Wilde Müllkippen in Hürtgenwald

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An zwei Stellen in der Gemeinde Hürtgenwald liegt schon seit Jahren wilder Müll. Die Behörden konnten bislang nichts ausrichten. Foto: mv

Hürtgenwald. Zwei „Schandflecke“ gibt es in der ansonsten gepflegten Naturlandschaft der Gemeinde Hürtgenwald. Diese „Schandflecke“ sind allerdings so groß, dass man sich wundert, warum noch nichts unternommen wurde, um sie zu beseitigen.

Da ist zunächst ein Gebiet ganz am Ende der Burgbergstraße, genau zwischen der Siedlung Hürtgen und Bergstein gelegen. Dort gammeln im Landschaftsschutzgebiet hauptsächlich Schrottfahrzeuge und Autoreifen vor sich hin. Und zwar schon seit Jahren, denn die Reifen, die alten Pkw und ein Traktor sind bereits mit einer grün schimmernden Moosschicht bedeckt.

Handelt es sich hier um einen illegalen Autofriedhof? Es sieht ganz danach aus. Wohnwagen, Unmengen Holz, eine alte Betonmischmaschine und total verrostete Teile, deren ursprüngliche Verwendung gar nicht mehr zu erkennen ist, sind über ein etwa 3000 Quadratmeter großes Gelände zerstreut.

Damit befassten sich schon die Spitzen des örtlichen Eifelvereins, Damen und Herren der Unteren Landschaftsbehörde, mehrere Landschaftswarte, das Bauordungsamt der Gemeinde Hürtgenwald und viele andere mehr. Ohne jeden Erfolg. Dabei ist nicht unwahrscheinlich, dass aus den Fahrzeugen Öl in den Boden sickert.

„Es ist Privatgelände“, sagt Hans Martin Steins, „da sind uns die Hände gebunden“. Der Technische Dezernent im Kreishaus ist ebenfalls seit Jahren mit dem Problem befasst. Er meint, erst wenn Gefahr bestehe oder die hygienischen Verhältnisse katastrophal seien, dürfe seine Behörde eingreifen.

Ähnlich verhält es sich mit der zweiten wilden Müllkippe in Hürtgenwald. Sie befindet sich an einem Weg parallel zur B 399 zwischen Kleinhau und Hürtgen. Dort möchte jemand eine Halle errichten, „seit mindestens zehn Jahren“, weiß Steins.

„Ein Ärgernis“

Erdaushub und Baumaterial, das sich im Lauf der Zeit in Abfall verwandelt hat, verschandeln dort die Landschaft. Gegen Abfallrecht, Bauordnungsrecht und Landschaftsrecht werde möglicherweise verstoßen, so Steins.

Auch in diesem Fall handelt es sich um ein Privatgelände. Und auch hier kümmerten sich diverse Abteilungen von unterschiedlichen Behörden seit Jahren ohne Erfolg um die Angelegenheit. „Kein Mensch weiß, warum das geduldet wird“, sagt zum Beispiel Ratsherr Manfred Rogner (Die Grünen) auf Nachfrage. Bruno Linzenich, Ratsherr in Hürtgenwald, hat das Thema vor den Landschaftsbeirat, dem er auch selbst angehört, gebracht, „in den letzten zwei Jahren immer wieder“. Nichts geschah. Ein Umschlagplatz für Baumateriel“, vermutet Rogner, „ein Ärgernis“, sagt Linzenich schlicht und ergreifend.

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