Düren - Wortwitz und gehobener Unsinn beim „Wallstreet Theatre“

Wortwitz und gehobener Unsinn beim „Wallstreet Theatre“

Von: sj
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Die Comedy-Akrobaten Herr Schultze und Herr Schroeder begeisterten als „Wallstreet Theatre“ die Zuschauer im Komm-Zentrum. Foto: sj

Düren. Wann haben Sie zuletzt versucht, zu argentinischem Tango zu jonglieren und sich dabei nicht zum Clown zu machen? Eines vorweg: Lassen Sie es lieber. Wer das „Wallstreet Theatre“ im „Komm“-Zentrum gesehen hat, muss zwangsläufig sämtliche ambitionierten Pläne auf Eis legen.

 In Anzug, Schlips und Hosenträgern machten Herr Schultze (Christian Klömpken) und Herr Schroeder (Andreas Wiegels) bei ihrem Soloauftritt im Rahmen der „SWD.Kommedy.Abende“ eine derart verteufelt gute Figur, dass jeder Versuch der Nachahmung zum Scheitern verurteilt ist.

„Frog’n’Chips“ (Frosch und Fritten) heißt das Programm der Comedy-Akrobaten, das feinste englische Etikette und Haltung mit französischem Savoir-vivre vereint. Eine Mischung, die am Montagabend voll den Nerv der Zuschauer traf – Lachmuskelkater inklusive.

Komödiantisch

Ihr komödiantisch-akrobatisches Handwerk haben die Gentlemen in den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts an der Nationalen Britischen Circus- und Theaterschule „Circomedia“ in Bristol gelernt. Dass sie während ihrer gemeinsamen Zeit im Vereinigten Königreich auch den typisch englischen Humor aufgesogen haben, war für die begeisterten Dürener Zuschauer nur von Vorteil.

Jonglage traf auf britisches Understatement, Wortwitz auf gehobenen Unsinn in bester Monty-Python-Manier. Rhetorisch und auch akrobatisch erlebten die Besucher eine Potenzialentfaltung in Höchstform. Selten waren zwei Stunden so kurzweilig, was mitunter auch am dritten Theatermitglied lag, dem schlagfertigen „Froschçois“. Der französische Gastfrosch, der stets Panik hatte, im Kochtopf zu landen und mit einer typisch englischen Pfefferminz-Sauce serviert zu werden, erwies sich unter anderem als brillanter Chansonier und Trapezkünstler.

Als Pausenclown musste Handpuppe „Froschçois“ auch für den ein oder anderen Witz herhalten. Ein Beispiel gefällig? Also gut. Kommt ein Frosch in die Pathologie. „Was willst du denn hier?“, fragt der Pathologe. Der Frosch erwidert: „Laichen!“ Staubtrocken vorgetragen hat das eine humoristische Durchschlagskraft wie Knallfrösche in der Umkleidekabine: Von jetzt auf gleich ist richtig Stimmung in der Bude.

Die Komik des „Wallstreet Theatre“ entwickelte ihre größte Wirkung aus der Situation heraus, vieles muss man einfach mit eigenen Augen gesehen haben. Es kommt beispielsweise auch im „Komm“ nicht alle Tage vor, dass sich ein erwachsener Mann durch einen Tennisschläger zwängt oder zwei Gentlemen mit Bowler-Hüten jonglieren.

Hut ab, dass sie dabei noch so aussehen, als würden sie am Anschluss der Show von der Königin den Ritterschlag erhalten. Cool Britannia.

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