Düren - „Wir stehen vor einer Wende im Dürener Karneval”

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„Wir stehen vor einer Wende im Dürener Karneval”

Von: Christoph Hahn
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Seine letzte Amtshandlung: Der
Seine letzte Amtshandlung: Der scheidende Präsident Peter Körner moderierte die Wahl der Birkesdorferin Pia Boilek (hier mit ihrer Mutter Eva) zur Kindermajestät für die Session 2012/13.

Düren. Ruckzuck war Bernd Schmidt abgestraft. Der Apotheker, nicht nur Jecken gegenüber ein freigebiger Mann, hatte sich in der Debatte um einen Beitrag von jährlich 150 Euro, den die 27 Mitgliedsvereine des Festkomitees Dürener Karneval (FDK) an dieses abführen sollen, stark emotional engagiert.

Als Delegierte der Gesellschaften aus Echtz, Arnoldsweiler und Merken bei der Jahreshauptversammlung im Post-Hotel Bedenken geltend machten, hatte er den Wortführern entgegengeschleudert: „Wenn Ihr es nicht schafft, Eurem Dorfarzt diesen Betrag aus dem Kreuz zu leiern, dann seid Ihr sowieso nicht mehr zu retten.” Das kam bei den 48 Stimmberechtigten, aber auch bei vielen anderen Zuhörern denkbar schlecht an: Bei den Neuwahlen zum Vorstand erhielt Schmidt mit 22 Stimmen das schlechteste Ergebnis und gehört somit dem Präsidium nicht mehr an.

Während Schmidts plötzliche Abwahl höchstens für Insider vorherzusehen war, waren darüber hinaus im Vorfeld andere Konfliktpunkte erkennbar geworden. So war der Kandidat für das Amt des Prinzen, Helmut Leister, von seiner Heimatgesellschaft, der „Kick ens” aus Rölsdorf, wieder zurückgezogen worden (die DZ berichtete). Resultat: Die Kreisstadt steht aktuell im zweiten Jahr in Folge ohne Narrenherrscher da. Zudem hatte FDK-Präsident Peter Körner seinen Rückzug angekündigt. Unmut freilich kam - ganz in Gegensatz zu den Debatten über die 150-Euro-Umlage - bei diesen Tagesordnungspunkten nicht auf.

Kinderprinzessin Pia Boilek

Ernste Worte gab es nichtsdestotrotz - von Rolf Peter Hohn, dem Präsident des Regionalverbandes Düren (RvD). „Ich möchte nicht den Oberlehrer spielen, aber die Erfahrung zeigt uns, dass wir in einer schwierigen Situation stecken.” In der Prinzenfrage bescheinigte der RvD-Chef den Mitglieder des FDK-Präsidiums, sich „wie wahnsinnig bemüht” zu haben. Im Moment gebe es keinen Ausweg, und so müsse erst einmal gelten: „Einen Prinzen können wir uns von der Backe putzen.” Mit Blickrichtung Zukunft empfahl Hohn seinen Zuhörern zum Schluss seines Grußwortes: „Wir müssen finanzierbare Lösungen finden und an einem Seil ziehen.”

Ohne große Debatten entlasteten die Stimmberechtigten anschließend den abtretenden Vorstand. Ganz und gar einmütig hatten sie zudem die Wahl der zwölfjährigen Birkesdorferin Pia Boilek, Mitglied der „Grieläächer”, zur Kindermajestät für die kommende Session bestätigt.

Bevor die Delegierten zu den Vorstandswahlen übergingen, hörten sie die Abschiedsworte von Peter Körner. Der bekannte: „Es hat sich gelohnt, in Düren Karneval zu machen - und ich habe es gerne gemacht.” Derweil legte sein bis dato noch amtierender Stellvertreter Bernd Schmidt zur Suche nach einem Prinzen ein Bekenntnis ab: „Wir haben gemeinsam versagt.”

Die Vorstandswahlen, die RvD-Vizepräsident Wino Ulhas („Wir stehen vor einer Wende im Dürener Karneval”) leitete, verliefen bis auf die Abwahl Schmidts recht harmonisch - wobei dem neuen Präsidenten Peter Schmitz schon schwante: „Es wird kein einfacher Weg.”

Bei den Vorstandswahlen im Zuge der Jahreshauptversammlung des Festkomitees Dürener Karneval wurden gewählt: Präsident Peter Schmitz (im Bild rechts neben RvD-Vizepräsident Wino Ulhas), die stellvertretenden Präsidenten: Frank Pauli, Achim Freimuth und Ulrich Schmeding, Geschäftsführer: Marc Herpertz (Stellvertreterin: Bruni Scholl), Zugleiter: Jürgen Aussem (Stellvertreter: Thomas Bank), Schatzmeister: Dr. Günter Peters (Georg Servos), Wagen- und Bühnenbauer sowie Hallenmeister: Willi Rosellen und Thomas Bank, Literaten: Ralf Haas und Wilfried Kesseler.
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