Wohnqualität gegen Leerstand in Birkesdorf

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
straße
Dass auf der Zollhausstraße viele sanierungsbedürftige Altbauen unbewohnt, führt Baudezernent Paul Zündorf auf die hohe Verkehrsbelastung zurück. Foto: Jörg Abels
11191742.jpg
Auch Ladenlokale stehen bereits leer. Foto: Jörg Abels
11191750.jpg
Im alten Rathaus sieht er einen Ort für hochwertige Wohnungen. Foto: Jörg Abels

Birkesdorf. Eine sehr gute Verkehrslage in Richtung Autobahn und Innenstadt, verbunden mit einer sehr guten ÖPNV-Anbindung; Naherholungsmöglichkeiten im Rurpark; eine gute Vereinsstruktur und eine sehr gute Versorgungs- und Dienstleistungsinfrastruktur. Auf den ersten Blick kann Birkesdorf auf vielen Feldern punkten.

Dem Blick der Bauverwaltung aber sind auch negative Entwicklungen in Dürens größtem Stadtteil nicht verborgen geblieben. „Wir schauen als Stadtplaner immer in die Zukunft, um rechtzeitig gegensteuern zu können“, betont Paul Zündorf, der mit seinem Team sukzessive alle Stadtteile durchleuchtet.

In Birkesdorf hat der Baudezernent insbesondere die Durchgangsstraßen im Visier. Der ständig größer werdende Leerstand an der Zollhausstraße und der Nordstraße bereitet ihm Sorgen. „Wir haben an beiden Straßen einen hohen Anteil an sanierungsbedürftiger Altbausubstanz“, erklärt Zündorf, einhergehend mit einem schleichenden Rückgang des gewerblichen Fachhandels. Erste Ladenlokale stehen bereits leer.

Dass nicht oder zu wenig in die Altbausubstanz investiert wird, liegt aus Sicht des Baudezernenten vor allem an einem: „An der extremen Verkehrsbelastung auf der Nord- und Zollhausstraße.“ Die schrecke potenzielle Investoren ab.

Dem will Zündorf entgegenwirken. Wie? Der Baudezernent denkt an eine Umgestaltung des Ortskerns, an einen verkehrsverträgliche Rückbau der Hauptverkehrsstraßen, „damit es für den Durchgangsverkehr attraktiver wird, Birkesdorf zu umfahren“, vor allem über die B 56. Vorbild könnte aus seiner Sicht Rölsdorf sein. Dort haben die Veränderung des Straßenzuschnitts und der Ampelschaltungen schon vor Jahren dafür gesorgt, dass die meisten Verkehrsteilnehmer den Ortskern via Bahnstraße umfahren, so dass die Lebensqualität in der Ortsmitte gestiegen ist.

Dass die Aufgabe in Birkesdorf angesichts des größeren Anteils an Fachgeschäften schwieriger werden wird, ist Zündorf bewusst. Fehlender Durchgangsverkehr könnte sich negativ auf die Kundenfrequenz auswirken.

Auf die lange Bank schieben will Zündorf das Thema dennoch nicht. „Ich halte Birkesdorf für einen Stadtteil mit großen Vorzügen und Chancen, wir müssen aber den sich jetzt abzeichnenden Tendenzen entgegenwirken“, betont der Baudezernent. Schon im kommenden Jahr soll die Politik über die Möglichkeiten einer Umgestaltung von Zollhaus- und Nordstraße beraten. Zündorfs Ziel ist es, für 2017 und 2018 Zuschussanträge zu stellen. Mit Mitteln aus der Städtebauförderung könnte sich in Birkesdorf schon in drei bis fünf Jahren etwas tun.

Wo möglich will die Stadt weitere Weichen stellen, beispielsweise mit dem alten Rathaus. „Wenn wir die Strukturen in der Ortsmitte verbessern wollen, spielt das alte Rathaus eine zentrale Rolle“, betont Zündorf. Dort Flüchtlinge unterzubringen, wie jüngst von der „Ampel“ im Sozialausschuss gefordert, kommt daher für ihn nicht in Frage. Aufgrund der guten Substanz eigne sich das Gebäude hervorragend für den Bau hochwertiger Wohnungen. „Es gibt bereits aussichtsreiche Gespräche mit Investoren.“

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert