Düren - Wirtschaftsgutachten: Nietan will alle an einen Tisch holen

Wirtschaftsgutachten: Nietan will alle an einen Tisch holen

Von: Ingo Latotzki
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Wünscht sich alle relevanten Gruppen an einem Tisch: SPD-Kreis-Vorsitzender Nietan. Foto: inla

Düren. Alle Kräfte bündeln, sämtliche Potenziale nutzen. So will Dietmar Nietan die Zukunft Dürens gestalten. Der 50-Jährige ist Bundestagsabgeordneter der SPD, Bundesschatzmeister seiner Partei und Kreisvorsitzender der Sozialdemokraten. Deshalb habe er sich „selbstverständlich mit dem Wirtschaftsstrukturgutachten für die Stadt Düren beschäftigt“.

Die Untersuchung hat in den vergangenen beiden Wochen für Aufsehen gesorgt, weil Düren in dem über 150 Seiten starken Werk keine guten Noten erhielt. In Düren fehlten qualifizierte Arbeitsplätze und hochwertiger Wohnraum. Zu viele gut Ausgebildete verließen täglich die Stadt, außerdem sei die Sozialstruktur durch niedrigere Einkommen und Bildung geprägt, stellten die beiden Gutachter Professor Dr. Michael Gramm und Dr. Lothar Mahnke fest.

Dietmar Nietan sagt, es ginge nun darum, die „richtigen Schlüsse zu ziehen“. Selbstkritik sei notwendig, überdies ein gemeinsames Handeln über Parteigrenzen hinweg. „Düren hat Potenzial“, sagt er, „es wird nur nicht ausreichend genutzt.“ Bürgermeister Paul Larue müsse nun die „großen Themen angehen“. Er, Nietan, habe schon vor Jahren vorgeschlagen, „all die, die sich lokal, regional und überregional für die Stadt einsetzen zusammenzuholen, um Lösungen zu erarbeiten, die Düren weiterbringen“. Das sei bisher nicht geschehen. Nietan meint etwa die Landtagsabgeordneten, die Parlamentarier im Bundestag, Vertreter in Aufsichtsgremien oder Geschäftsführer, die ebenfalls über gute Netzwerke verfügten.

Mit Nietan selbst, dem CDU-MdB und Parlamentarischen Staatssekretär Thomas Rachel und Oliver Krischer, Sprecher der Bündnis-Grünen für Energiepolitik, hat der Kreis Düren allein drei Abgeordnete, die sich an der Spree längst einen Namen gemacht haben. Andere Städte vergleichbarer Größe können diese Kompetenz kaum vorweisen.

„Wir können Türöffner und Wegbegleiter auf verschiedensten Feldern sein.“ Diese Möglichkeiten müssten nur genutzt werden, unabhängig von Parteizugehörigkeiten. Ähnlich sieht es auf Landesebene aus. Mit Rolf Seel, Josef Wirtz (beide CDU), Peter Münstermann (SPD), Gudrun Zentis (Grüne) und Ingola Schmitz (FDP) stellt die Region gleich fünf Parlamentarier, die sich in Düsseldorf für Düren einsetzen könnten. Mindestens ein- bis zwei Mal im Jahr sollten sich alle Kräfte treffen, um Chancen für die Stadt auszuloten und Projekte in Angriff zu nehmen.

„Keine Diskussionen“ gibt es für den SPD-Bundesschatzmeister, dass Düren – wie geplant – der Indeland-Gesellschaft beitritt und sich „aktiv“ in die Innovationsregion Rheinisches Revier einbringe.

Düren müsse sich, so Nietan, auch als Schulstadt neu positionieren. Es brauche den „großen Wurf“, alle Ideologien müssten über Bord geworfen werden. Die SPD dürfe nicht allein auf einer zusätzlichen Gesamtschule bestehen, die CDU müsse sich von ihrer „starren Haltung“ im Hinblick auf das dreigliedrige Schulsystem verabschieden. Düren brauche Gymnasien, Sekundar- und Gesamtschulen. Es müsse sich herumsprechen, dass die Stadt innovative Angebote macht.

Das gelte auch in ökonomischer Hinsicht. Das Thema Logistik müsse weiter verfolgt, die Wirtschaftsförderung der Stadt Düren „endlich personell gestärkt werden“. Diese Ausgaben müssten als Investition in die Zukunft gesehen werden.

Dass der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Weschke zuletzt die Qualität des Gutachtens in Frage stellte, weil seiner Ansicht „einige Zahlen nicht stimmen“, kritisiert Nietan. „Herr Weschke sollte aus der Untersuchung lieber die richtigen Lehren ziehen und sich nicht im Klein-Klein verlieren“.

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