Düren - Wirtschaftsförderung begleitet Unternehmen durch die Talsohle

Wirtschaftsförderung begleitet Unternehmen durch die Talsohle

Von: Christoph Lammertz
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Eine Chance für Düren? Für die Gesundheitswirtschaft ist die Stadt ein guter Standort, sagt Heinz Mannheims. Er hofft zum Beispiel auf die Ansiedlung von Herstellern orthopädischer Hilfsmittel. Foto: ddp

Düren. Es gibt leichtere Aufgaben als die, der sich Heinz Mannheims aktuell zu stellen hat. Wirtschaftsförderung in Krisenzeiten, heißt die Herausforderung.

Unternehmen in der Stadt Düren beim Weg durch die Talsohle begleiten und zugleich die Weichen für eine positive Entwicklung des Wirtschaftsstandorts Düren zu stellen: Das klingt nach einer Herkulesaufgabe. Erst recht, wenn man weiß, dass dafür nur zwei Vollzeit- und zwei Halbtagskräfte im Stellenplan des Dürener Rathauses vorgesehen sind.

„Wir könnten mit mehr Personal sicherlich mehr erreichen”, sagt der Chef der städtischen Wirtschaftsförderung. „Meine Vorstellung ist, dass wir wie Streetworker arbeiten, um näher an den Entwicklungen in den Dürener Unternehmen und Betrieben zu sein.” Oft erfahre er erst von Schieflagen, wenn es schon fast zu spät ist. Dabei stehe die Dürener Wirtschaft seiner Arbeit sehr positiv gegenüber. „Wenn wir unsere Hilfe anbieten, sind wir bisher überall auf offene Türen gestoßen”, freut sich Mannheims.

Dabei seien die Hilfsangebote je nach Größe des Unternehmens natürlich unterschiedlich: „Kleineren Firmen können wir zum Beispiel helfen, indem wir Vermittlungsgespräche mit Banken führen. Größeren, indem wir die Kontakte herstellen, die etwa für Landesbürgschaften nötig sind.” Um frühzeitiger mit den Problemen und Bedürfnissen der Wirtschaft vertraut zu werden, ist das Unternehmerfrühstück aus der Taufe gehoben worden.

Dabei setzen sich Vertreter der Stadt mit den unterschiedlichen Branchen an einen Tisch. „Das ist nicht nur eine gute Gelegenheit, über aktuelle Entwicklungen zu sprechen, sondern auch um gemeinsam die Potenziale aufzuzeigen, die Düren hat.” Denn trotz Krise dürfen die Weichenstellungen für die Zukunft nicht verpasst werden, weiß Mannheims. Und so arbeitet er ganz konkret an zwei Projekten, die Düren weiter nach vorne bringen sollen: die Ansiedlung eines Gaskraftwerks im Gewerbegebiet Talbenden/Rurbenden und die Profilierung Dürens als Standort der Gesundheitswirtschaft.

Beim Thema Gaskraftwerk hat Düren sozusagen das Finale erreicht. Vattenfall hat das niederländische Energie-Unternehmen Nuon übernommen und damit auch die Pläne zum Bau eines neuen Kraftwerks von der Größenordnung, die zur Versorgung einer Stadt wie Aachen ausreicht. „Von 120 möglichen Standorten sind zwei übrig geblieben, einer davon ist Düren”, sagt Mannheims. Mit einer Entscheidung rechne er im kommenden Frühjahr.

Beim Thema Gesundheitswirtschaft ist längerer Atem gefragt. „Die ganze Region sieht Zukunftspotenzial in diesem Bereich, nur Düren hinkt noch hinterher, obwohl wir mit drei Allgemeinkrankenhäusern, der Landesklinik und einer Reihe von Sozialstationen die Partner dieser Wirtschaft vor Ort haben”, erklärt Mannheims. Die Stadt in dieser Branche als guten Standort zu positionieren, sei eine der größten Herausforderungen für die Wirtschaftsförderung.

Es reiche heute nicht mehr, merkt Mannheims an, Gewerbefläche zu günstigen Preisen anzubieten: „Ansiedlungswillige Unternehmen erwarten ein Energiekonzept, das eine günstige Versorgung garantiert, perfekte Internetverbindungen und vieles mehr.” Auch deshalb liegen zum Beispiel die Erweiterungspläne für das Gewerbegebiet „Im großen Tal” auf Eis. Es gehe zunächst darum, ein Konzept zu erarbeiten, betont Mannheims. Und auch die Art des Werbens um neue Unternehmen habe sich grundlegend geändert: „Früher reichte es, Anzeigen zu schalten. Heute müssten die Unternehmen oder Multiplikatoren direkt angesprochen werden.

Die Beteiligung an Erfolg versprechenden Kampagnen der gesamten Wirtschaftsregion Aachen kosteten viel Geld. „Wir brauchen also nicht nur mehr Personal, sondern auch mehr Sachmittel”, sagt Mannheims. Da kommen ihm die jüngsten Absichtserklärungen der Politik, die städtische Wirtschaftsförderung zu stärken, gerade recht. Woher das Geld in der finanziellen Situation der Stadt kommen soll, ist allerdings eine Frage, die noch nicht beantwortet ist.
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