Wohnen in der Kirche: St. Bonifatius wird umgebaut

Von: Stephan Johnen
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Die Nordfassade und die Westfassade der Bonifatiuskirche sollen in ihrer ursprünglichen Gestalt erhalten bleiben. Foto: Stephan Johnen

Düren. Noch sind es Pläne, doch der Umbau der Bonifatiuskirche wird immer konkreter. Nach einem Ideenwettbewerb wurden drei Entwürfe vorgestellt. Der Kirchenvorstand hat nun dem Sieger des Wettbewerbs, dem Düsseldorfer Architekturbüro „Hypothese Architekten“, den Auftrag erteilt, die Planung weiter zu verfolgen.

„Wenn alles gut läuft, können wir im kommenden Sommer mit den Arbeiten beginnen“, ist Pfarrer Hans Otto von Danwitz optimistisch. Geplant sind 20 barrierefreie Wohnungen auf drei Etagen. Auch ein Mehrzweckraum, der Platz für 80 bis 100 Personen bietet und für Gottesdienste genutzt werden kann, ist Teil des Konzepts. Die bisherige Taufkapelle soll Andachtskapelle werden, die täglich für Besucher geöffnet sein könnte. „Die Idee, für die wir uns entschieden haben, ist der Neuansatz, eine Gemeinde aufzubauen“, ist von Danwitz überzeugt, dass die Pläne auch in der Gemeinde auf „überwiegend positive Resonanz“ stoßen. Seitdem die Gremien der Pfarre bekannt gegeben hatten, die Kirche umwidmen zu wollen, regte sich zum Teil heftiger Widerstand. Ein Förderverein gründete sich, der die Kirche als Kirche erhalten möchte.

Auf den ersten Blick wird sich nicht viel ändern, verspricht Achim Schmitz: „Der vertraute Charakter der Kirche soll erhalten bleiben.“ Auch die Einbettung der Kirche und des Pfarrheims in die Architektur der gesamten Straße soll gewährleistet bleiben. Die Nordfassade und die Westfassade bleiben überwiegend unangetastet. Die südorientierte Fassaden soll über Gauben zum Garten hin geöffnet werden. Als weitergehende Idee schlagen die Düsseldorfer Architekten vor, im Süden den Kirchenbau und den ehemaligen Pfarrgarten mit einer Wohnbebauung zu begrenzen. „So könnte eine geschlossene Bebauung mit horizontaler Kante entstehen“, sagt Schmitz. „Wie in einem Kloster.“

Doch nicht Abschottung sei geplant, sondern eine Öffnung. „Wir planen ein Haus im Haus“, erklärt Schmitz die Idee des Mehrzweckraums, der sich auf einem Teil der Grundfläche über die gesamte Höhe des Kirchenraums erstreckt. Der Großteil des ehemaligen Kirchenraums wird auf drei Etagen zur Wohnfläche. Über Gänge und Fenster ist die Anbindung an den „öffentlichen“ Raum aber gegeben. Zusätzlich wird ein Aufzug installiert. „Leben mit St. Bonifatius“ ist das Konzept überschrieben: Jung und Alt sollen in und um die Bonifatiuskirche herum leben. Wir bauen so, dass eine Pflegebetreuung möglich ist“, lässt Pfarrer Hans Otto von Danwitz weitere Entwicklungsmöglichkeiten offen. Kooperiert werden könne mit dem Haus St. Anna.

In der ersten Kalkulation sind Baukosten von etwa 1,7 Millionen Euro veranschlagt. „Es gibt aber noch keine substanzielle Untersuchung des Bauwerks“, sagt Achim Schmitz. Auch müsse noch geklärt werden, welche Fördermöglichkeiten es gibt.

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