Wirte müssen deutlich mehr für Sky bezahlen

Von: Daniela Martinak
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Wirte wie Nebi Esati ärgern sich: Sie müssen für die Bundesliga-Übertragung deutlich mehr an Sky zahlen. Foto: Daniela Martinak

Düren. Nach einem nahezu fußballfreien Sommer startet endlich die 1. Fußball-Bundesliga. Jetzt heißt es für viele Fans wieder live dabei sein – wenn auch nur vor dem Fernseher. Doch Fans, die die Spiele bisher in einer Gaststätte bei einem Bier und mit Freunden gesehen haben, könnten eine böse Überraschung erleben.

Deutschlandweit kündigen Gastwirte ihre Sky-Abos. Denn der Bezahlsender hat die Preise kräftig erhöht. Mehr als das Doppelte müssen manche Betreiber berappen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband geht davon aus, dass auch im Kreis Düren aus weniger Kneipen „Tooooooor“-Rufe zu hören sein werden.

„Das ist doch alles eine Riesensauerei! Ich habe Ende Juli das Schreiben erhalten, in dem darauf hingewiesen wird, dass ich jetzt 67 Prozent mehr zahlen muss“, schimpft Nebi Esati, der seit fünf Jahren „Harry‘s American Bar“ in Düren betreibt. Er ist stinkwütend. Die Fußballfans mögen die familiäre Atmosphäre, außerdem gehört auch ein frisch gezapftes kühles Blondes dazu. Doch vielleicht ist damit bald Schluss, zumindest im „Harry‘s“. Sky will monatlich statt 221 Euro nun satte 475 Euro von dem Wirt haben. „Dass alles teurer wird, habe ich verstanden.“ Eine moderate Erhöhung hätte er hingenommen. „Aber das ist eine Frechheit“, tobt der Wirt. Und: Das teure Abo muss auch in der bundesligafreien Zeit bezahlt werden. In „Leo‘s Brauhaus“ in Kreuzau muss nur das Stichwort „Sky“ fallen und das Personal läuft rot an. „Ich könnte ausrasten“, gibt Kellnerin Silke Jahn zu. „Man muss ja bald denken, dass sich alle gegen die Gastronomie stellen. Erst das Nichtraucherschutzgesetz und jetzt das.“ Zu einer guten Kneipe gehöre doch nun mal Fußball. Als „reine Abzocke“ bezeichnet sie die Erhöhung.

Auf Sky angesprochen, Frank Hammant grummelt zwar, aber „mich betrifft das zum Glück nicht“. Letztendlich kommt es auch auf die Lage der Kneipe an. Kurz: Dort, wo viele Menschen leben, dort, wo es Vereine in der ersten und zweiten Bundesliga gibt und dort, wo die Menschen genügend Geld für Kneipenbesuche haben – dort wird es künftig teurer. Deshalb kommt Hamannt als Besitzer von „Bei Hämmer“ in Vettweiß glimpflich davon. Er spart künftig sogar drei Euro. Dennoch sagt er: „Das Geld, was wir monatlich bezahlen müssen, bekommen wir niemals rein.“

Und wie reagieren die Gaststätten auf die neue Situation? Kündigen wollen sie nicht, so sehr es auch schmerzt, wenn die Rechnung ins Haus flattert. „Man müsste zusammenhalten. Wenn ich kündige und meine Kollegen nicht, verliere ich meine Gäste an die Konkurrenz“, erklärt Leo Hamacher.

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