Wie Schüler für technische Berufe begeistert werden

Von: kin
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Nils Hoven (16) und Lars Peters (15) macht die Arbeit in der Ausbildungswerkstatt der Firma Isola großen Spaß. Foto: Sandra Kinkel

Düren/Langerwehe. Es ist die klassische Win-win-Situation: Die 13 Schülerinnen und Schüler der Europaschule in Langerwehe bekommen in der Ausbildungswerkstatt der Firma Isola im Dürener Stadtteil Lendersdorf einen Einblick in die Arbeit des Mechatronikers oder Energieelektronikers. Und Rainer Deliege (54), Personalchef bei Isola, findet vielleicht den ein oder anderen neuen Auszubildenden für sein Unternehmen.

Die Europaschule Langerwehe ist eine von rund 50 Schulen, die mit Unterstützung der Deutschen Telekom Stiftung „Junior-Ingenieur-Akademie“ geworden sind. Das Programm läuft seit den Sommerferien und dauert insgesamt zwei Jahre. 13 Jugendliche der Jahrgangsstufe neun machen mit.

„Wir hatten viel mehr Bewerbungen“, sagt Heinz-Georg Bock von Wülfingen, stellvertretender Schulleiter an der Europaschule Langerwehe, „deswegen haben wir mit den Schülern einen kleinen Test gemacht, um zu sehen, wer wirklich für die Junior-Akademie geeignet ist.“ Besonders gefragt war unter anderem gutes räumliches Sehen.

Im Rahmen der Junior-Ingenieur-Akademie sollen die Europaschüler aus Langerwehe ein solarbetriebenes Velomobil entwickeln – und zwar von der ersten Zeichnung bis zum fertigen Produkt. Dazu finden immer regelmäßig Unterrichtseinheiten bei der Firma Isola statt, außerdem besuchen die Jugendlichen auch die RWTH in Aachen, um sich hier mit Themen wie Design oder Solartechnik auseinanderzusetzen.

„Heute“, erzählt Nils Hoven (16), „bauen wir ein kleines Solarfahrzeug. Wir müssen sehr genau arbeiten, feilen, biegen, einen Motor und Räder montieren. Das macht sehr viel Spaß.“ Und Lars Peters ergänzt: „Ich bastele auch sonst gerne an Motoren und interessiere mich auch sehr für Technik. So eine Arbeit wie hier wäre für mich eine echte Alternative. Aber ich möchte zuerst mein Abitur machen.“

Rainer Deliege, Isola-Personalchef, und Ausbildungsleiter Michael Weber hoffen, durch die Kooperation mit der Europaschule neue Auszubildende zu finden. Bei der Isola werden kupferkaschierte, glasfaserverstärkte Basismaterialien für Leiterplatten hergestellt, die in der Raumfahrt, der Automobilindustrie oder der Telekommunikation eingesetzt werden.

18 Auszubildende

Das Unternehmen hat derzeit 18 Auzubis im gewerblichen Bereich, die Mechatroniker, Energieelektroniker, Industriemechaniker oder Maschinen- und Anlagenführer werden möchten. Rainer Deliege: „Es wird für uns zunehmend schwieriger, Auszubildende zu finden. Die Zahl der Bewerber ist stark rückläufig, und ich kann sagen, dass es uns jetzt das erste Jahr wirklich schwer fällt, genügend Lehrlinge zu finden.“

Nach der Mittleren Reife, so Deliege, wüssten viele Schüler noch nicht, was sie werden wollten. Deliege: „Manche gehen lieber erst einmal noch weiter zur Schule als sich für einen Beruf zu entscheiden. Vielleicht gelingt es uns mit der Junior-Ingenieur-Akademie, die jungen Leute früher für eine Ausbildung zu begeistern. Ich bin sowieso grundsätzlich der Meinung, dass Schule viel praxisorientierter sein sollte. Dann wäre auch die Ratlosigkeit der Schüler nicht so groß.“

Ausbildungsleiter Michael Weber jedenfalls ist von dem Engagement der Europaschüler begeistert. „Die sind engagiert und mit viel Spaß bei der Sache.“

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