Wie bleiben auch die Dörfer lebenswert?

Von: Sarah Maria Berners
Letzte Aktualisierung:
9287136.jpg
Zusammenarbeit und Austausch: Das Leben in Kreuzau soll für alle Generationen lebenswert bleiben. Der Generationenbeauftragte möchte das Miteinander von Alt und Jung noch verstärken. Foto: Stock/Westend61
9259591.jpg
Kinderparlament bis „Aktiv vor Ort“-Treffen: Günter Schmitz ist Generationenbeauftragter der Gemeinde Kreuzau. Foto: smb

Kreuzau. Die Gemeinde wird alt. Sie altert zwar nicht alleine, aber der Prozess ist erheblich. Heute ist in Kreuzau bereits jeder fünfte Einwohner älter als 65 Jahre, 2030 soll es laut einer Prognose der Bertelsmann Stiftung bereits jeder Dritte sein. „Diese Auswirkungen werden deutlich spürbar sein“, weiß Günther Schmitz. Er ist der Generationenbeauftragte der Gemeinde.

Eine Stelle, für die sich die Politik ausgesprochen hatte, um auch in der Verwaltung auf den demografischen Wandel, auf die alternde Gemeinde zu reagieren.

„Jugend nicht verlieren“

Mit dem Wohnpark Friedenau und anderen Projekten ist der Zentralort Kreuzau attraktiver geworden – vor allem für eine bestimmte Generation. „Uns ist es wichtig, dass wir die Jugend nicht verlieren“, sagt Sozialdezernent Guido Steg. Auch deswegen sei die Stelle des Generationenbeauftragten, den die Kreuzauer bewusst nicht Seniorenbeauftragten genannt haben, ins Leben gerufen worden. Auf den Punkt gebracht, gehört es zu seinen Aufgaben, sich dafür einzusetzen, dass das Leben in der Gemeinde für alle Generationen lebenswert bleibt.

Übernommen hat sie Günther Schmitz, der bereits seit 2001 in der Verwaltung arbeitet, sich bislang aber mit Angelegenheiten der Bauverwaltung befasst hat. Vielleicht kommt es daher, dass er eines der Projekte, das er zuerst initiiert hat, als „Ölkännchen“-Projekt bezeichnet. Dabei handelt es sich um eine Ehrenamtsbörse, mit der Schmitz Menschen, die Hilfe benötigen, mit Menschen, die Hilfe anbieten, zusammenbringen möchte. Ein nennenswertes Budget hat der Generationenbeauftragte für seine Arbeit nicht. Das ehrenamtliche Engagement wird damit zu einem wichtigen Baustein für seine Arbeit.

Günter Schmitz ist Opa und ebenfalls ehrenamtlich engagiert. Diese Erfahrungen will er in den neuen Job mit einbringen. Leitfäden für Generationenbeauftragte gibt es bislang kaum. „Außerdem ist nicht nur jede Kommune, sondern sogar jedes Dorf spezifisch“, sagt Schmitz, der im Hürtgenwalder Ortsteil Straß wohnt.

„Meine Aufgabe ist es, Ideen zu entwickeln, wie Jung und Alt miteinander vernetzt werden können“, beschreibt Schmitz. Vereine, Pfarren, Organisationen und Verbände seien dabei wichtige Partner. Ein weiteres Projekt im Handlungsfeld „Förderung des ehrenamtlichen Engagements“ wird die Dorfverschönerung sein. Weil es bei der Gemeinde an finanziellen und personellen Mitteln für einige Arbeiten fehlt, könnten Beet-Paten und Co. für eine gepflegte Gemeinde sorgen. „Das gibt es schon in einigen Orten, aber es lässt sich sicher noch ausbauen“, sagt Schmitz.

Die Gemeinde sei in vielen Bereichen gut aufgestellt, aber nicht jeder wisse von allen Angeboten, manches müsse vom zeitlichen Ablauf besser organisiert werden, Netzwerke könnten weiter ausgebaut werden.

Auf dem Plan für das Jahr stehen auch Dorfkonferenzen in Üdingen und Drove. Wie lassen sich Grundversorgung und Lebensqualität erhalten und erreichen? Wie kann das Miteinander gefördert werden? Mit Antworten auf diese Fragen sollen – in Zukunft auch für die anderen Ortsteile – Leitbilder für die Entwicklung bis 2030 erarbeitet werden.

Den Familien- und Seniorenwegweiser mit Adressen von Anlaufstellen und Institutionen hat der Generationenbeauftragte bereits überarbeitet. Er wird bald neu aufgelegt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert