Kläranlage Düren entstanden ist, von „drei riesigen Ostereiern”, die dem auf der A4 von Aachen kommenden Autofahrer signalisieren: „Jetzt kommst Du nach Düren.”

Mit der Inbetriebnahme der silber-glänzenden Faulbehälter begann am Mittwoch für den WVER eine neue Ära. War es bis vor wenigen Jahren noch undenkbar, die zu Zwei Drittel aus der Papierindustrie an der Rur zwischen Kreuzau und Düren stammenden Abwässer auszufaulen (siehe Info), tritt die 23,5 Millionen Euro teure Anlage nach aufwändigen Versuchen Aachener Wissenschaftler Anfang des Jahrtausends nun den Gegenbeweis an, mit dem positiven Nebeneffekt, dass zum einen die Menge des an der Kläranlage anfallenden Klärschlamms halbiert wird und zum anderen jährlich so viel Methangas bei der bakteriellen Abfallbehandlung entsteht, dass 70 bis 75 Prozent des gesamten Energiebedarfs der Kläranlage gedeckt werden können.

WVER-Vorstand Prof. Dr.-Ing Wolfgang Firk sprach von bis zu zehn Millionen Kilowattstunden Strom pro Jahr, die dem WVER bei den derzeitigen Strompreisen eine Ersparnis von rund 1,3 Millionen Euro jährlich einbringen.

Und weil zudem nur noch die Hälfte des bisherigen Klärschlamms verbrannt oder entsorgt werden muss, amortisieren sich die immensen Investitionskosten der Anlage ohne zusätzliche Belastungen für die privaten und gewerblichen Gebührenzahler im Einzugsbereich der Kläranlage, betonten Larue und Firk nicht ohne Stolz. „Mit den Kraftwerken an den Stauseen produziert der WVER damit nahezu die gesamte von ihm benötigte Energie selbst, sprach Paul Larue von einer „energieschonenden Wasserwirtschaft der Nachhaltigkeit”, die auch NRW-Umweltstaatsssekertär Alexander Schink in Vertretung von Minister Eckhard Uhlenberg lobte.

Der bei der mechanischen Abtrennung und der biologischen Reinigung im „Merkener Busch” anfallende Klärschlamm besteht zu zwei Drittel aus organischen Substanzen, ging Prof. Firk ein wenig detaillierter auf die neue Technik ein, die in den drei jeweils 6000 Kubikmeter großen Faulbehältern binnen 20 Tagen von speziellen Bakterien hauptsächlich in Methangas umgewandelt werden. In einem 3000 Kubikmeter fassenden Behälter wird das energiereiche Gas zwischengespeichert, ehe es anschließend in drei ebenfalls neu gebauten Blockheizkraftwerken direkt an der Anlage in Strom und Wärme umgewandelt wird. Mit letzterer werden die Temperatur in den Faulbehältern auf die für die Bakterien angenehmen 37 Grad Celsius erwärmt, und die Betriebsgebäude der Kläranlage im Merkener Busch geheizt. Der ausgefaulte und entwässerte Klärschlamm schließlich wird getrocknet und in den bereits 1975 errichteten Öfen der Kläranlage verbrannt.
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