Wird die Burg Disternich zum Luxushotel?

Von: Burkhard Giesen
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Burg Disternich steht seit Jahren leer und soll nun samt Verwaltungstrakt verkauft werden, so der Plan von Herbert und Herbert-Andreas Hillebrandt. Foto: Burkhard Giesen
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Auf Burg Disternich scheint die Zeit still zu stehen. Foto: Burkhard Giesen
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Die Ausstattung innen ist edel – davon zeugt nicht nur das marmorne Schwimmbad. Foto: Burkhard Giesen

Disternich. Herbert Hillebrand entgeht nichts. Wer mit ihm das rund 100.000 Quadratmeter große Areal auf Burg Disternich abmarschiert, sollte besser einen Notizblock dabei haben. Eine kaputte Latte im Zaun der Pferdekoppel stört ihn ebenso, wie am Wegesrand aufgeschichtete Äste. „Bestell‘ mal einen Container“, ruft er seinem Sohn Herbert-Andreas Hillebrand zu.

Auf Burg Disternich scheint die Zeit still zu stehen. In den früheren Konferenzräumen sind die Tische noch eingedeckt, im rustikalen barraum im Kellergewölbe fragt man sich, wo der Kellner bleibt, um die Bestellung aufzunehmen. Seit Jahren stehen die Gebäude leer, jetzt könnte ein Hotel dort Einzug halten.

„Wir müssen hier eine Lösung finden. Man kann die Räumlichkeiten nicht weiter leerstehen lassen“, sagt Herbert Hillebrand. Der Immobilienkaufmann hat einen klanvollen Namen. Er wurde in den 1970er Jahren vor allem auch dadurch bekannt, dass er sanierungsbedürftige Burgen und Schlösser aufkaufte. Hillebrand war nicht nur für die Medien der „Burgenkönig“. Burg Disternich, sagt er, sei seine erste Burg gewesen, die er mit 24 Jahren erworben habe. Heute ist er 77. Das erklärt aber auch, warum Hillebrand an dem Objekt hängt.

Der frühere Baudirektor des Kreises Düren, Ernst Mathes, war es, der Hillebrand auf das Objekt aufmerksam gemacht hatte. „Er wollte, dass das Objekt erhalten bleibt“, erinnert sich Hillebrand. Die Vorburg war damals komplett verfallen, das Herrenhaus stark sanierungsbedürftig. Hillebrand lebte nach der Sanierung selbst viele Jahre in der Wasserburg. Später hatten die Vereinigten Aluminiumwerke hier ihren Sitz, danach die Jagdfeldgruppe. Hillebrand hatte das Gebäude schon früh seiner Tochter Laeticia übereignet; sie lebt heute in den USA.

„Ein Objekt ist immer nur so gut, wie seine Nutzung ist“, sagt Hillebrand. Für eine angedachte Hotelnutzung könnten die Hauptburg und der Bürotrakt ideal sein: Schwimmbad, Kegelbahn, Konferenzräume, Tennishalle, ein riesiger Park, ein See, Pferdekoppeln, ein Wildgehege und ein eigenes Grillhaus – als das geben Gebäude und Areal her. 420 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche gibt es in der Hauptburg, 790 Quadratmeter im Bürotrakt. „Ein Kölner Bauunternehmer möchte hier ein Luxushotel einrichten“, erzählt Hillebrand.

Der Knackpunkt

Das war auch der Grund, warum er einen entsprechenden Bauantrag an die Gemeinde Vettweiß gerichtet hatte: „Wir wollten vorab klären, ob solch ein Projekt Aussicht auf Erfolg haben kann und eine gewerbliche Nutzung möglich ist.“ Knackpunkt dabei war weniger der Umbau und die Nutzung als Hotel, sondern vielmehr die Frage, ob am Rand des riesigen Areals neun Baugrundstücke für Einfamilienhäuser ausgewiesen werden können. Hillebrand: „Hier haben wir von der Gemeinde die Zusage erhalten, dass das im nächsten Jahr im neuen Flächennutzungsplan berücksichtigt werden soll. Das ist wichtig, damit sich das Gesamtprojekt rechnet.“

Auch wenn bereits erste Zeichnungen existieren, wie das Hotel später einmal aussehen könnte, ist eine Entscheidung über den Verkauf der Liegenschaft noch nicht gefallen. Hillebrand: „Ein unterschriebener Vertrag liegt noch nicht vor.“ Zumal es auch noch andere Ideen gibt. Laut Hillebrand interessieren sich auch mehrere Ehepaare für das Objekt, die es dann gemeinsam erwerben und als Mehrgenerationenhaus nutzen wollen. Klar ist für Hillebrand allerdings, dass eine Entscheidung „noch in diesem Jahr“ erfolgen soll.

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