„Wird die Kirche geschlossen, fehlt das Herz des Stadtteils“

Von: Fred Schröder
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„Wir wollen die Chance, die Kirche zu erhalten“, sagte Peter Lochner vom Förderverein. Foto: fsj

Düren. Auch wenn derzeit positive Signale so gut wie nicht zu erkennen sind: Der Förderverein St. Bonifatius-Kirche Düren gibt seinen Widerstand gegen die angekündigte Schließung der Gemeindekirche im Dürener Osten nicht auf. „Viele Dürener möchten diese Kirche erhalten wissen“, betonte der Vorsitzende Peter Lochner vor rund 30 Personen in einer Versammlung.

„Wird die Kirche geschlossen, dann fehlt das Herz des Stadtteiles“, sagte Martin Koudelka, wie Peter Lochner und Alexander Bledowski kürzlich in den Kirchenvorstand der Großpfarre St. Lukas gewählt. Diese Wahl („Wir haben Unterstützung aus anderen Gemeindepfarren erhalten“) sieht Peter Lochner als ein Signal, „diese Kirche zu erhalten“.

In dem Kirchenvorstand von St. Lukas scheint dazu die Bereitschaft allerdings nicht zu bestehen, wie Martin Koudelka nach der ersten Kirchenvorstandssitzung berichtete. Man will wohl in dem Gremium nicht mehr über das Thema sprechen und weigert sich nach Koudelkas Aussage auch, die drei Mitglieder aus St. Bonifatius in dem Arbeitskreis mitarbeiten zu lassen, der sich mit der künftigen Verwendung des Gotteshauses St. Bonifatius beschäftigt. „Wir wollen die Kirche erhalten und sind auch bereit, die Unterhaltungskosten von 35.000 Euro aufzubringen“, sagte sie.

„Wunderlich“ nannte Lochner die Absicht, rund vier Millionen Euro in den Umbau der Kirche in ein Haus für Betreutes Wohnen zu investieren. „Wenn man keine 35000 Euro hat, woher kommen dann die vier Millionen?“, fragte Lochner.

Das Klagelied gegen die Schließung der Kirche ist deutlich. „Die Leute haben sich nach dem Krieg diese Kirche vom Mund abgespart und mit Knochenarbeit aufgebaut“, schilderte Elisabeth Pawlik im Namen der polnischen Gemeinde, die seit elf Jahren in St. Bonifatius ihre Heimat hat. „Da kommen 400 Gläubige; die würden rund um St. Anna nicht genügend Parkplätze finden.“ Und dass den älteren Gläubigen weite Wege zu anderen Kirchen nicht zuzumuten sind, wurde mehrfach deutlich gemacht. Gerhard Bruns als Vorsitzender des Kirchenchores ließ keinen Zweifel daran, dass sich bei Entwidmung der Kirche der Chor auflösen werde.

Sehr kritisch ging Stadtverordneter Thomas Floßdorf mit dem Bistum Aachen ins Gericht. „Es ist nicht zu verstehen, dass ein Gespräch verweigert wird und das Hausrecht entzogen wurde. Auf den Brief meiner Fraktion an den Bischof kam ein Null-Acht-Fünfzehn-Schreiben, nicht mal vom Bischof unterzeichnet.“ Im Stadtrat, sagte Floßdorf, habe man die Bebauungsänderung als Grundlage für die Einrichtung Betreutes Wohnen zunächst einmal von der Tagesordnung zu nehmen.

Vizebürgermeister Rainer Guthausen ließ anklingen, die erste im Bistum nach dem Ende des Krieges gebaute und konsekrierte Kirche eventuell unter Denkmalschutz zu stellen. Und aus den Kreisen der Versammlung kam eine andere Idee: „Warum wird St. Bonifatius nicht zur Beerdigungskirche? Ideal am Friedhof gelegen, genügend Platz zum Parken und auch Gelegenheiten für den Beerdigungskaffee“, so der Vorschlag.

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