„Wohngebiet Weiherhof“: Bereits über 80 Bewerbungen für 42 Parzellen

Von: Jörg Abels
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Derzeit wird die Asche des ehemaligen Sportplatzes abgetragen, weitere Erdarbeiten folgen. Foto: Abels

Oberzier. Dass die Lage des geplanten „Wohnparks Weiherhof“ in unmittelbarer Nähe des Einkaufszentrums „Neue Mitte“, der Gesamtschule , des Freizeitparks und der Senioreneinrichtung „Sophienhof“ äußerst günstig ist, war Bürgermeister Hermann Heuser (SPD) von vornherein klar.

Die enorme Nachfrage – mittlerweile liegen der Gemeinde bereits 83 Bewerbungen für die 42 Bauparzellen vor –, ist für ihn aber auch Beleg für die Attraktivität der Gemeinde als Wohnort insgesamt.

„Derart groß war die Nachfrage noch bei keinem Baugebiet“, erklärt Bauamtsleiter Dirk Lauterbach. Und es kommen fast täglich neue Bewerbungen hinzu, zunehmend auch von Auswärtigen, die von der zentralen Lage zwischen Oberzier und Niederzier angelockt werden. Dabei gibt es bisher weder eine parzellenscharfe Aufteilung des gut drei Hektar großen Areals noch ist der Quadratmeterpreis bekannt, für den die Gemeinde die erschlossenen Baugrundstücke abgeben wird.

Der lag zuletzt im „Selhausener Driesch“ in Huchem-Stammeln bei 128 Euro. Ob dieser Betrag auch am „Weiherhof“ realistisch ist, ist noch offen. Auf jeden Fall soll es weiterhin einen Nachlass für kinderreiche Familien geben. „Wir können die Preiskalkulation erst vornehmen, wenn wir wissen, welche Kosten mit der Vorbereitung des Baufelds verbunden sind“, erklären Lauterbach und Heuser. Und das wird noch dauern. Das Auegebiet mit dem ehemaligen Aschenplatz des BC Oberzier, das frei von tektonischen Störungen ist, war in früheren Jahren eine Tongrube, die später mit Bauschutt verfüllt wurde.

Probebohrungen haben zwar ergeben, dass das verfüllte Material gesundheitlich absolut unbedenklich ist, damit die Gemeinde aber überall gegenüber den Bauherren die Standfestigkeit nachweisen kann, muss das Areal teilweise bis zu zwei Meter tief ausgekoffert werden. „Es werden rund 10.000 Kubikmeter Erdreich bewegt“, kündigt Lauterbach an. Das entspricht etwa 18.000 Tonnen oder 600 Lkw-Ladungen. Aktuell wird bereits der Belag des Ascheplatzes entfernt.

Nachdem zwischenzeitlich in einem Artenschutzgutachten auch nachgewiesen wurde, dass keine geschützten Tiere durch das künftige Wohngebiet gefährdet werden, rechnet Lauterbach damit, dass der Gemeinderat im ersten Quartal den Bebauungsplan genehmigen kann. Danach soll mit der Erschließung begonnen werden, die Grundstückvergabe könnte im Spätsommer folgen. Die erfolgt stets in nicht-öffentlicher Sitzung des Rates. SPD-Fraktionschef Ortwin Clever kündigte aber bereits an, angesichts der hohen Nachfrage bei der Vergabe auch geheime Abstimmung zu beantragen, um persönlichen Angriffen von Nichtberücksichtigten gegen einzelne Ratsmitglieder vorzubeugen. In der Vergangenheit sei das Abstimmungsverhalten trotz Verschwiegenheitspflicht in der Öffentlichkeit breitgetreten worden, prangert Clever an.

Noch unklar ist, ob die Gemeinde bei der Vergabe der 42 Bauparzellen ihre bisherigen Kriterien beibehält. Diese besagen, dass 75 Prozent der Grundstücke an Einheimische vergeben werden müssen, nur 25 Prozent an auswärtige Bewerber gehen dürfen. Um den Zuzug von Neubürgern zu forcieren und damit die Infrastruktur zu sichern, ist für Heuser auch ein 50:50-Schlüssel denkbar. Einen Beschluss dazu gibt es aber noch nicht. Angesichts der großen Nachfrage überlegt die Verwaltung schon jetzt, weitere Baugebiete in der Achse Niederzier/Oberzier zu schaffen. „Es gibt noch einige Möglichkeiten, die wir im neuen Flächennutzungsplan berücksichtigen wollen“, kündigt Lauterbach an.

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