Wichtiges Zeugnis wilhelminischer Architektur

Von: Jörg Abels
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Die von der Stadtteilvertretung und der SPD mit Nachdruck geforderte Denkmalbereichssatzung Düren-Nord soll sicherstellen, dass die wilhelminische Architektur auch an der Kirchstraße erhalten bleibt. Foto: Abels

Düren. Stadtteilvertretung und SPD kritisieren, dass die beschlussreife Denkmalbereichssatzung Düren-Nordweiter auf Eis liegt. Sie finden: Die Fassaden sollen erhalten bleiben.

Es ist die Architektur des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts, die weite Teile Norddürens noch heute prägt. Allerdings sind in den vergangenen Jahrzehnten bereits zahlreiche Fassaden verändert worden. Weitere könnten folgen, befürchtet nicht nur Peter Koschorreck (SPD) mit Blick auf Mosaike, nachträglich eingezogene Backsteinwände oder installierte Leuchtreklamen. Denn die seit Jahren diskutierte und mittlerweile beschlussfähig im Stadtrat vorliegende Denkmalbereichssatzung Düren-Nord liegt weiter auf Eis. Sie wurde von der CDU/FDP-Mehrheit gerade erst aufs Neue zurückgestellt, beklagen Stadtteilvertretung und SPD-Ortsverein Düren-Nord mit einigem Unverständnis und in Sorge um das historische Erscheinungsbild des Stadtteils.

„Angesichts der weitgehenden Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg haben wir die Verpflichtung, möglichst viel historische Bausubstanz zu erhalten”, betont Koschorreck und weiß die Stadtverwaltung, aber auch das Rheinische Landesamt für Denkmalpflege an seiner Seite. „Das Gebiet ist ein bedeutendes Zeugnis der frühen Dürener Geschichte und Stadtbaugeschichte, das es wert ist, in seiner historischen Prägung bewahrt zu bleiben”, stellen die Denkmalschützer in ihrem Gutachten fest. Und auch die Planungsabteilung der Stadt betont im von ihr erarbeiteten Satzungstext, dass der Stadtteil noch ein weitgehend authentisch erhaltenes, sozialgeschichtliches Zeugnis für die Wohn- und Lebensverhältnisse in der Epoche der Jahrhundertwende vom 19. zum 20. Jahrhundert sei, vor allem aber ein Abbild der zeittypischen Gestaltungsvielfalt und des Stilwandels in der Zeit des Wilhelminismus.

Es gehe überhaupt nicht darum, die Hausbesitzer in ein starres Korsett zu zwingen, betonen Koschorreck, Adam Nöldgen und Atila Balikci. Aber Fassaden und Dächer sollten in ihrem ursprünglichen Zustand erhalten bleiben. Das dies nicht immer die billigste Lösung ist, wissen die Befürworter des Denkmalschutzes, verweisen aber auch auf Zuschussmöglichkeiten. Auch Änderungen an Grundstückeinfriedungen, Vorgärten und der Straßenführung müssten mit Inkrafttreten der Satzung von der Unteren Denkmalbehörde erlaubt werden. Die Denkmalbereichssatzung Düren-Nord soll ein Gebiet von der Eisenbahnstraße/Fritz-Erler-Straße im Südwesten bis zur Karlstraße/Malteserstraße im Norden abdecken, einschließlich der Industriebauten und der Gebäude der LVR-Klinik, die zu einem großen Teil bereits heute auf der Liste der eingetragenen Baudenkmäler stehen.
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