Wollersheim: Chancen für einen Dorfladen stehen gut

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52 Wollersheimer signalisiert
52 Wollersheimer signalisierten in der Versammlung ihr Interesse an der Mitarbeit in den Dorfladen-Arbeitsgruppen.

Wollersheim. Volles Haus bei Informationsveranstaltung im Bürgersaal: Von den 650 Einwohnern Wollersheims hatten sich über 100 im Bürgersaal eingefunden, um sich über die Möglichkeiten zur Gründung eines neuen Dorfladens zu informieren.

Dies zeigt, wie groß der Wunsch der Bürger nach der Versorgung mit Lebensmitteln und Gütern des täglichen Bedarfs vor Ort ist. Diese Angebote sind vor allem zum Nachteil der älteren und nicht-mobilen Bevölkerung in Wollersheim nicht mehr vorhanden.

Die fehlenden Einkaufsmöglichkeiten wurden von den Einwohnern unter anderem auf einer vom Kreis Düren durchgeführten Dorfkonferenz im Herbst 2009 als Schwäche des Ortes thematisiert. Zu den dort benannten Lösungsideen gehörte auch ein bürgerschaftlich getragener Dorfladen.

Für die örtlichen Akteure um den Vorsitzenden der Dorfgemeinschaft Helmut Nagelschmidt und den Ortsvorsteher Hubert Müller bot sich nun mit der „Leader-Nahversorgungsinitiative” der von der Europäischen Union geförderten Leader-Region Eifel eine Möglichkeit, diese Idee einen wesentlichen Schritt weiter in Richtung Realisierung zu führen.

Die Leader-Region Eifel unterstützt in sechs Eifelgemeinden bürgerschaftliche Nahversorgungsprojekte mit EU-Fördermitteln, Know-How und Erfahrungsaustausch, wie Regionalmanager Alexander Sobotta erläuterte. Wichtige Partner in Wollersheim sind der Kreis Düren und die Stadt Nideggen. Walter Weinberger, Leiter des Amtes für Kreisentwicklung und Straßen, betonte das Anliegen des Kreises Düren, ein Modellprojekt zu unterstützen, das die Ergebnisse einer Dorfwerkstatt zur konkreten Umsetzung führt.

Ein Dorfladen, der Lebensmittelhandel und idealerweise weitere Angebote und Dienstleistungen bündelt, bedarf einer sorgfältigen Ermittlung der Machbarkeit. Die Feststellung der wirtschaftlichen Realisierbarkeit in einem ersten Schritt ist nun Bestandteil einer durch die Leader-Region Eifel und den Kreis Düren mit jeweils rund 3500 Euro finanzierten Untersuchung.

Dabei werden nicht nur die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ausgelotet, denn das Engagement der Wollersheimer Bürger für einen Dorfladen, einerseits als Kunden, aber auch im Sinne der Trägerschaft und des Betriebs, ist Grundvoraussetzung für das Gelingen des Projektes. Bei der Bürgerveranstaltung am Donnerstag informierte Berater Wolfgang Gröll, der vor allem in Süddeutschland schon viele Dorfläden von der ersten Idee bis zur Einrichtung begleitet hat, über Rahmenbedingungen und Chancen. Wolfgang Gröll machte den Wollersheimern Mut, denn aus seiner Sicht sind die Voraussetzungen vor Ort grundsätzlich gut, einen wirtschaftlich tragfähigen Laden gründen, denn Fördermittel sollten im Sinne der Nachhaltigkeit möglichst nicht in die Überlegungen einbezogen werden.

Zu diesen Voraussetzungen gehört auch die Bereitschaft der Bürger, das Dorfladenprojekt aktiv zu unterstützen. Gleich 52 Personen meldeten am Ende der Bürgerversammlung ihr Interesse an der Mitwirkung in den nun eingerichteten offenen thematischen Arbeitsgruppen an, zu deren Sitzungen die Dorfgemeinschaft in Kürze einlädt. Die Arbeitsgruppen sollen sich unter anderem mit möglichen Standorten und Trägermodellen befassen.

Parallel erhalten alle Wollersheimer Haushalte als Teil der Chancenstudie in den nächsten Wochen einen Fragebogen zu Einkaufsgewohnheiten und Wünschen an einen Dorfladen. Wolfgang Gröll betonte, dass aus seiner Erfahrung das Projekt schnell konkrete Formen annehmen kann, dass im Vorgründungsprozess aber regelmäßig die Möglichkeit zum Ausstieg besteht.

„Gehts nicht weiter, gibts keine Pleite”, fasste Gröll diese Option zusammen.
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