Wo in Düren liegt die Zukunft des Stadtmuseums?

Von: Burkhard Giesen
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Düren. Wenn die Stadt Düren nach der Sommerpause über die Frage entscheiden wird, ob das Gebäude, in dem sich das Stadtmuseum befindet, angekauft werden soll, dürfte die Mehrheit des Rates mit Ja votieren. In einem interfraktionellen Gespräch ist dies bereits Konsens.

Der Hauptgrund: „Mit dem geplanten Ankauf der Immobilie an der Arnoldsweilerstraße, für den im laufenden Haushalt 100.000 Euro vorgesehen sind, schafft man eine klare Zukunftsperspektive, die dann auch die Einwerbung von Fördermitteln für die abschnittsweise bauliche Sanierung des Gebäudes auf Landesebene möglich macht.“ So formulierte es zumindest kürzlich der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Rainer Guthausen. Ob die klare Zukunftsperspektive für das Stadtmuseum aber tatsächlich in diesem Gebäude liegt, darf man eher bezweifeln.

Warum soll das Gebäude überhaupt angekauft werden?

Das Gebäude gehört der Sparkasse Düren und war früher eine Zweigstelle. Auslöser für die Diskussion um den Ankauf war das Finanzamt. Das hatte moniert, dass die Sparkasse das Gebäude unter Wert vermieten würde und gleichzeitig den Mieter auch noch bezuschusse. Die Lösung: Kauft die Stadt der Sparkasse das Gebäude ab, ist das Problem mit dem Finanzamt gelöst und die Sparkasse eine schwer verkäufliche Immobilie los, während auf der anderen Seite der Förderverein des Stadtmuseums langfristige Planungssicherheit erhalten und so beispielsweise auch Fördergelder der NRW-Kulturstiftung erhalten könnte.

Was spricht gegen einen Ankauf?

Zum einen der Zustand des Gebäudes. Der Betonbau aus den 1970er Jahren müsste saniert und umgebaut werden. Um das Gebäude langfristig nutzen zu können, hatte die Stadtverwaltung den Sanierungsbedarf mit mindestens 500.000 Euro angegeben. Die Summe ist allerdings umstritten. Hinzu kommt auch die Überlegung, dass es sinnvoller sein könnte, dass Stadtmuseum noch zentraler in der Stadt zu verankern. Die SPD-Fraktion spricht beispielsweise von einer Kulturmeile zwischen Hoeschplatz und Pleußmühle, in der auch das Stadtmuseum seinen Platz finden soll.

Wie müsste das Gebäude ertüchtigt werden?

„Uns geht es um die museumsmäßige Ertüchtigung“, sagt etwa Bernd Hahne vom Stadtmuseum. Sein Wunsch: die Terrasse sollte überbaut werden, damit die Ausstellungsfläche erweitert werden kann. Zudem ist an den Einbau eines Aufzuges gedacht, damit das Museum barrierefrei wird. In der Verwaltung wird das kritisch gesehen, weil man damit in die Struktur des Gebäudes eingreift.

Das könnte zum einen Auswirkungen auf den Brandschutz haben, für den viel Geld investiert werden müsste, zum anderen auf die Schadstoffproblematik. Zwar besagt ein Gutachten, dass „keine Grenzwert- beziehungsweise Richtwert-Überschreitungen von Schadstoff-Immissionen erfasst“ wurden, die gleichen Gutachter empfehlen aber dringend weitere Schadstoffmessungen, weil bei PCB-Messungen in der Vergangenheit die Grenzwerte im Erdgeschoss und im Dachgeschoss um das Dreifache überschritten wurden.

Was spricht für einen Ankauf?

Vor allem, dass es zum Ankauf keine Alternative gibt. Andere Standorte werden entweder vom Stadtmuseum abgelehnt oder sie stehen nicht zur Verfügung. Die von der Ampel-Koalition ins Gespräch gebrachte Peschschule wird ebensowenig frei, wie die Marienkirche. Die Idee, der Museums-Förderverein könnte das Gebäude selbst erwerben, würde den Verein überfordern.

Welche Ziele verfolgen die Parteien?

Alle Parteien sind sich einig, dass im Stadtmuseum eine hervorragende Arbeit geleistet wird. Immerhin ist das Stadtmuseum das besucherstärkste Museum in Düren. Einig ist man sich auch, dass die Verantwortlichen des Stadtmuseums eine planbare Perspektive benötigen. Die CDU sieht diese langfristige Perspektive am Standort Arnoldsweilerstraße und will nebenbei damit auch die diskutierte Verlagerung der Peschschule verhindern und jegliche Diskussion um die derzeitige Nutzung der Marienkirche beenden.

In der Ampel-Koalition hingegen geht man von einer Übergangslösung für die nächsten fünf Jahre aus und hat die Hoffnung, dass dann ein neuer Standort gefunden werden kann. Berechnungen, man könne dann mit dem Abriss des Gebäudes und dem Verkauf des Grundstücks sogar noch einen Gewinn erzielen, sind aber deutlich mehr als unrealistisch.

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