Wettbewerb der Dörfer: Die Blenser helfen immer und gerne

Von: Franz Sistemich
Letzte Aktualisierung:
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Ein Ort in Bildern: Fachwerkhäuser machen auch die Attraktivität des Dorfes aus. Vom Fällen des Baumes bis zum Aufstellen: Alle Arbeitsschritte, die zum Holzkreuz auf dem Friedhof führten, haben die Blenser selbst ausgeführt. Den „Vogelkundlichen Lehrpfad“ haben sie schon vor Jahrzehnten angelegt. Stolz sind Thomas Schäfer, Erich Müller, Martin Waider und Hubert Deuster auch auf ihren Dorfbrunnen. Fotos: Sistemich
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Ein Ort in Bildern: Fachwerkhäuser machen auch die Attraktivität des Dorfes aus. Vom Fällen des Baumes bis zum Aufstellen: Alle Arbeitsschritte, die zum Holzkreuz auf dem Friedhof führten, haben die Blenser selbst ausgeführt. Den „Vogelkundlichen Lehrpfad“ haben sie schon vor Jahrzehnten angelegt. Stolz sind Thomas Schäfer, Erich Müller, Martin Waider und Hubert Deuster auch auf ihren Dorfbrunnen. Fotos: Sistemich
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Ein Ort in Bildern: Fachwerkhäuser machen auch die Attraktivität des Dorfes aus. Vom Fällen des Baumes bis zum Aufstellen: Alle Arbeitsschritte, die zum Holzkreuz auf dem Friedhof führten, haben die Blenser selbst ausgeführt. Den „Vogelkundlichen Lehrpfad“ haben sie schon vor Jahrzehnten angelegt. Stolz sind Thomas Schäfer, Erich Müller, Martin Waider und Hubert Deuster auch auf ihren Dorfbrunnen. Fotos: Sistemich
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Ein Ort in Bildern: Fachwerkhäuser machen auch die Attraktivität des Dorfes aus. Vom Fällen des Baumes bis zum Aufstellen: Alle Arbeitsschritte, die zum Holzkreuz auf dem Friedhof führten, haben die Blenser selbst ausgeführt. Den „Vogelkundlichen Lehrpfad“ haben sie schon vor Jahrzehnten angelegt. Stolz sind Thomas Schäfer, Erich Müller, Martin Waider und Hubert Deuster auch auf ihren Dorfbrunnen. Fotos: Sistemich

Blens. Für Außenstehende wirkt Blens wie ein Ort im Dornröschenschlaf. Auf den engen Straßen des romantisch-schönen Dorfes mit seinen schmucken Fachwerkhäusern sind in der Regel kaum Menschen zu sehen. Die motorisierten Verkehrsteilnehmer biegen nur selten von der Landstraße 249 in den Ort jenseits der Rur ab. Blens hat kein Geschäft, keine Kneipe, nur rund 300 Einwohner.

Aber eben diese Bewohner sind sehr rege Männer und Frauen, Kinder und Jugendliche. Sie sind in (Sport-)Vereinen, in der Feuerwehr, in der Jugendgruppe und im Pfarrgemeinderat aktiv. Zahlreiche Blenser sind Mitglied gleich mehrerer Vereine. Mit ihrem Engagement haben sie strenge Juroren überzeugt. Die kürten Blens auf Kreisebene zum Golddorf.

Jeden Dienstag

Und würdigten mit der gleichzeitigen Teilnahme am Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ auch die Arbeit des Verkehrs- und Verschönerungsvereins. Wenn dessen Mitglieder zur Tat schreiten, kann es laut werden in dem stillen Ort. Denn sie mähen Rasenflächen, schneiden Hecken, Sträucher und Bäume. Ruhiger geht es zu, wenn die Fenster im Haus des Gastes gestrichen werden, wenn Pflastersteine verlegt werden.

Es ist vor allem eine Gruppe von rund zehn Männern, teilweise weit über die 70 Jahre alt, denen auch der neue Ortsvorsteher Thomas Schäfer Respekt zollt. Es sind Männer wie der frühere Ortsvorsteher Martin Waider, der Vorsitzende des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, Erich Müller, oder Heinrich und Hubert Deuster, die jeden Dienstag Stunden werkeln.

