Wettstreit zwischen Chor und Orchester im Haus der Stadt

Von: Georg Neulen
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Vielstimmigkeit auf der Bühne: 120 Mitwirkende hatten sich beim Weihnachtskonzert der Cappella Villa Duria im im Haus der Stadt versammelt. Foto: Georg Neulen

Düren. Die Zuhörer im dicht besetzten Haus der Stadt erlebten auf der Bühne 120 Mitwirkende unterschiedlicher Professionalität, doch gleicher Hingabe an die Musik des exquisiten weihnachtlichen Programms vom Barock bis zu gegenwärtigen Gesängen und Liedern.

Mit je einem Drittel und leichter Dominanz des Orchesters der Cappella Villa Duria musizierten mit ihnen der fünfstimmige gemischte Chor und der Kinderchor „Singpause“, überhöht von Sopran- und Tenor-Solo, zwei Trompetern und weiteren Orchestersolisten unter der Gesamtleitung von Johannes Esser.

Glanz und Fülle der festlichen Vorfreude garantierten die Barockheroen Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel.

Das Orchester bot den Auftakt mit Bachs Suite Nr. 3 D-Dur sinfonisch mit Trompetenspitzen der Ouvertüre, anheimelnd vertraut im Air, energisch mit der Gavotte, flüssig und beschwingt mit Bourrée und Gigue. Dr. Gisela Hagenau moderierte dankbar anschaulich die Werke, zumal die gedruckten Programme nicht rechtzeitig zur Hand waren.

Zur Bachkantate BWV 191 „Gloria in excelsis Deo“ erinnerte sie an den durch Kriegsläufe geschundenen Aufführungsort der Leipziger Paulinerkirche. Nach dem chorischen „in terra pax“ gestalteten Katharina Bergrath mit strahlendem Sopran und Jens Lauterbach mit kraftvoll klarem Tenor den Mittelteil über Pizzicati und Flötenstimmen. „Sicut erat in principio“ wurde ein triumphaler Wettstreit mit fugischer Dichte zwischen Chor und Orchester.

Nach der Pause waren die Teile aus Händels „The Messiah“ übersichtlicher: die getragen klingende „Symphony“, die von Jens Lauterbach anrührend emphatisch englisch gesungenen „Comfort ye, my people“ und „Ev´ry valley“ und der zum Texttitel stimmige Klangcharakter des Chores zu „And the Glory of the Lord“.

Der große Sprung zu Max Reger bis ins 20.Jahrhundert war nicht nur mit dessen 100. Todestag begründet. Die Dreier-Auswahl aus seinen „12 Geistlichen Gesängen“ passte besonders stimmig in die Adventszeit: „Macht hoch die Tür“, „Kommt und lasst uns Christum ehren“ und „Unser lieben Frauen Traum“ mit der innigen Verehrung für Marias Hingabe.

Ein klanglicher Höhepunkt wurde Antonio Vivaldis Konzert C-Dur für 2 Trompeten und Streicher, komponiert für ein Mädchen-Waisenhaus, gespielt von Hub Nickels und Willi Huppertz auf kleinen Barocktrompeten. Aber so, als sollte ihre virtuose Brillanz alle für das anschließende Weihnachtslieder-Singen aufrütteln und vorbereiten.

Dazu kamen die Kinder der „SingPause“ auf die Bühne, von Hans-Werner Hüsken in der musikalischen Erziehung der Grundschulen von St. Nikolaus, St. Joachim und St. Bonifatius vorbereitet.

Die Vielstimmigkeit des Konzerts entfaltete sich im Wechsel der beiden Solostimmen mit dem großen Chor, dem Orchester und den Kinderstimmen in einem Potpourri von klassischen und volkstümlichen Weihnachtsliedern. Von „Kommet ihr Hirten“, „ Es ist ein Ros“ und „Stille Nacht“ bis „Auf dem Berge da gehet ein Wind“ war es sympathisch erfrischend, wie die Kinderstimmen in den Kunstgesang einfielen. „In der Weihnachtsbäckerei“ waren sie in ihrem ureigenen Element. Und als Johannes Esser sich mit dem Taktstock umdrehte, wurde „O du fröhliche“ ein begeisterter Gemeinschaftsgesang.

Dr. Gisela Hagenau äußerte Hemmungen, dem Publikum bei gegenwärtigem Leid in der Welt „Frohe Weihnacht“ zu wünschen. Die Zuversicht, dass die vielen Gegensätze immer wieder durch die gemeinsame Sprache der Musik zu überwinden seien, stimmte sie jedoch optimistischer.

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