Düren - Wirteltor-Schüler werden zu „Plastikpiraten“

Wirteltor-Schüler werden zu „Plastikpiraten“

Von: Jörg Abels
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Schüler der Klasse 7a des Wirteltor-Gymnasiums wurden am Donnerstag zu „Plastikpiraten“ und nahmen die Plastikbelastung der Rur unter die Lupe. Foto: Jörg Abels
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Staatssekretär Thomas Rachel war erstaunt, was sie an Müll so alles fanden. Foto: Jörg Abels

Düren. Auf den ersten Blick sehen die Rur und das Ufer im Bereich des Willy-Brandt-Parks sauber aus. Die Schüler der Klasse 7a des Gymnasiums am Wirteltor (GaW) aber wollten es genau wissen. Im Rahmen der vom Bundesforschungsministerium geförderten Aktion „Plastikpiraten – Das Meer beginnt hier“ gingen sie am Donnerstag der Verschmutzung des Gewässers auf den Grund.

Der zwölfjährige Tim schnappte sich mit einigen Mitschülern ein feinmaschiges Netz, um zu bestimmen, wie viel Mikroplastik mit der Rur Richtung Meer gespült wird, seine Mitschülerin Sophie nahm mit einer anderen Gruppe einen Quadratmeter am Ufer genau unter die Lupe. Und was die Schüler in nur wenigen Stunden so alles fanden, war schon besorgniserregend. Plastikflaschen- und -folien, andere Verpackungsmaterialien, ja selbst einen Gartenzwerg und Teile einer Computertastatur.

„Erschreckend, aber gleichzeitig die Wahrheit“, stellte Thomas Rachel (CDU, MdB) fest. Der Forschungsstaatssekretär machte sich vor Ort ein Bild von den Ergebnissen der GaW-Schüler. „Vor allem der Blick durchs Mikroskop hat den Schülern gezeigt, dass Mikroplastikteilchen überall sein können und bis in die Nahrungskette gelangen können“, erklärte Biologielehrer Jeanette Röper.

Die „Plastikpiraten-Aktion“ soll helfen, diese Wissenslücke zu schließen und die Öffentlichkeit stärker für die Thematik zu sensibilisieren, betonte Rachel. „Die Aktion im Rahmen des ‚Wissenschaftsjahres Meere und Ozeane‘ ist eine Riesenchance, dem Thema ein Gesicht zu geben.“ Dabei freute ihn besonders, dass sich in Düren gerade Schüler seines ehemaligen Gymnasiums an der bundesweiten Jugendaktion beteiligten.

Die Idee der „Plastikpiraten“ stamme aus Chile, berichtete Rachel und sei von seinem Ministerium gerne aufgegriffen worden. Noch bis zum 18. November gehen bundesweit junge „Plastikpiraten“ auf Exkursion. Mehr als 140 Schulen beteiligen sich bereits. Ihre Ergebnisse werden auf einer digitalen Deutschlandkarte dokumentiert und von der Kieler Forschungswerkstatt ausgewertet.

Nach Auskunft des Bundesforschungsministeriums gelangen jedes Jahr bis zu 13 Millionen Tonnen Müll in die Meere, ein Großteil davon wird über Bäche und Flüsse dorthin transportiert. Immerhin wären viele Deutsche offenbar bereit, höhere Kosten zu akzeptieren, wenn Lebensmittelproduzenten zum Schutz der Meere zunehmend auf Plastikverpackungen verzichten und umweltschonendere Alternativen verwenden würden, verweist das Ministerium auf eine Forsa-Umfrage.

Weitere Ergebnisse: 90 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Erforschung der Plastikbelastung der Meere stattlich gefördert werden soll. Zudem glauben 87 Prozent, dass die Auswirkungen von Plastikmüll auf die Gesundheit des Menschen nicht ausreichend bekannt sind. Gut die Hälfte weiß nicht, dass in vielen Kosmetikartikel kleine Plastikpartikel enthalten sind.

Zur Erforschung und Vermeidung von Plastikmüll in der Umwelt hat das Bundesforschungsministerium erst im Juni ein dreijähriges Förderprogramm mit einem Volumen von 28 Millionen Euro aufgelegt.

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