Dorfbild ausbauen

„Wir wollen unseren Ort nicht nur erhalten, sondern unser schönes Dorfbild weiter ausbauen“, sagen Erich Müller und Martin Waider unisono. Dass sich dienstags die Rentner des Ortes treffen, um die vielfältigen Aufgaben zu erledigen, heißt nicht, dass die übrige Bevölkerung die Hände in den Schoß legt. „Wenn Hilfe benötigt wird, sind die Blenser immer zur Stelle“, weiß Thomas Schäfer zu berichten. Er ist sich auch sicher: Aus dem Kreis der übrigen Bevölkerung werden auch die kommen, die die ehrenamtliche Tätigkeit der Rentner fortsetzen werden.

Ohne dieses Engagement wäre die langjährige Teilnahme am Dorfwettbewerb nicht möglich: Ununterbrochen seit 1965 gehört der kleine Ort an der Rur zu den erfolgreichen Dörfern. Ohne dieses Engagement hätte in den 90er Jahren die Dorferneuerung nicht erfolgreich gestartet werden können. Bei diesem Generationenprojekt brachte sich die Bevölkerung intensiv in den Planungsprozess ein, setzte die Überlegungen auch im privaten Bereich erfolgreich um. So wurden mit finanzieller Hilfe aus der Dorferneuerungsmaßnahme auch Privathäuser und Grundstücke verschönert. 8500 Heckenpflanzen, Bäume und Sträucher pflanzten die Blenser in Gärten und öffentlichem Boden. „Unsere Mitbürger haben damals Verantwortung übernommen – und übernehmen sie heute immer noch“, betont Erich Müller.

Dies zeigt sich nicht nur im Hand- und Spanndienst oder in der Nachbarschaftshilfe, in der jeder jedem hilft, das zeigt sich auch in den vielen Festen, die in dem staatlich anerkannten Luftkurort gefeiert werden. Der Jünglingsverein „Frohsinn“ Blens hält das Brauchtum aufrecht. Die Freiwillige Feuerwehr kommt natürlich ihren normalen Pflichten nach. Das herausragende Engagement ihrer Mitglieder zeigt sich aber auch in der großen Anzahl an qualifizierten Führungskräften und dem hohen Ausbildungsstand und in der Kür, sprich der Ausrichtung eigener Veranstaltungen. Wer als Blenser Tennis spielen will, braucht nicht weit zu fahren: Über 100 Mitglieder zählt der TC, ein großer Teil gehört zu den Jugendlichen, die in jüngeren Jahren vielleicht zu den „Blenser Strolchen“ zählten: Diese gestalten das Erntedankfest, den Martinsumzug, den Seniorennachmittag, treffen sich wöchentlich im Jugendraum.

Dass Blens nur ein Wohnort ist, ohne Geschäfte oder Ärzte, dass die Berufstätigen zu den Arbeitsplätzen bis in die Ballungsräume fahren, scheint kein Nachteil für die Entwicklung des Dorfes zu sein: „In unserem Ort steht nur ein Haus leer, weil die Bewohnerin gestorben ist“, sagt Waider. Besonders nach 2010 seien Auswärtige in den Ort gezogen, junge Blenser aus der Fremde zurückgekehrt, hätten Häuser gekauft oder gebaut. Viele haben sich in das Orts- und Vereinsleben eingebracht wie ein Niederländer: „Meinen Nachnamen kennt hier keiner, aber wenn Sie nach Leo fragen, weiß jeder, wer gemeint ist“, sagt er und lacht. Nur in einem Punkt ist den Blensern das Lachen vergangen: Die Langsamkeit des Internets ist ein großes Ärgernis. Doch auch hier zeigt sich die Geschlossenheit: Eine Interessengemeinschaft nimmt sich des Problems an.

Auch darüber sprechen die rüstigen Senioren des Verkehrs- und Verschönerungsvereins, wenn sie dienstags nach getaner Arbeit in ihrem Gerätehaus sitzen – und bei Bier, Brot und Wurst über die kommenden Aufgaben reden. Über die wird dann vielleicht auch über die Webseite des Dorfes informiert. Noch wird aber an ihrer Überarbeitung gefeilt.

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