Wo Dorfgemeinschaft noch groß geschrieben wird

Von: Sandra Kinkel
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Seit 1963 gibt es im Nörvenicher Ortsteil Dorweiler an Weiberfastnacht einen Karnevalszug. Was mit drei Frauen und einem alten Kinderwagen angefangen hat, hat sich zu einem richtig tollen Umzug mit farbenprächtigen Kostümen und viel Musik gemausert. Auch Vereine aus Nachbardörfern machen mit. Foto: Sandra Kinkel
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Seit 1963 gibt es im Nörvenicher Ortsteil Dorweiler an Weiberfastnacht einen Karnevalszug. Was mit drei Frauen und einem alten Kinderwagen angefangen hat, hat sich zu einem richtig tollen Umzug mit farbenprächtigen Kostümen und viel Musik gemausert. Auch Vereine aus Nachbardörfern machen mit. Foto: Sandra Kinkel
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Nörvenich-Dorweiler. Wenn in Dorweiler, einem kleinen Ortsteil der Gemeinde Nörvenich, eins noch wirklich gut funktioniert, dann ist es die Dorfgemeinschaft. „Bei uns wird Zusammenhalt noch sehr groß geschrieben“, sagt Achim Kott, Präsident der Dorweiler Schützenbruderschaft. „Das wird bei unserem Karnevalszug an Weiberfastnacht ganz besonders deutlich.“

Kott, 53, weiß ganz genau, wovon er spricht. Weiberfastnacht, schmunzelt der selbstständige Messebauer, sei sein Dorf Dorweiler so etwas „wie Klein-Köln“. „Das ist wirklich so. Der ganze Ort ist auf den Beinen, alle machen mit. Rund 100 Leute gehen allein bei unserem Karnevalszug mit. Und das bei einem Dörfchen mit nur rund 240 Einwohnern. Wir haben aber trotzdem noch genügend Zuschauer“, lacht Rott. „Weil eben längst nicht nur Menschen aus Dorweiler bei uns gucken kommen.“

Drei Frauen und ein Kinderwagen

1963, also vor 53 Jahren, hat es zum ersten Mal einen Karnevalszug an Weiberfastnacht in Dorweiler gegeben. Lina Justen, Elisabeth Anton und Maria Schmitz haben sich damals kurzerhand mitsamt Kinderwagen und lustig kostümiert auf den Weg durch ihren Ort gemacht. „Diese drei Damen“, erzählt Achim Kott schmunzelnd, „waren und sind sehr karnevalsbegeistert. Aber 1963 gab es an Weiberfastnacht kaum Karnevalsaktivitäten in Dorweiler.

Und das wollten die drei Frauen ändern. Vor allem, weil ja Weiberfastnacht eigentlich im Rheinland der wichtigste Tag des Straßenkarnevals ist. So ist der Dorweiler Weiberfastnachtszug eigentlich aus einer ziemlich spontanen Aktion heraus geboren.“ Bis heute ist es zumindest im Kreis Düren der einzige Umzug an Fettdonnerstag.

Anfangs hat die Dorweiler Karnevalsgesellschaft den Zug organisiert, mittlerweile haben die Schützen diese für den Ort so wichtige Aufgabe übernommen. Achim Knott: „Früher gab es in Dorweiler noch viele Vereine. Wir hatten eine Bastelgruppe, den Fußballverein, die Karnevalsgesellschaft, den Tambourcorps und natürlich die Schützenbruderschaft. Heute sind nur der Tambourcorps und die Schützen übrig geblieben. Die anderen Vereine haben sich aufgelöst.“

Nachwuchssorgen

Trotz Zusammengehörigkeitsgefühl sei es in Dorweiler nicht anders als in anderen kleinen Gemeinden. „Es ist schwierig, junge Leute zu finden, die sich engagieren möchten“, sagt Kott. „Die Leute sind einfach beruflich so stark eingespannt, dass für Vereinsarbeit wenig Zeit bleibt.

Weil die Schützenbruderschaft mit 112 Mitgliedern der größte Verein im Ort ist, liegt in deren Händen seit einigen Jahren die Organisation des Karnevalszuges. „Die Planungen“, sagt Achim Kott, „sind natürlich für dieses Jahr längst abgeschlossen. Ich denke, Dorweiler kann sich auf Weiberfastnacht freuen.

Es werden wieder einige Wagen im Zug vertreten sein.“ Natürlich sei die Vorbereitung des Zuges viel Arbeit. „Aber diese Arbeit macht Spaß und lohnt sich“, sagt Kott. „Weil sie eben von den Menschen in unserem Dorf und auch von denen in unseren Nachbardörfern so gut angenommen wird.“

Mit von der Partie beim Dorweiler Zug sind wieder verschiedene Nachbarschaftsgruppen aus dem Ort, die Schützen und der Tambourcorps, die Dorfjugend, die befreundeten Karnevalsgesellschaften der Nachbarorte Poll und Pingsheim und natürlich die „Dorweiler Frauen“. „Die Frauen“, erzählt Achim Kott, „sind immer eine ganz besondere Augenweide, weil sie sehr ausgefallene Kostüme anhaben. Die werden übrigens selbst geschneidert. Die Frauen waren schon als Bienchen in unserem Zug dabei und als Marienkäfer.“

Die Kostüme der jecken Damen, ergänzt Kott, seien immer bis zur letzten Sekunde vor dem Beginn des Zuges geheim. „Sozusagen ‚top secret‘. Das ist auch für mich jedes Mal wieder eine große Überraschung.“

Rund anderthalb Stunden zieht der Umzug durch Dorweiler, manchmal dauert er sogar länger. „Es ist halt so,“ erzählt Achim Kott, „dass die meisten Zugteilnehmer die Menschen am Straßenrand gut kennen. Das ist auch eine Besonderheit bei uns, die dazu führt, dass die Leute immer wieder stehen bleiben, klönen und einfach Spaß haben.“

Klar, dass es in Dorweiler an Weiberfastnacht auch „Kamelle“ gibt und zwar nicht zu knapp. Und auch hier kommt die gute Dorfgemeinschaft wieder ins Spiel. „Für unser Wurfmaterial“, berichtet Achim Kott, „machen wir immer eine Dorfsammlung. Das heißt, wir sammeln Geld, für das wir Bonbons und Schokoladen kaufen.

Und das Wurfmaterial wird dann an die Zugteilnehmer verteilt.“ Und die Dorweiler haben sich in diesem Jahr sehr großzügig erwiesen. „Über 600 Euro sind zusammengekommen“, freut sich Achim Kott. „Aber auch das zeigt eben, wie groß der Zusammenhalt ist, und wie wichtig den Dorweilern ihr Zug ist.“

Übrigens ist Fettdonnerstag der einzige Karnevalstag, an dem in Dorweiler gefeiert wird. „Nach dem Zug treffen wir uns und lassen den Tag gemeinsam ausklingen. Und an den anderen Karnevalstagen sind wir in unseren Nachbarorten unterwegs.“

Zum Beispiel in Pingsheim und Poll. Achim Kott: „Da gehen wir natürlich auch mit dem Zug mit. Die bereichern unsere Veranstaltung an Weiberfastnacht. Da ist es doch klar, dass wir das umgekehrt auch machen.“

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