Birkesdorf - Willi Schwalbach: Ein Modellbauer mit Liebe zum Detail

Willi Schwalbach: Ein Modellbauer mit Liebe zum Detail

Von: Jörg Abels
Letzte Aktualisierung:
13506650.jpg
Rund ein Jahr lang hat Willi Schwalbach an seinem aktuellen Modell einer Papppapiermaschine gebastelt. Foto: Abels
13508129.jpg
Seit der Wiedereröffnung steht Schwalbachs Modell einer Papiermaschine in einer Glasvitrine im alten Rathaus-Foyer. Foto: Abels

Birkesdorf. Morgens zieht es Willi Schwalbach als erstes in der Regel in seinen Bastelraum im Keller seines Birkesdorfer Wohnhauses. „Dann bin ich am kreativsten“, erklärt der rüstige 80-Jährige. Ein bis zwei Stunden nimmt er sich täglich Zeit für sein auf den ersten Blick recht ungewöhnliches, aber zur Papierstadt Düren doch mehr als passendes Hobby.

Willi Schwalbach baut Modelle von Papiermaschinen, die in der Realität über 100 Meter lang sind. Sein aktuelles Projekt, eine Rundsiebmaschine zur Herstellung von Wickelpappe, liegt in den letzten Zügen. Gut ein Jahr lang hat der 80-Jährige an dem rund 2,50 Meter langen, detail-, aber nicht maßstabsgetreuen Modell gewerkelt, mit dem er künftig den Grundschülern in Birkesdorf die Herstellung von Pappe erklären will.

Denn die unterscheidet sich allein schon vom Gewicht her recht deutlich von der Papierproduktion, aber auch vom Prozess. Schwalbach ist Experte, kennt jeden Schritt aus dem Effeff.

Der Grundschule Birkesdorf ist der frühere Leichtathlet, der immer noch im Vorstand des Birkesdorfer TV aktiv ist, seit vielen Jahren verbunden. Anfangs nahm er den Jungs und Mädchen nur das Sportabzeichen ab. Dann aber wurde er bei einem Tag der offenen Tür darauf aufmerksam, dass im Unterricht auch Papierschöpfen geplant war. Willi Schwalbach sagte seine Hilfe zu. Und beim Anfertigen eines Schöpfsiebs kam ihm die Idee, für die Schüler ein Modell einer Papiermaschine zu bauen, um die Produktion besser erklären zu können.

Für den Rentner alles andere als Neuland: In seiner beruflichen Zeit bei der heutigen Firma Krafft Walzen war der gelernte Technische Zeichner an der Produktion der damals dort gefertigten Papiermaschinen beteiligt. „Das meiste habe ich daher aus dem Kopf heraus nachbauen können“, erinnert sich der 80-Jährige. Und das war jetzt bei der Papppapiermaschine nicht anders. Und wo die Erinnerung Lücken hatte, half ihm ein schlaues Buch weiter.

Stück für Stück ist so in den vergangenen Monaten ein komplettes Modell entstanden – von der Faserstoffaufbereitung bis zur Trockenpartie –, das am 13. Dezember in der Grundschule Birkesdorf der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. „Damit ist die „Grundschule wohl die einzige in Deutschland, die über das Modell einer Papiermaschine und das einer Maschine zur Herstellung von Pappe verfügt“, betont Schwalbach und schmunzelt.

Ein drittes Modell aus seiner Fertigung, das einer Papiermaschine, steht seit der Wiedereröffnung des Rathauses im August 2015 in einer Glasvitrine im alten Foyer. Es soll nach dem Umbau einmal seinen Platz im neuen Dürener Papiermuseum finden.

Die jetzt fertiggestellte Papppapiermaschine soll nicht sein letztes Modell gewesen sein. Willi Schwalbach hat bereits eine ganze Reihe von Miniaturwalzen für eine weitere Papiermaschine vorgefertigt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert