Wie Altkanzler Ludwig Erhard: „Wieder Mut fassen“

Von: Bruno Elberfeld
Letzte Aktualisierung:
8812032.jpg
Spalier für die lebensgroße Skulptur Ludwig Erhards: Bernd Ohlemeyer, CDU-Kreigeschäftsführer Bernd Ramakers, der Referent Roland Tichy, Rolf Delhougne und Michael Hommelsheim (von links). Foto: Bruno Elberfeld

Düren. Der Vater der „Sozialen Marktwirtschaft“, Professor Dr. Ludwig Erhard, Bundeswirtschaftsminister im Kabinett Adenauer, zweiter Bundeskanzler in der Bundesrepublik Deutschland, würde heute in der Wirtschaftspolitik einiges anders machen, andere Entscheidungen treffen, die laut Bundeskanzlerin Angela Merkel oft alternativlos sind.

Der Vorstandsvorsitzende der Ludwig-Erhard-Stiftung, Roland Tichy, entwickelte in der Rolle des legendären Wirtschaftsministers vor den Mitgliedern der Mittelstandsvereinigung der CDU des Kreisverbandes Düren in der Alten Molkerei einige Gedanken des großen Christdemokraten, der selten ohne Zigarre auftrat.

Schulden möglichst vermeiden

Auf die Frage „Was würde Ludwig Erhard dazu sagen?“ gab Wirtschaftsjournalist Tichy Antworten. Ludwig Erhard, erläuterte der Referent, sei in der Regel gegen kurzfristiges, überstürztes Handeln im Wirtschaftsgeschehen gewesen.

Langfristigkeit dagegen bringe Ruhe und Stabilität und verhindere auf Dauer „Investitions- und Geldblasen“. Das bedeute, so Tichy, dass Schulden möglichst vermieden werden sollten. Eine der wichtigsten Ziele Erhards sei der soziale Staat gewesen.

Das heiße aber nicht, frei nach Erhard, dass Menschen sich auf den Leistungen des Staates ausruhen dürfen, sondern sie müssten in die Lage versetzt werden, in Eigenverantwortung für ihr Leben und das Leben ihrer Familie einzugestehen. Roland Tichy sieht zurzeit drei große Gefahren für Frieden, Freiheit und Wohlstand: die Rückkehr der Gewalt – auch in Europa – als Mittel der Politik, die oft undurchschaubare Globalisierung, die die Politiker im Griff zu haben scheint, und die „Digitale Transformation“.

Tichy führte viele Beispiele für die derzeitigen Regelverstöße auf: Wladimir Putin und seine imperiale Machtpolitik, eine falsche Null-Zins-Politik, die den Menschen nicht-vorhandenes Geldvermögen suggeriere, das Überholen der bundesrepublikanischen Wirtschaft durch andere Wirtschaftsmächte, die erkannt haben, was ein modernes Handy jetzt schon könne und bald noch mehr können werde. Ganze Berufs- und Wirtschaftszweige würden bei der rasanten Entwicklung in der IT-Branche infrage gestellt. „Wo sind die Experten“, fragte Tichy, „die Deutschland in ein digitales Zeitalter führen?“

Auf vielen Gebieten würde Altkanzler Erhard Korrekturen fordern: Er wäre gegen Rentenerhöhungen bei der gegenwärtigen demografischen Entwicklung, gegen die Energiewende mit Windrädern und Sonnenkollektoren in einem Land, in dem die Sonne recht wenig scheint und der Wind nur spärlich bläst. Andere Regionen in Europa könnten das besser leisten. Außerdem dürfe die Wirtschaft nicht von der Politik bevormundet werden.

„Auf Tatkraft vertrauen“

„Wie Ludwig Erhard müssen wir wieder Mut fassen und auf die Tatkraft der Menschen vertrauen“, appellierte der Wirtschaftsjournalist an die versammelten Mittelständler. Dazu gehöre, dass man ab und zu – wie Erhard zu seiner Zeit – auch etwas Halsbrecherisches wage. „Den Bürgern muss jedoch klar gemacht werden“, sagte Tichy, „dass nicht alles möglich ist und dass man auch schon mal auf Dinge verzichten muss.“

Zu Beginn waren die zahlreichen Gäste vom Kreisvorsitzenden der CDU-Mittelstandsvereinigung, Rolf Delhougne, und seinen beiden Stellvertretern Michael Hommelsheim und Bernd Ohlemeyer begrüßt worden.

Leserkommentare

Leserkommentare (2)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert