Windkraftanlagen: Rat fordert 1500 Meter Abstand

Von: bugi
Letzte Aktualisierung:
3091973.jpg

Nideggen. Fast zwei Stunden lang hat der Nideggener Rat erneut über die Ausweisung von Konzentrationszonen für Windkraftanlagen diskutiert, bis ein Kompromiss gefunden war. Bereits im Mai hatte der Bauausschuss den entsprechenden Beschluss gefasst, das Aufstellungsverfahren für die Änderung des Flächennutzungsplanes durchzuführen und ein Gutachten für den Artenschutz zu beauftragen.

Dagegen hatte die Fraktion „Menschen für Nideggen“ Einspruch eingelegt, so dass der Rat sich erneut mit dem Beschluss beschäftigen musste. Das Verfahren ist kompliziert und umstritten. Um Einzelanträge von Bauherren zur Aufstellung von Windkraftanlagen im gesamten Stadtgebiet zu verhindern, muss eine Kommune das Stadtgebiet auf geeignete Flächen für Windkraftanlagen untersuchen und sogenannte Konzentrationszonen bestimmen. Dann können nur noch in diesen Bereichen Windräder genehmigt werden.

Zu Beginn des Verfahrens werden die in Frage kommenden Flächen erst festgestellt, dann aber noch untersucht. So ist zum Beispiel zu klären, ob artenschutzrechtliche Gründe gegen eine Bebauung dieser Flächen mit Windrädern sprechen. Zudem sind Abstandsgrenzen zur Wohnbebauung einzuhalten. Genau hier will der Rat mit dem Kompromiss, der von allen Ratsmitgliedern getragen wurde, nun ansetzen.

So soll in die Planung die erweiterte Abstandsgrenze zur Wohnbebauung von 1500 Metern einfließen. Damit bezieht sich die Stadt Nideggen auf die im Koalitionsvertrag der neuen Landesregierung benannte geplante Änderung. Zusätzlich soll das Artenschutzgutachten nur noch für die dann verbleibende Fläche erstellt werden. Der Beschluss über das Aufstellungsverfahren wurde in die Oktober-Sitzung des Bauausschusses verschoben.

Auf Anregung von Willi Hönscheid (MfN) soll zuvor der Stadtentwicklungsausschuss sich mit der Planung beschäftigen. Sein Argument: Bei der Ausweisung von Konzentrationszonen müssten auch mögliche künftige Baugebiete berücksichtigt werden, damit genehmigte Windräder nicht später eine weitere Bebauung in Ortsteilen verhindern würden.

Für Bürgermeister Marco Schmunkamp (parteilos) war wichtig, dass die Planung zügig erfolgt. Er befürchtet, dass mit den von der Landesregierung geplanten Änderungen Investoren auf die Stadt zukommen könnten, die entsprechende Bauanträge für Windräder stellen könnten.

Bürgermeister Marco Schmunkamp: „Dann haben wir nur ein Jahr Zeit, die Planung für die Konzentrationszonen zu Ende zu bringen. Und allein ein Artenschutzgutachten kann schon mal länger dauern.“ Weil der Bürgermeister schon zu Beginn der Sitzung von Bürgern ob der Planung angegriffen worden war, formulierte er zum Schluss noch einmal ganz deutlich: „Wir sind hier nicht unterwegs, um den Nideggenern Windkrafträder vor die Nase stellen zu wollen, sondern wir wollen die Ausschlusskriterien rechtssicher selbst bestimmen."

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert