Windräder behindern Leuchtturmprojekt

Von: Jörg Abels
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Nördlich der L12n soll von Langerwehe aus in Richtung A4 das interkommunale Gewerbegebiet Düren/Langerwehe entstehen. Der ortsnahe Bereich bereitet wenig Probleme, weitere Windräder (im Bild die bei Echtz) in Richtung Autobahn könnten eine Gesamtentwicklung behindern. Foto: Abels
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Henner Schmidt (SPD, Düren) appelliert an Langerwehe, die Windräder noch zu verlegen. Foto: Abels

Düren/Langerwehe. Ein großes Einrichtungshaus und ein großer Sportartikelhändler direkt an der neuen Autobahnanschlussstelle Luchem, gefolgt in südlicher Richtung von großen Flächen für die zukunftsträchtige Logistikbranche und weiter Richtung B264 von einem Areal für produzierendes Gewerbe: Auf dem Papier sehen die Pläne der Dürener Wirtschaftsförderungsgesellschaft Win.DN für das interkommunale Gewerbegebiet Düren/Langerwehe vielversprechend aus.

Für 80 Prozent der rund 110 Hektar liegen nach Auskunft des Dürener SPD-Fraktionsvorsitzenden und „Ampel“-Sprechers Henner Schmidt sogar schon Absichtserklärungen von Investoren und Firmen vor.

Bisher nur 50 Hektar zugestanden

Aber die Umsetzung des „Leuchtturmprojekts im Rheinischen Revier“ (Schmidt) steht vor großen Hürden. Nicht nur, dass die Bezirksregierung Köln bislang nur etwa 50 Hektar als zusätzliche Gewerbe- und Industriefläche genehmigen will und dass auch noch die weniger attraktiven und für die Produktion vorgesehenen an der B 264 sind. Vor allem sind es die Pläne der Gemeinde Langerwehe, östlich von Luchem, an der Grenze zur Stadt Düren, eine Windkraftkonzentrationszone für drei Windräder auszuweisen, die Henner Schmidt große Bauchschmerzen bereiten. Das Verfahren zur Flächennutzungsplanänderung in Langerwehe läuft derzeit.

Was würde das bedeuten? Laut Berechnungen der Win.DN würden die Windräder aufgrund der notwendigen Abstandsflächen das gesamte Areal um rund 30 Hektar verkleinern. Ob dann die Ansiedlung großflächiger Märkte und Logistikunternehmen noch möglich wäre, ist fraglich, erklärt Henner Schmidt. Mehr noch aber bereitet ihm die Lärmemissionsproblematik Kopfschmerzen. „Das gesamte Gewerbegebiet darf ein festgesetztes Lärmkontingent nicht überschreiten“, erklärt Schmidt mit Blick auf die berechtigten Interessen der Menschen und der Natur. Allein die Windräder aber würden bereits rund ein Drittel des erlaubten Geräuschpegels aufbrauchen. Dass es damit nicht mehr viel Spielraum insbesondere für die Pläne gibt, auf dem Areal auch produzierendes Gewerbe anzusiedeln, liegt auf der Hand.

„Ich appelliere daher noch einmal eindringlich an die Gemeinde Langerwehe, ihre Windkraftpläne zu überdenken und noch einmal zu prüfen, ob es nicht doch noch andere geeignete Flächen für Windräder gibt“, erklärt Henner Schmidt, auch wenn er Verständnis für die ordnungspolitischen Zwänge des Partners hat. Die Partnerkommune muss nämlich auf ihrem Gebiet noch Windkraftkonzentrationsflächen ausweisen, wenn er verhindern will, dass überall außerhalb der Orte Windräder gebaut werden dürfen. Und dafür steht nach einer von der Gemeinde in Auftrag gegebenen Windpotentialstudie im Prinzip nur noch die gut 31 Hektar große Fläche an der A4 zur Verfügung.

Denn in einem Grundsatzbeschluss hatte sich die Gemeinde nach Bürgerprotesten erst im vergangenen Jahr gegen den Bau von Windrädern im Wald ausgesprochen. Und zwei weitere mit 6,6 und 2,8 Hektar weitaus kleinere Flächen – unterhalb der „Halde Nierchen“ und westlich an der Grenze zu Eschweiler – kommen aufgrund einer Fernleitung und aufgrund der dann eingeschränkten Sicht auf die Burg Holzheim nicht für den Bau von Windrädern infrage.

Schlechte Argumente in Köln

Sollte Langerwehe bei seinen Windradplänen an der A4 bleiben, wird aus Sicht von Henner Schmidt nicht nur die Vermarktung des interkommunalen Gewerbegebietes schwieriger. Auch werde es natürlich schwerer, die Bezirksregierung Köln doch noch zu überzeugen, die gesamten 110 Hektar zu genehmigen.

Angesichts der sehr optimistischen Vermarktungsaussichten ist der Dürener SPD-Fraktionschef prinzipiell zuversichtlich, doch noch „grünes Licht“ aus Köln zu erhalten, zumal das interkommunale Gewerbegebiet mit Blick auf den kommenden Strukturwandel in der Tagebauregion dringend benötigte Ersatzarbeitsplätze schaffen würde. Zudem verweist Henner Schmidt auf einen Vorstoß der SPD-Landtagsabgeordneten der Region, die anregen, die von der Bezirksregierung geforderten Ausgleichsflächen auf dem Indesee darzustellen und auf die zukunftsweisende Idee, das Areal zwischen A4 und B264 als CO2-armes Gewerbegebiet mit innovativer Energietechnik auszustatten.

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