Niederau - Wondratschek liest aus seiner Erzählung „Mara”

Wondratschek liest aus seiner Erzählung „Mara”

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
wondra17_bu
Schlug das Publikum in den Bann: Der Schriftsteller Wolf Wondratschek wusste auch bei seinem dritten Auftritt in Düren zu überzeugen. Foto: C. Hahn

Niederau. Unter den deutschsprachigen Schriftstellern genießt er Star- und Kultstatus: Wolf Wondratschek (66), Autor mit Wohnsitzen in München und vor allem Wien. Auf Einladung des Kunstfördervereins Kreis Düren und seines Vorsitzenden Gerhard Quitmann las Wondratschek nun auf Schloss Burgau.

Im Gepäck hatte der prominente Gast ein bereits 2003 veröffentlichtes Werk: „Mara”, in dem er die Geschichte(n) eines Cellos und seiner Besitzer erzählt.

Reise durch die Zeit

Diese Reise durch die Zeit, die 1711 in der Werkstatt des großen Cremoneser Instrumentenbauers Antonio Stradivari beginnt und im Heute endet, gestaltete Wondratschek mit großer suggestiver Kraft. Zum einen verwob er eingespielte Musik und den Klang seiner Stimme, mit der er in der guten Stube von Niederau seinem Text Gestalt gab, zu einem intensiven Ganzen von großer atmosphärischer Dichte.

Es war, als ob Wondratschek bei seinen Zuhörern im ausverkauften Turmsaal des Schlosses so etwas wie ein Kino im Kopf erzeugen wollte: Sein Sprechen - vom Ton her etwas dunkel timbriert wie bei einem Cello - ließ dem Publikum gar keine andere Wahl als diesem Erzähler in das Innere seines Panoramas aus Historie und Psychologie zu folgen.

Mit italienischer Diktion

Denn „Mara”, das inzwischen auch als Taschenbuch herausgegeben wird, ist mehr als eine Reise durch Zeit und Raum. Ausgehend von seinem ersten Besitzer, nach dem dieses faszinierende Instrument benannt ist, versteht es der Verfasser, in seinem Buch etwas von der Magie der Musik und des Cellos - Wondratschek spricht dieses Wort stets mit singender italienischer Diktion aus - einzufangen.

Das förmliche Aussprechen eines solchen Textes konnte, zumal bei solcher Werkgerechtigkeit, nichts Anderes als pure Zauberei bedeuten. Beschwörend wirkte Wolf Wondratscheks Stimme allemal. Und darum dürfte es nach diesem Auftritt, seinem dritten in Düren, womöglich bald einen vierten geben.

Bürgermeister Paul Larue und Kulturförderer Quitmann haben es dem namhaften Besucher der Stadt jedenfalls jetzt schon nahe gelegt - mit erlesenem Rotwein, einem Becher mit Dürener Motiven und einer CD-Kollektionen mit Live-Einspielungen vom Heimbacher Kammermusik-Festival „Spannungen”.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert