Wichtel-Oase: Sprache als Schlüssel zur Bildung

Von: Gudrun Klinkhammer
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Mit viel Spaß und Freude gingen die Kinder der Awo-Kindertagesstätte „Aktive Wichtel Oase“ an das Projekt zur Wortschatzerweiterung heran. Foto: Gudrun Klinkhammer

Arnoldsweiler. 43 Kinder aus 19 verschiedenen Nationen besuchen die Kindertagesstätte (Kita) „Aktive Wichtel Oase“ der Arbeiterwohlfahrt (Awo) in Arnoldsweiler. Unter den Kindern sind viele Mitglieder von Flüchtlingsfamilien.

 Die Kinder wissen also, was Trennung, Trauer und Schmerz bedeuten, mussten sie doch ihre Heimat und teilweise auch ihre Familie hinter sich lassen. Ihre eigenen Gefühle auszudrücken fällt ihnen meist nicht leicht, aufgrund der Sprachbarrieren ist es sogar nahezu unmöglich. Um den Kindern eine Brücke zu bauen, bot in den vergangenen Wochen Musiktherapeutin Konny Hanrath-Elsen in der Kita ein Projekt an, das die Stadt Düren aus dem Budget „gegen Kinderarmut“ förderte.

Worte für Gefühle

Britta Fichert, die Leiterin der Kita, äußerte sich ebenso begeistert über die Ergebnisse, wie die Projektleiterin. Konny Hanrath-Elsen: „Viele der 15 Kinder im Alter von fünf bis sechs Jahren, die an diesem Projekt teilgenommen haben, äußern sich inzwischen freier und offener. Sie finden Worte für ihre Gefühle leichter, auch gelingt es ihnen besser, die eigene Stimme einzusetzen.“ Als Medium, die Gefühle in Worte umzuwandeln, diente die Musik. Trommeln, Rasseln und Klappern ersetzten zunächst Worte, wo diese fehlten.

Hanrath-Elsen und Fichert wünschen sich, dass ein solches Projekt auch im kommenden Jahr wieder zustande kommen kann. Allerdings ist die Finanzierung noch nicht gesichert. Konny Hanrath-Elsen: „Wir suchen gerade nach einem neuen Budget und hoffen, dass wir bald fündig werden.“ Denn, darin ist sich die erfahrene Fachfrau sicher: „Diese Art von Förderung ist absolut sinnvoll, für Kinder ist die Sprache der Schlüssel zur Bildung. Wenn die Sprache, beispielsweise mit Hilfe des Mediums Musik, nicht früh genug gefördert wird, dann werden die Lebenschancen eingeschränkt und die Kosten später für den Staat steigen.“

Mit Feuereifer bei der Sache

Doch nicht nur die Erwachsenen, sondern auch die Kinder waren mit Feuereifer bei der Sache. Kostüme hatten sie selbst hergestellt aus Krepppapier und Pappe. Sie trommelten, erzählten und sangen die Geschichte eines kleinen Jungen in Afrika, der seinen Großvater verliert. Der Opa geht in den Urwald, um dort zu sterben. Die Gefühle, die in dem kleinen Jungen vorgehen, schwanken zwischen Wut, Freude und tiefer Trauer.

Als einen der schönsten Sätze in diesem kleinen Theaterstück bezeichnet der sechsjährige Timo die Stelle, wo der Großvater sagt: „Ich schenke Dir die Trommel.“ Die Worte „Babu wewe uko wapi“ sprechen die Kinder während der Aufführung immer wieder gemeinsam rhythmisch in den Raum. Der Klang gefällt ihnen besonders gut, die Worte bedeuten „Opa, wo bist Du?“ Mit der Präsentation des Theaterstücks während eines Sommerfestes ist die Zeit für die Kita in der Wüstweilerstraße 36 abgelaufen. Nach den Ferien wird die Einrichtung in einem Gebäude an der Kleist-Straße ihren Betrieb aufnehmen.

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