Düren - „Wir wissen, dass die Kirmes teuer ist“

„Wir wissen, dass die Kirmes teuer ist“

Letzte Aktualisierung:
10508927.jpg
Hans-Bert Cremer hat seit 49 Jahren keine Annakirmes verpasst.
15073958.jpg
Die Annakirmes läuft – und das nicht einmal schlecht! Schausteller-Chef Hans-Bert Cremer (49) ist jedenfalls mit den ersten vier Rummeltagen zufrieden.

Düren. Hans-Bert Cremer kennt den Rummel wie kaum ein anderer. Schon mit zwei Monaten war er zum ersten Mal auf der Annakirmes, seit 1997 ist er mit einem eigenen Fahrgeschäft selbstständig, seit 2007 Vorsitzender des Schaustellerverbandes in Düren. Im Gespräch mit „DN“-Mitarbeiterin Sandra Kinkel zieht er ein erstes Resümee.

Die ersten vier Kirmestage sind vorbei. Wie ist es bisher gelaufen?

Hans-Bert Cremer: Mit dem ersten Kirmeswochenende waren wir sehr zufrieden. Am Familientag war der Platz zwar schon voll. Aber eben nicht so voll, wie wir das von früheren Kirmesjahren in Düren kennen.

Aber am Montagabend war erschreckend wenig los auf dem Platz.

Cremer: Das ist richtig, aber der Montag ist immer einer der schwächsten Kirmestage. Das muss uns noch nicht wirklich beunruhigen. Ich sage noch einmal: Das erste Wochenende der Kirmes war deutlich besser als beispielsweise im vergangenen Jahr.

Sie sind 49 Jahre alt und haben seit 49 Jahren keine Kirmes verpasst, weil sie schon mit zwei Monaten im Wohnwagen Ihrer Eltern auf dem Rummel waren. Was ich sagen will: Sie kennen die Kirmes seit Jahrzehnten. Wie bewerten Sie die Annakirmes 2017?

Cremer: Na ja, eine Kirmes ist nie gleich gut, es gibt immer Wechsel. Die Kirmes ist in diesem Jahr schon gut bestückt, trotz all der Querelen der vergangenen Wochen und Monate. Eine gute Kirmes braucht feste Punkte, die die Menschen kennen, wo sie sich seit Jahrzehnten mit ihren Freunden und Bekannten treffen. Der Wiedererkennungswert ist auf einem Rummelplatz wichtig. Gleichzeitig muss es aber gerade auch im Bereich der Großfahrgeschäfte einen regelmäßigen Wechsel geben, damit das Volksfest attraktiv und interessant bleibt.

Diesen Wechsel hat es aber in diesem Jahr nicht gegeben, oder habe ich etwas übersehen?

Cremer: Nein, eine wirkliche Neuheit gibt es in diesem Jahr auf der Annakirmes nicht. Eine Attraktion wäre der angekündigte Kettenflieger-Turm gewesen – egal, ob 60 oder 80 Meter hoch. Aber der ist ja nun leider nicht da.

Wie wichtig wäre so ein Turm denn für die Annakirmes gewesen?

Cremer: Natürlich lebt die Annakirmes auch ohne den Kettenflieger-Turm, aber es fehlt dem Dürener Rummel in diesem Jahr die Höhe. Das ist schade. Ich finde das auch deswegen wirklich sehr schade, weil auch dieses Fahrgeschäft aufgrund politischer Reibereien nicht auf der Annakirmes steht.

Wie meinen Sie das?

Cremer: Ich bin davon überzeugt, dass im Steuerausschuss eine andere Entscheidung in Bezug auf den höheren Turm gefallen wäre, wenn Politik und Verwaltung an einem Strang ziehen würden. Das war früher in Düren so. Die Verantwortlichen waren sich einig, haben zum Wohl der Kirmes gehandelt. Mein Eindruck ist, dass die Kirmes zum Spielball der Politik geworden ist. Und diese politischen Spielchen werden auf dem Rücken von uns Schaustellern ausgetragen. Das kann so nicht weitergehen. Das sage ich ausdrücklich, auch wenn die Kirmes bis jetzt für uns gut läuft. Die Schausteller haben die Annakirmes im Laufe der Jahre und Jahrzehnte zu dem gemacht, was sie heute ist, nämlich einem der größten Volksfeste bundesweit. Das sollte allen Verantwortlichen klar sein.

Gibt es eigentlich auf dem Markt noch genügend neue und attraktive Fahrgeschäfte, die eine Bereicherung für die Annakirmes bedeuten würden?

Cremer: Ja, die gibt es durchaus. Fahrgeschäfte entwickeln sich immer weiter, es gibt immer neue Großfahrgeschäfte. Das ist überhaupt keine Frage.

Stärker als sonst werden – gerade auch in den sozialen Netzwerken – die Preise auf der Kirmes diskutiert. Ist das für die Schausteller ein Thema?

Cremer: Ja, durchaus. Wir wissen, dass die Kirmes teuer ist. Glauben Sie mir, wenn wir könnten, würden wir die Preise niedriger gestalten. Das lassen aber unsere Rahmenbedingungen und die damit verbundenen Kosten einfach nicht zu. Im Augenblick tun wir alles dafür, dass die Preise stabil bleiben.

Ich kann nachvollziehen, dass Schausteller mit großen Fahrgeschäften sehr hohe Kosten haben. Aber wenn eine kleine Portion Pommes frites mit Mayonnaise 3,50 Euro kostet, muss die Gewinnspange riesig groß sein.

Cremer: Dem ist leider nicht so. Standgelder für das Geschäft, Energiekosten, Standgelder für den Wohnwagen – auch bei kleinen Betrieben sind die Preise sehr hoch. Damit haben die Schausteller leider sehr zu kämpfen.

Leserkommentare

Leserkommentare (3)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert