Wirbel um CDU-Erfrischungstücher auf der Annakirmes

Von: kin
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Düren. „Auf der Annakirmes soll es keine Werbung geben. Die Besucher sollen sich über die Kirmes freuen und sonst nichts.“ Und deswegen, ergänzt Platzmeister Achim Greiff, durfte auch Peter Borsdorff, der Läufer, der seit Jahren für kranke und behinderte Kinder unterwegs ist, seine Sammelbüchse nicht mit auf den Kirmesplatz bringen. Einerseits.

Andererseits sind aber auf dem Rummel Erfrischungstücher verteilt worden, auf denen Bürgermeister Paul Larue und der Bundestagsabgeordnete Thomas Rachel (beide CDU) den Menschen „Schöne Kirmes“ wünschen. Das ist Anlass für die Grünen, eine Anfrage an den Bürgermeister zu stellen. Unter anderem heißt es da: „Wurde die Verteilung von CDU-Werbematerialien genehmigt? Was hat die Verwaltung unternommen, um die illegale Verteilung zu unterbinden?“

Verteilt wurden die Erfrischungstücher von Mitgliedern des „Jungen Teams“, das Thomas Rachel im Bundestagswahlkampf unterstützt. Bernd Ramakers, Geschäftsführer des CDU-Kreisverbandes: „Mir war nicht bekannt, dass auf der Annakirmes nichts verteilt werden darf. Aber die Erfrischungstücher sind keine Wahlwerbung, weil auf den Verpackungen nicht draufsteht, dass man Thomas Rachel wählen soll.“ Im Übrigen seien die Tücher vor der Annakirmes verteilt worden. Und die Besucher hätten die Tücher dankbar angenommen.

Paul Larue kann die Aufregung nicht nachvollziehen. „Grundsätzlich liegt es in der Verantwortung des Platzmeisters, ob auf dem Kirmesplatz Dinge verteilt werden oder gesammelt wird. Andererseits haben ja auch die Schausteller Benefizaktionen veranstaltet.“

Das, sagt Greiff, sei nur eine Ausnahme gewesen. „Wir haben der Aktion für das Café Lichtblick, die die Betreiberin des Riesenrads im Jubiläumsjahr durchgeführt hat, nur mit Bauchschmerzen zugestimmt. Wir haben immer mal wieder Anfragen für Wohltätigkeitsaktionen, die wir bisher immer abgelehnt haben.“ Wenn er die Verteilung der Erfrischungstücher bemerkt hätte, sagt Greiff weiter, „hätte ich das selbstverständlich unterbunden“.

Und Peter Borsdorff? Der war zwar nicht mit seiner Sammelbüchse unterwegs, hat aber trotzdem von einzelnen Kirmesbesuchern Geld zugesteckt bekommen. „Und das habe ich natürlich auch angenommen.“

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