Wochenmarkt: Weniger Händler, aber keine Sorgen

Von: Carsten Rose
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Das Gegenteil von Samstag: Unter der Woche haben die Fußgänger mehr Platz auf dem Dürener Wochenmarkt. Foto: C. Rose
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Der Sprecher der Marktbeschicker: Frank Schmutzler. Foto: C. Rose

Düren. Breitere Gassen, kürzere Wege: Wer Gedränge beim Einkaufen auf dem Dürener Wochenmarkt vermeiden will, der geht am besten dienstags oder donnerstags. An diesen Tagen herrscht weniger Betrieb als samstags – weil weniger Händler ihre Stände aufbauen. Kann man daraus Rückschlüsse für die Zukunft ziehen? Wie steht es um den Dürener Wochenmarkt?

„Für das kommende Jahr sieht es so aus, als würden alle weitermachen. Es hat noch keiner abgesagt“, sagt Thomas Pieck vom Dürener Ordnungsamt. Würde ein Händler keinen neuen Vertrag unterzeichnen, die jeweils für ein Jahr gelten, dann hätte das laut Pieck keine großen Auswirkungen: „Wir haben noch Bewerbungen, Lücken könnten direkt geschlossen werden.“

Das Ordnungsamt habe für 2017 noch keine neuen Plätze vergeben, weil der Marktplatz im Zuge des Masterplans umgestaltet wird, und die Händler daher im März auf den Rathausvorplatz umziehen. Dort gibt es weniger Raum als bisher auf dem Marktplatz, was insbesondere für die unregelmäßigen Beschicker ohne Vertrag zum Nachteil werden kann: Wer spontan kommen will, wird künftig eventuell das Nachsehen haben, wenn alle regelmäßigen Beschicker vor Ort sind.

19 Händler aus dem Kreis

In diesem Jahr haben 42 Händler feste Zuweisungen von der Stadt erhalten: 38 für alle drei Termine in der Woche (dienstags, donnerstags, samstags), drei nur für den Samstag, einer für Dienstag und Samstag. Dazu kommen laut Pieck etwa zehn Händler, die wöchentlich spontan entscheiden, nur die Zeit vor Weihnachten wählen oder nur drei Monate im Jahr auf dem Markt stehen. „Die Zahl der Beschicker ist in den vergangenen Jahren konstant geblieben“, sagt Pieck. 19 Beschicker kommen aus dem Kreis Düren, der Rest unter anderem aus der Bornheimer oder Heinsberger Kante, aus Aachen und Kerpen.

Die Zahl der Beschicker unter der Woche nimmt aber sichtbar ab: Am vergangenen Donnerstag zum Beispiel standen 30 Händler auf dem Marktplatz – acht weniger als rein mit den festen Zuweisungen möglich wäre. Theoretisch könnte man mit den unregelmäßigen Beschickern auf mehr als 40 kommen. Wenn Händler mit festen Zuweisungen regelmäßig fehlten (die Standmiete wird trotzdem bezahlt), könnten Verträge widerrufen oder nicht verlängert werden, erklärt Pieck. „Wir kontrollieren schon regelmäßig.“

Bundesweit gibt es mehr als 3300 Wochenmärkte. In den vergangenen sechs bis acht Jahren seien einige jedoch um bis zu 50 Prozent geschrumpft, heißt es seitens der Deutschen Marktgilde, einer Genossenschaft der Marktbeschicker.

Gründe für die Situation in Düren nennt der Imker Frank Schmutzler. Er ist Sprecher der Beschicker des Wochenmarktes. „Viele überlegen sich, was attraktiver ist: ein Hofladen oder immer nach Düren kommen? Andere Händler wollen auch nicht immer frühmorgens zum Großmarkt fahren“, sagt Schmutzler.

Jene Händler, die auf dem Großmarkt einkaufen, hätten laut Schmutzler preislich kaum eine Chance gegen die regionalen Erzeuger auf dem Wochenmarkt, weil die Ware auf dem Wochenmarkt genauso viel kostet wie auf dem Großmarkt.

Apropos Preis: Vermiesen die Discounter Markthändlern das Geschäft? „Nein“, sagt Schmutzler, die Supermärkte seien keine Konkurrenz. „Ich denke schon, dass sich der Wochenmarkt durchsetzen wird. Den Dürener wird's noch lange geben“, sagt Schmutzler. Zum Vergleich: Ein Kilo Braeburn Äpfel ist auf dem Markt teilweise 30 Cent günstiger als im Supermarkt um die Ecke.

Obsthändler Hans-Peter Wollseifen, der in der dritten Generation den Familienbetrieb vertritt, sagt auch, dass man nicht gegen die Preise der Discounter kämpfe, sondern gegen das Kaufverhalten. „Viele würden gerne auf den Markt, denke ich“, sagt der 59-Jährige, „aber es fehlt die Zeit. Also geht es einmal zum Großeinkauf in den Supermarkt.“

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