Wolfgang Spelthahn setzt auf starke CDU-Familie

Von: Stephan Johnen
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Die CDU setzt erneut auf Wolfgang Spelthahn. Zu den ersten Gratulanten gehörten Paul Larue (Mitte) und Josef Wirtz (MdL, rechts) Foto: Johnen

Düren. Seine Vorzüge wurden schon gepriesen, da war Wolfgang Spelthahn noch gar nicht der offizielle Bewerber. „Ich kann mir überhaupt keinen anderen Landrat vorstellen“, sagte Dürens Bürgermeister Paul Larue am Dienstagabend zu Beginn des CDU-Kreisparteitages im Winkelsaal von Schloss Burgau.

„Wolfgang Spelthahn ist gut für die Städte und Gemeinden im Kreis Düren“, ist Larue überzeugt. 95,6 Prozent der Delegierten teilten diese Einschätzung: Mit 68 Ja-Stimmen schickten die Christdemokraten den Landrat zum vierten Mal ins Rennen um den Chefsessel im Kreishaus. Am 13. September tritt der 52-Jährige gegen den SPD-Landtagsabgeordneten Peter Münstermann und Walter Peters von der AfD an. Drei Delegierte stimmten gegen eine Nominierung Spelthahns.

„Jemand, der Ideen hat“

Der Parteivorstand um den Kreisvorsitzenden Thomas Rachel (MdB) hatte Wolfgang Spelthahn die Kandidatur angetragen, einen anderen Bewerber gab es nicht. „Wolfgang Spelthahn ist jemand, der Ideen hat und handelt“, sagte Rachel. Von der Internationalen Kunstakademie Heimbach über die Nideggener Jugendherberge, das Jugendgästehaus in Jülich sowie das jugend- und sozialpolitische Projekt „Kein Kind zurücklassen“: Viel sei bereits bewegt werden, viele Aufgaben gelte es noch zu bewältigen.

„Der Indemann ist ein äußeres Zeichen eines neuen Weges“, nannte Rachel den Strukturwandel als „ganz besondere Herausforderung“. Als Seitenhieb auf den Berliner Koalitionspartner SPD und Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel forderte der Kreisvorsitzende und Parlamentarische Staatssekretär „Zeit für den Strukturwandel – keinen Strukturbruch“. Wolfgang Spelthahn und die CDU seien Garanten dafür.

Auch Dürens Bürgermeister geizte nicht mit weiteren Lob für den Parteifreund. Die Fusion der Sparkassen, die Einrichtung der Jobcom und die Lösung des Stadthallen-Problems seien Verdienste Spelthahns. „Du hast den Generalschlüssel zur Lösung gehabt – und niemand sonst“, widersprach Larue „dem Märchen vom Runden Tisch“.

„Besser hätte ich mich gar nicht vorstellen können“, scherzte Spelthahn nach den Reden Larues und Rachels. Doch das Personalpronomen „ich“ verschwand danach beinahe. „Das ‚wir‘ ist mir wichtig“, appellierte Spelthahn an die „CDU-Familie“, gemeinsam in den Städten und Gemeinden in den Wahlkampf zu gehen und zu kämpfen. „Unsere Stärke liegt nicht in der Präsentation einzelner Personen. Wenn wir zusammenstehen, sind wir beinahe unschlagbar. Unsere Stärke liegt in der Gemeinschaft“, ist er überzeugt.

Die Ausgangslage im Kreis Düren sei nicht leicht. „Tausende Arbeitsplätze sind über Nacht gefährdet“, kritisierte Spelthahn die in Berlin diskutierte „Klimaabgabe“ für Kohlekraftwerke, die das Aus für die Braunkohle bedeuten könne: „Wir sagen nicht kritiklos ‚Ja‘ zur Braunkohle, aber wir fordern Verlässlichkeit bei einem strukturierten Übergang.“

In Zukunft müsse es auch gelingen, die Haushalte zu konsolidieren. „Da haben wir auch keine großen Fortschritte gemacht“, räumte er ein. Angesichts steigender Kosten für Sozialausgaben fordert er, nicht zwischen freiwilligen und pflichtigen, sondern sinnvollen und falschen Ausgaben zu unterscheiden.

„Wir wollen mehr Personal im sozialen Bereich einstellen“, erklärte Spelthahn. Ein Schwerpunkt soll die Sozial- und Familienpolitik werden. Trotz sprudelnder Steuereinnahmen seien die Sicherungssysteme „bis zum Zerreißen gespannt“, die Jobcom betreue 23.000 Menschen in Bedarfsgemeinschaften, darunter 7500 Kinder. „Wir brauchen einen Paradigmenwechsel“, forderte Spelthahn.

Es sei sinnvoller, „rechtzeitig mehr Geld in die Vorsorge zu stecken“, beispielsweise in die Schulsozialarbeit. Auch müsse es in einer älter werdenden Gesellschaft gelingen, Familien besser zu unterstützen, damit Menschen möglichst lange selbstbestimmt zuhause leben können. Zudem will er den ÖPNV ausbauen und den Kreis als attraktiven Wirtschaftsraum bewerben.

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