Wie die Welt von morgen aussehen sollte

Von: Stephan Vallata
Letzte Aktualisierung:
zukunft03_bu1
„Wir bauen Zukunft”: Die Gemeinde Langerwehe weiß, dass Bildung ein kostbarer Rohstoff ist, um die Welt von morgen zu gestalten. Foto: Vallata

Langerwehe. Zukunft ist nicht unbedingt etwas, das einfach so passiert von heute auf morgen. Zukunft ist vielmehr etwas, das sich aktiv gestalten lässt. Dazu braucht es manchmal den Mut zu kühnen Visionen, aber immer den pragmatischen Willen zur Umsetzung des Möglichen.

Und natürlich geht das alles nicht ohne Menschen, die dazu bereit sind, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Im März des vergangenen Jahres hatte die Gemeinde Langerwehe deshalb mit Vertretern des BUND, der Langerweher Umwelt- und Naturschutz-Aktion (LUNA) und der Aachener Stiftung Kathy Beys alle interessierten Bürger zur Auftaktveranstaltung „Zukunftswerkstatt Langerwehe” geladen. Um Pläne zu schmieden, wie die Welt von übermorgen weiter lebenswert bleiben könnte.

Eine lebendige Gemeinde

Heute, ein Dreivierteljahr später, nimmt das innovative Projekt verstärkt Fahrt auf: Bereits Anfang Dezember fand ein erster Workshop statt, der schließlich in die Bildung verschiedener Arbeitskreise mit Schwerpunktthemen wie Energie und Umwelt, Tourismus und Naherholung sowie Einkaufen und Arbeiten mündete. Am Ende des Prozesses sollen konkrete Vorschläge und Konzepte dann als Grundlage für vielleicht wegweisende politische Entscheidungen dienen. „Wir wissen alle: Die Landschaft hier in der Region wird sich verändern”, spricht Bürgermeister Heinrich Göbbels die voraussichtlich in einigen Jahrzehnten auslaufende Braunkohlenförderung und die damit verbundene Entstehung eines Restsee an.

Über die große Resonanz auf die Zukunftswerkstatt ist Göbbels nicht nur froh, sie macht ihn auch ein bisschen Stolz. Zeige sie doch, dass Langerwehe eine lebendige Gemeinde ist. „Wir brauchen nicht nur die politischen Entscheidungsträger, wir brauchen alle Bürger”, sagt er. Für ausgesprochen wichtig hält es Göbbels, nach Möglichkeit alle Einwohner an Willensbildungsprozessen zu beteiligen. Dass nicht alle Beteiligten bei einem thematisch so vielfältigen immer einer Meinung sein könnten, lasse sich wohl nicht vermeiden. Aber: „Ich gestehe jedem zu, dass er das Bestmögliche für die Gemeinde will”, hebt Göbbels hervor.

Bei aller Begeisterung für die Welt von übermorgen muss die Verwaltung natürlich auch im Hier und Jetzt agieren. Die Zeiten könnten besser sein. Wenn der Bürgermeister auf die Gegenwart und die unmittelbare Zukunft blickt, wünscht er sich in erster Linie „größtmögliche Stabilität und eine Besserung der finanziellen Verhältnisse”. Raus aus dem Haushaltssicherungskonzept will man also, damit wieder mehr Entscheidungskompetenzen gewährleistet werden können. Göbbels warnt eindringlich vor unnötigen Grabenkämpfen: „Was nützen uns Konflikte, wo Konsens gefragt ist?”

Grund zur Schwarzmalerei sieht er trotz leerer Kassen keineswegs. Auf der Habenseite der Gemeinde verbucht er ein intaktes Vereinsleben, ein damit verbundenes, hohes ehrenamtlichen Engagement, eine sich ständig weiterentwickelnde Schullandschaft und eine gute Verkehrsanbindung, die mit der L12n (Ortsumgehung Luchem) noch um einen Autobahnzubringer zur A4 ergänzt werden soll. Darüber hinaus ein Pfund, mit dem Göbbels wuchern kann: „Wir sind eine Gemeinde, die wächst.” Aktuell zählt Langerwehe über 14.000 Einwohner, viele Neubürger siedeln sich in einem der ausgewiesenen Baugebiete an, darunter „Seelebach”, „Niederbusch” und „Zum Tannenwald”.

Zurück zur „Zukunftswerkstatt Langerwehe”: Mitte des Jahres soll es ein weiteres Plenum geben, in dem die Ergebnisse und Ideen der einzelnen Arbeitskreise diskutiert werden. Eine Zusammenarbeit mit der Verwaltung ist sehr erwünscht. Bürgermeister Heinrich Göbbels bereitet die Welt von übermorgen daher keine allzu großen Sorgen. Er sagt mit einem Lächeln: „Nur Historiker haben Angst vor der Zukunft.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert