Düren - Westkampfbahn: Sitzplätze mit neuem Glanz und Namen

Westkampfbahn: Sitzplätze mit neuem Glanz und Namen

Von: heb
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Die Helmut von den Hoff-Tribü
Die Helmut von den Hoff-Tribüne an der Westkampfbahn: Mit der Sanierung will der Verein den Glanz vergangener Fußballtage wieder aufleben lassen und versuchen, damit eine zentrale Sportanlage in Düren zu etablieren. Foto: Vogel

Düren. Schon lange galt sie als marode, die Tribüne an der Westkampfbahn des GFC Düren 99, heute erstrahlt sie in neuem Glanz und unter neuem Namen: Helmut von den Hoff-Tribüne. Die ganze Familie, sowie Freunde und Sportskameraden des 2010 verstorbenen leidenschaftlichen Anhängers und Gönners des Vereins hatten sich vor dem Ligaspiel gegen den Kaller SC an der Westkampfbahn versammelt, um die Eröffnung mitzuerleben.

„Wäre Helmuth heute hier, wäre sein Herz mit Freude gefüllt gewesen”, weiß sein Freund, der Präsident des Vereins Henner Schimdt, „nun sind zwei seiner größten Wünsche in Erfüllung gegangen: Die Fusion des GFC und Düren 99, sowie die Sanierung der altehrwürdigen Tribüne, welche vor uns steht.”

Perfekter Ort für diese Widmung

Wie sehr das Herz des Unternehmers an dem Verein gehangen hat, weiß sein Sohn Tobias von den Hoff zu berichten: „Wenn es mal eine Niederlage gesetzt hatte, dann konnte man die Uhr nach der Laune meines Vaters an diesem Wochenende stellen.” Im Namen der ganzen Familie dankte er daher: „Wir sind stolz und glücklich, es gibt nicht viele Orte auf diesem Planeten, an denen man unseren Vater besser hätte Ehren können.” Der Verein sieht die Sanierung auch als Startschuss für eine Rückkehr hin zu alten Tagen. „Wie oft hat Helmut mir gesagt: „Es muss doch möglich sein, etwas von dem alten Glanz der Fußballstadt wieder aufleben zu lassen. Leider ist er zu früh von uns gegangen um es selbst zu verwirklichen”, erinnert sich der Präsident.

Mit der Tribüne als Grundstein erhofft man sich nun, wieder eine zentrale Sportanlage in Düren etablieren zu können. Als wäre es im Drehbuch des Tages vorgesehen, fand der Tag an der Westkampfbahn übrigens sein gebührendes Ende: In der letzten Minute der regulären Spielzeit war es kein geringerer als Helmut von den Hoffs Sohn Tim, welcher die Fans erlöste und die Kugel nach einem Strafstoß zum 2:1 Endstand über die Linie brachte.

Die erste Tribüne im Westen Deutschlands

Als Fußball noch als „englische Krankheit” verpönt war, gab es in deutschen Kaiserreich Tribünen nur beim Rad- und Galloppsport sowie an Regattastrecken. Während bereits 1867 in Großbritannien Fans von einer Tribüne aus zuschauen konnten, wurde die erste Tribüne in Deutschland 1909 im Stadion Hoheluft gebaut. Dort spielte die Hamburger Viktoria.

Es folgten Tribünen in Aschaffenburg, in Stuttgart, das Stadion an der Grünwalder Straße in München, in Kiel, in Pforzheim - und in Düren an der Mariaweiler Landstraße.

1913 begann auf dem Sportplatz des SC Germania 1899 der Bau der überdachten Tribüne. Am 9. August 1914, wenige Tage nach der Ermordung des österreichischen Thronfolgers Franz-Ferdinand und seiner Gattin in Sarajewo und dem Ausbruch des 1. Weltkriegs, fand in gedämpfter Atmosphäre die Einweihung statt.

Am 16. November 1944 verfehlte eine Bombe die Tribüne nur knapp.

2008 drohte die Tribüne einzustürzen. Mit Hilfe der Stadt, vielen Handwerkern und in Eigenleistung (gut 1500 Stunden) gelang es der SG, die Tribüne zu sanieren. Die Kosten betrugen rund 100 000 Euro.

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