Wichtig für den Erfolg ist seine gute Technik

Von: Günther Król
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Schlammwühler unter sich: 41. Motocross, für den MSC Arnoldsweiler startet Kevin Braun (Nr3). Foto: Król

Schophoven. Nach 18 Minuten und einer Runde steigt Kevin Braun dreckverschmiert und verschwitzt vom Motorrad. Der Motocross- Spezialist aus Schophoven hat gerade einen von drei Durchgängen in der Klasse Open international um die Deutsche Amateurmeisterschaft des Deutschen Amateur Moto Cross Verbandes (DAMVC) absolviert.

Er ist einer von rund 30 Konkurrenten in dieser höchsten nationalen Klasse, die Motorsport auf die harte Tour mögen.

Lange Zeit lag er in der Meisterschaft auf Platz zwei. Zum Saisonende fehlte ihm nur ein Punkt auf die Vizemeisterschaft. Während sich die meisten Fahrer nach der Tortour durch Schlamm und Kies ausruhen und die Mechaniker ans Werk gehen, heißt es für den 20-Jährigen Maschine warten und putzen. „Da bleibt kaum Zeit um die Akkus wieder aufzuladen”, sagte der Auszubildende, der sein Hobby selbst finanziert. Ihm fehlen die Mittel, um sich einen Mechaniker zu leisten.

„Man darf keine Angst haben, wer ein „Schisser” ist, braucht diesen Sport gar nicht beginnen. Hier geht es schon mal etwas rustikal,” plauderte der Geländespezialist, der für den MSC Kleinhau fährt. Als „Rookie” startet er in diesem Jahr zum ersten Mal bei den Europameisterschaften und rangiert derzeit auf Platz 21 im internationalen Feld der 60 Starter. „Da geht es noch härter zu, der kleinste Fehler wird sofort bestraft.”

Nasenbeinbruch kostet Titel

Mit dem aktiven Fahren hat er mit neun Jahren in der 65 ccm Klasse, in der man vom achten bis zehnten Lebensjahr fährt. Danach kam 85 ccm Kleinrad Klasse. Zuvor hatte ihn sein Patenonkel, der ebenfalls beim MSC Kleinhau aktiv ist, zum ersten Mal auf eine kleine Maschine gesetzt. „Da bin ich prompt gegen einen Baum gefahren und hatte überhaupt keine Lust mehr auf Motorradfahren.” Aber wenn man einmal infiziert ist, kommt man nicht mehr davon weg. 2004 und 2006 wurde er Jugend-Doppelmeister in der Deutschen Amateurmeisterschaft.

Es sind die Adrenalin-Kicks auf der Strecke, die großen Sprünge, der Wille zum Sieg, die motivieren. „Ich möchte nicht wissen, wie hoch mein Puls beim Start ist”, lächelte er. Aber es steckt viel Arbeit dahinter, um Erfolg zu haben. Neben dem eigentlichen Fahren, muss er die Maschine pflegen, regelmäßiges Training und Konditionstraining sind selbstverständlich. Im letzten Jahr kostete ihn ein Nasenbeinbruch den Titel.

Noch fehlt ihm der letzte Tick, um ganz nach vorne zu kommen. Sein Vorbild ist der 10-fache Weltmeister Stefan Everts. „Natürlich ist Kondition wichtig und Disziplin auch, aber eine ganz große Rolle spielt die Technik. Wenn man eine gute Technik hat, dann braucht man nicht so viel Kraft und fährt die Distanz locker durch.” weiß Kevin Braun, der im zweiten Lehrjahr eine Ausbildung als Papiertechnologe in Düren absolviert.

Sein Ziel im kommenden Jahr ist, wieder bei der Europameisterschaft mit zu mischen und vielleicht unter die Top Ten zu kommen. Bevor er seine Ausbildung beendet hat, möchte er gerne bei den Profis ein paar Rennen mitfahren. „Aber bis dahin muss ich noch ein bisschen sparen.” meinte der junge Motorsportler.
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